US-Präsident Trump hält seine erste Rede vor der UN-Vollversammlung. | Bildquelle: REUTERS

Rede vor UN-Vollversammlung Trump droht Nordkorea mit "totaler Vernichtung"

Stand: 19.09.2017 17:01 Uhr

Bei seiner ersten Rede vor der UN-Vollversammlung hat US-Präsident Trump Nordkorea mit dem massiven Einsatz des US-Militärs gedroht. Das asiatische Land würde "völlig zerstört", sollte es sein Atomprogramm nicht stoppen. Zudem wiederholte er seine "America-First"-Devise.

Mit Spannung war die erste Rede von Donald Trump vor der Vollversammlung der UN in New York erwartet worden. Der US-Präsident fand am Rednerpult im Weltsaal vor allem deutliche Worte in Richtung Nordkorea. Sollten die USA gezwungen werden, sich oder ihre Verbündeten zu verteidigen, hätten sie keine Wahl als das asiatische Land vollständig zu zerstören, sagte Trump. "Die Denuklearisierung ist der einzig gangbare Weg", sagte er und bezeichnete Nordkorea als ein Land, das die Welt mit Atomwaffen bedrohe. "Der Raketenmann ist auf einem selbstmörderischen Weg", sagte Trump in Bezug auf den nordkoreanischen Führer Kim Jong Un. Dies ist Trumps bisher schärfste Warnung an Nordkorea. Er fügte allerdings hinzu, dass ein US-Militäreinsatz "hoffentlich nicht notwendig sein wird". Dafür müssten alle Nationen zusammenarbeiten, um die nordkoreanische Regierung zu isolieren, damit sie "ihr feindseliges Verhalten einstellt".

US-Präsident Trump hält seine erste Rede vor der UN-Vollversammlung
tagesschau 17:00 Uhr, 19.09.2017, Isabel Schayani, ARD New York

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Es bleibt bei "America first"

Der US-Präsident wiederholte seine Absicht, die Außenpolitik an amerikanischen Interessen ausrichten zu wollen. "Als Präsident der Vereinigten Staaten werde ich Amerika immer an die erste Stelle stellen", sagte Trump. Genauso sollten es auch andere Staats- und Regierungschefs tun, fügte er hinzu. "Alle verantwortlichen Staatenlenker stehen in der Pflicht, ihren eigenen Bürgern zu dienen."

Trump betonte in seiner gut 40-minütigen Rede mehrmals das Prinzip der staatlichen Souveränität. Starke und unabhängige Nationalstaaten würden die 193 Länder zählende Weltorganisation zum Erfolg führen, sagte Trump. Das Erreichen der UN-Ziele hänge an Staaten, die ihre Souveränität und ihren Friedenswillen lebten.

"Leuchtendes Beispiel"

Zur Rolle der USA sagte Trump: "Wir wollen unsere Art zu leben nicht jedem überstülpen." Man wolle aber ein leuchtendes Beispiel für jedermann sein. Frieden, Sicherheit und Souveränität seien für die Staaten der Erde die wichtigsten Ziele. Die Welt befindet sich nach Ansicht Trumps an einem Scheideweg. "Wir treffen uns hier in einer Zeit immenser Versprechungen, aber auch riesiger Gefahren." Trump nannte als Risiken den internationalen Terror, kriminelle Netzwerke und autoritäre Regime, die über Massenvernichtungswaffen verfügten. "Wir können die Welt zu neuen Höhen führen, oder sie in ein Tal fallen lassen, in dem sie nicht repariert werden kann."

Isabel Schayani, ARD New York, zum Auftritt von US-Präsident Trump vor der UN
tagesschau24 18:00 Uhr, 19.09.2017

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Kritik am Iran

Auch zum Iran fand Trump deutliche Worte: Es handle sich bei dem Land um eine "korrupte Diktatur". Die dortige Bevölkerung wünsche einen "Wechsel", sagte der US-Präsident. Über das Atomabkommen sei "noch nicht das letzte Wort gesprochen". Er ließ offen, ob sein Land an dem Abkommen festhalten oder aussteigen wolle. Eine Entscheidung darüber hatte er kürzlich für Mitte Oktober in Aussicht gestellt.

Trump hatte schon im Wahlkampf seine Ablehnung des Atom-Abkommens mit Teheran hervorgehoben, das unter seinem Vorgänger Barack Obama geschlossen worden war. Der Deal sichert dem Iran eine schrittweise Aufhebung der internationalen Sanktionen im Gegenzug für eine deutliche Einschränkung seines Atomprogramms zu.

Zu Beginn seines UN-Debüts bedankte er sich bei anderen Ländern für ihre Unterstützung nach den schweren Hurrikans. Die Hurrikans "Irma" und "Harvey" hatten in Teilen der Karibik und im Süden der USA schwere Verwüstungen angerichtet.

Trump rechtfertigt Flüchtlingspolitik

Trump nutzte die Rede auch, um seine strikte Flüchtlingspolitik zu rechtfertigen. "Für das, was es kostet, einen Flüchtling in die USA umzusiedeln, können wir zehn in ihrer Heimatregion versorgen", sagte er. Es sei daher zum Beispiel besser, den Nachbarländern Syriens finanziell zu helfen, die sich um Schutzsuchende aus dem Bürgerkriegsland kümmerten. Trumps Regierung hatte die Zahl der Flüchtlinge, die die USA im laufenden Haushaltsjahr aufnehmen, auf 50.000 reduziert. Sein Vorgänger Barack Obama hatte eigentlich die Zahl 110.000 vorgegeben.

Zuvor hatte UN-Generalsekretär António Guterres die einwöchige Generaldebatte in New York eröffnet. Dabei kritisierte er ebenfalls Nordkorea: "Millionen Menschen leben unter einem Schatten des Grauens", sagte er.

Trumps erste große UN-Rede
Kai Clement, ARD New York
19.09.2017 17:47 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. September 2017 um 17:00 Uhr.

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