Donald Trump | Bildquelle: AFP

US-Wahlen Trump lässt angeblichen Wahlbetrug prüfen

Stand: 25.01.2017 15:18 Uhr

US-Präsident Trump ist weiterhin fest davon überzeugt, dass bei der Wahl im November geschummelt wurde. Nun will er den angeblichen massiven Betrug untersuchen lassen. Dies kündigte er auf Twitter an.

US-Präsident Donald Trump will den angeblich massiven Betrug bei der US-Wahl im November prüfen lassen. Dies kündigte er auf Twitter an. "Ich werde um eine groß angelegte Untersuchung wegen Wahlbetrugs bitten", schrieb Trump. Dabei solle es um Wähler gehen, die in mehr als zwei Staaten registriert seien, illegale Wähler sowie registrierte Wähler, die bereits verstorben seien. Abhängig von den Ergebnissen der nicht näher spezifizierten Untersuchung wolle er "das Wahlverfahren stärken", schrieb der Republikaner.

Trump hatte in den vergangenen Tagen seinen bereits mehrfach geäußerten Vorwurf wiederholt, es habe zwischen drei und fünf Millionen Stimmen für seine Konkurrentin Hillary Clinton gegeben, die nicht hätten abgegeben werden dürfen.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
I will be asking for a major investigation into VOTER FRAUD, including those registered to vote in two states, those who are illegal and....
Donald J. Trump @realDonaldTrump
even, those registered to vote who are dead (and many for a long time). Depending on results, we will strengthen up voting procedures!

Weniger Stimmen als Clinton

Trump war aus der Wahl im November zwar als Sieger hervorgegangen, er errang den Sieg aber nur dank seiner Mehrheit im entscheidenden Wahlleutekollegium. In der landesweiten Summe der abgegebenen Stimmen lag er nach den amtlichen Auszählungsergebnissen rund 2,9 Millionen Stimmen hinter Clinton.

Für Trumps immer wieder erhobenen Vorwurf gibt es bislang keinen konkreten Anhaltspunkt. Trumps Sprecher Sean Spicer sagte dazu, der Präsident stütze sich auf "Studien und Belege", in die er Einblick gehabt habe. Trump glaube schon lange, dass Menschen illegal abstimmten, und an dieser Meinung halte er fest, so Spicer.

Mathematisch ausgeschlossen

Trump hatte sich in der Vergangenheit immer wieder auf eine Studie vom "Pew Center for the States" aus dem Jahr 2012 berufen. Diese kam in der Tat zu dem Schluss, dass Millionen Wählerregistrierungen nicht mehr dem aktuellen Stand entsprechen. 2,7 Millionen Amerikaner sind in mehr als einem Staat registriert. Im Register befinden sich ebenso Tote wie auch Ausländer, die nicht wahlberechtigt sind.

Allerdings heißt das noch lange nicht, dass diese falsch registrierten Wähler auch tatsächlich abgestimmt haben und wenn ja, dass sie ihre Stimme für Clinton abgegeben haben. Ein Wahlbetrug in dieser Dimension ist rein mathematisch praktisch ausgeschlossen. Das hatte einer der Autoren der Pew-Studie bereits im vergangenen Jahr so dargestellt.

Auch die zuständigen Wahlbehörden wiesen Trumps Behauptungen immer wieder zurück. Nach ihren Angaben gab es bei der Wahl keine Anzeichen für einen Betrug.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. Januar 2017 um 11:00 Uhr.

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