Donald Trump | Bildquelle: AP

Trump nach Merkel-Besuch "Deutschland schuldet NATO riesige Summen"

Stand: 18.03.2017 16:49 Uhr

Der Besuch Merkels bei Trump bringt zwar erste Annäherungen, doch Trump legt nach: Die Bundesregierung müsse endlich mehr für Verteidigung ausgeben, schreibt der US-Präsident der Kanzlerin ins Stammbuch: Deutschland schulde der NATO "riesige Summen".

Kurz nach seinem ersten Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel hat US-Präsident Donald Trump seine Forderung nach mehr Geld für die Verteidigung erneuert. Deutschland schulde der NATO "riesige Summen", erklärte Trump auf Twitter. Sein Land gewähre Deutschland eine mächtige und teure Verteidigung. Diese müsse bezahlt werden. Das müsse gesagt werden, auch wenn er, anders als es Falschnachrichten verbreiteten, ein "großartiges Treffen" mit Merkel gehabt habe.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
Despite what you have heard from the FAKE NEWS, I had a GREAT meeting with German Chancellor Angela Merkel. Nevertheless, Germany owes.....
Donald J. Trump @realDonaldTrump
...vast sums of money to NATO & the United States must be paid more for the powerful, and very expensive, defense it provides to Germany!

Merkel: "Verteidigungsausgaben werden bis 2024 erhöht"

Der Republikaner fordert schon länger NATO-Partner auf, wie eigentlich vereinbart mehr für die Rüstung auszugeben. Das NATO-Ziel sieht vor, dass die Mitgliedstaaten bis 2024 zwei Prozent der Wirtschaftsleistung für die Verteidigung ausgeben. Dies schaffen bisher nur fünf NATO-Staaten. Merkel hatte bei dem Treffen am Freitag in Washington angekündigt, die deutschen Verteidigungsausgaben bis 2024 auf die zwei Prozent der Wirtschaftsleistung zu erhöhen. Derzeit erreicht Deutschland rund 1,2 Prozent.

Bei den Grünen stieß die Ankündigung Merkels auf Kritik. Dass Trump die US-Militärausgaben zulasten internationaler Zusammenarbeit und sozialer Gerechtigkeit erhöhe, sei ein alarmierendes Signal, sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt den Zeitungen der Funke-Gruppe. "Umso unverständlicher ist es, dass die Kanzlerin Donald Trump jetzt auch militärische Aufrüstung in Deutschland zugesagt hat."

Merkel und Trump | Bildquelle: AP
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Trump: Anders als es Falschnachrichten verbreiteten, habe er ein "großartiges Treffen" mit Merkel gehabt.

35.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert

Die USA unterhalten auch knapp drei Jahrzehnte nach dem Ende des Kalten Krieges weiter viele Stützpunkte in Deutschland, etwa die Fliegerhorste Ramstein und Spangdahlem in Rheinland-Pfalz oder das Europa-Hauptquartier des US-Heeres in Wiesbaden. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums waren Ende 2016 allein 35.000 US-Soldaten in der Bundesrepublik stationiert. Dazu kommen noch Zivilangestellte.

Trump hatte in der Vergangenheit Zweifel an seiner Position zur NATO aufkommen lassen und damit bei den Verbündeten für Unruhe gesorgt. In einem Interview bezeichnete er das Militärbündnis als "obsolet". Gegenüber Merkel habe er seine starke Unterstützung für die NATO unterstrichen, sagte Trump am Freitag. Merkel zeigte sich "dankbar" für diese Bestätigung der Rolle der NATO.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. März 2017 um 20:00 Uhr.

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