Donald Trump neben dem Schriftzug und Logo der "Trump University" | Bildquelle: AFP

Klagen gegen "Trump University" Trump zahlt 25 Millionen an Ex-Studenten

Stand: 19.11.2016 16:17 Uhr

Fünf Jahre lang wurden Studenten an der "Trump University" ausgebildet. Immobilienprofis würden sie werden, so das Versprechen. Doch gegen die Einrichtung wurden Betrugsvorwürfe laut. Nun will Trump den Rechtsstreit mit einem Vergleich über 25 Millionen Dollar beilegen.

Schon im Wahlkampf musste sich der künftige US-Präsident Donald Trump gegen Vorwürfe wegen seiner "Trump University" wehren. Die Studenten der Einrichtungen seien durch falsche Versprechungen betrogen und insgesamt um rund 40 Millionen Dollar geprellt worden. Fünf Millionen sollen in Trumps eigene Tasche geflossen sein.

Nun will der Republikaner den Rechtsstreit mit einem Vergleich beilegen. Wie der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman bekannt gab, will Trump 25 Millionen Dollar zahlen, umgerechnet rund 23,6 Millionen Euro. Trump selbst erklärte auf Twitter, er habe als Präsident keine Zeit, sich um den Prozess zu kümmern. Ansonsten hätte er den Prozess aber sicherlich gewonnen.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
I settled the Trump University lawsuit for a small fraction of the potential award because as President I have to focus on our country.
Donald J. Trump @realDonaldTrump
The ONLY bad thing about winning the Presidency is that I did not have the time to go through a long but winning trial on Trump U. Too bad!

Nicht als Hochschule anerkannt

Die "Trump University" wurde 2005 eröffnet und wurde fünf Jahre später wegen der Betrugsvorwürfe geschlossen. Trump selbst hielt einen Anteil von 93 Prozent an der Einrichtung. Den Studenten wurde versprochen, dass sie zu erfolgreichen Immobilienprofis und Geschäftsmännern ausgebildet werden. Die Kursgebühren betrugen teilweise bis zu 35.000 Dollar. Die selbsternannte Universität war jedoch offiziell nicht als Hochschule anerkannt und damit auch nicht ihre Abschlüsse.

Insgesamt liefen drei Verfahren gegen die "Trump University": Zwei in Kalifornien und eine Ziviklage, die von Schneiderman angestrengt worden war. Ehemalige Studenten hatten Trump verklagt.

Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman | Bildquelle: AFP
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Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman hatte die Zivilklage gegen die "Trump University" angestrengt.

Trump hatte noch im Juni Wiedereröffnung angekündigt

Immer wieder hatte Trump die Vorwürfe abgestritten und noch im Juni angekündigt, die "Trump University" wieder eröffnen zu wollen. Auch hatte er im Wahlkampf den für die Sammelklage zuständigen Richter Gonzalo Curiel beschuldigt, er sei wegen seiner mexikanischen Wurzeln befangen. Trump hatte im Kampf um das Präsidentenamt einen harten Kurs gegen mexikanische Einwanderer eingeschlagen, sogar eine Mauer entlang der Grenze zu Mexikos wollte er bauen lassen.

Schneiderman gibt sich nach Trumps Kehrtwende euphorisch. Der Vergleich ändere alles, sagte der Generalstaatsanwalt. Die Einigung sei eine atemberaubende Wende in dem Verfahren, das Trump bislang durch "grundlose Angriffe und fruchtlose Beschwerden" zu blockieren versucht habe. Bislang habe er sich selbst gegen kleinste Entschädigungssummen für seine "betrügerische Universität" gewehrt.

Mit der Summe des Vergleich könnten laut Schneiderman mehr als 6000 ehemalige Studenten entschädigt werden. Eine Million Dollar sollten als Geldstrafe an den Staat New York fließen, weil das Institut staatliche Bildungsgesetze verletzt habe.

Mit Informationen von Kai Clement, ARD-Studio New York

Streit um Trump-"Universität": Außergerichtliche Einigung
Kai Clement, ARD New York
18.11.2016 21:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. November 2016 um 04:45 Uhr.

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