Twitteraccount von Donald Trump | Bildquelle: dpa

Künftiger US-Präsident Trump Commander in Tweets?

Stand: 04.01.2017 07:47 Uhr

Ein Smartphone und einen Twitter-Account: Mehr brauchte Trump anscheinend nicht, um die Republikaner im Kongress aus der Ferne zurückzupfeifen und Ford daran zu hindern, eine neue Fabrik in Mexiko zu bauen. Aber kann der künftige US-Präsident so regieren?

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Die Republikaner des designierten US-Präsidenten Trump hatten sich ausgerechnet zum Auftakt des neuen Kongresses vorgenommen, das unabhängige Ethik-Büro zurechtzustutzen. Es schaut den Abgeordneten im Repräsentantenhaus auf die Finger und war vielen zu mächtig geworden. Trump twitterte: Selbst wenn das Büro unfair sei, es gebe andere Prioritäten.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
With all that Congress has to work on, do they really have to make the weakening of the Independent Ethics Watchdog, as unfair as it
Donald J. Trump @realDonaldTrump
........may be, their number one act and priority. Focus on tax reform, healthcare and so many other things of far greater importance! #DTS

Das sei die falsche Botschaft zu Beginn, meinte auch der Republikaner Mike Coffman. Das hatte die republikanische Führung im Repräsentantenhaus von Anfang an gesagt - die Mehrheit der Abgeordneten ließ sich davon aber nicht beeindrucken. Erst Trumps Tweet schien sie zur Räson zu bringen. Das war aber nicht der einzige Grund: Es gab empörte Anrufe von Wählern - und negative Schlagzeilen.

Republikaner verzichten nach Trump-Kritik auf Vorstoß im Kongress
tagesschau 09:00 Uhr, 04.01.2017, Stefan Niemann, ARD Washington

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Der Abgeordnete Dave Brat räumte dann auch ein: "Ein Grund sind Schlagzeilen, wir würden bei der Moral Abstriche machen. Das sind keine guten Schlagzeilen." Darum bleibt das Ethik-Büro nun so, wie es ist - vorerst zumindest.

Gleichzeitig verkündete der Autohersteller Ford, dass er seine Pläne ändert: Er wird nun keine neue Fabrik mehr in Mexiko bauen. Diese sollte dort fast 3000 neue Jobs schaffen. Stattdessen soll eine Fabrik in den USA um 700 neue Stellen erweitert werden. Trump hatte die Autoindustrie immer wieder per Twitter dafür kritisiert, dass sie im Ausland investiert.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
General Motors is sending Mexican made model of Chevy Cruze to U.S. car dealers-tax free across border. Make in U.S.A.or pay big border tax!

"Vertrauensvotum in Trumps Strategie"

Ford-Chef Mark Fields sagte dem Fernsehsender CNN, Trump sei der Grund, warum sie ihre Pläne geändert hätten. "Wir machen, was gut für unser Geschäft ist. Wir schauen dabei auf alle Faktoren", sagte Fields. "Dazu gehört ein positiveres Geschäftsumfeld für die Industrie unter einem Präsidenten Trump. Es ist ein Vertrauensvotum für die Wachstumsstrategien, die er umrissen hat."

Trump ist aber nicht der einzige Grund: Die neue Fabrik in Mexiko sollte Kompaktautos bauen. Weil sich diese aber nicht mehr so gut verkaufen, braucht der Konzern dafür keine neue Fabrik mehr. Jetzt reicht es, die Kapazitäten eines anderen Werkes in Mexiko zu erweitern. Die 700 neuen Stellen in den USA sollen erst im nächsten Jahr entstehen und dann Elektroautos bauen.

Trump hatte schon häufiger Unternehmen per Twitter gedroht, was auf den Aktienmärkten aufmerksam verfolgt wurde. Wer reagiert, wird belohnt: Fords Kurs ging um fast vier Prozent nach oben.

"Es braucht mehr als 140 Zeichen"

Reichen 140 Zeichen, um zu reagieren? Der oberste Demokrat im Senat, Chuck Shumer, protestierte: "Nur für Worte sind die Themen zu wichtig, unsere Herausforderungen sind zu groß für bloßes Twittern. Amerika wieder großartig zu machen, braucht mehr als 140 Zeichen." Amerika könne sich keinen Twitter-Präsidenten leisten.

Trumps Verteidiger hingegen sagen: Er ist noch gar nicht Präsident, und hat schon jetzt einiges erreicht. Der konservative Kolumnist Charles Krauthammer sagte bei Fox News: "Die Tweets funktionieren: Bei Nordkorea, bei General Motors, beim Ethik-Büro - innerhalb von Stunden." Dabei sei Trump noch nicht einmal im Amt. "Dann könnte es etwas problematischer werden, weil Leute daraus eine Strategie ableiten könnten. Es ist zu schwer, detailliert oder spezifisch genug zu sein, um in einem Tweet eine zusammenhängende Strategie zu beschreiben."

Das bleibt die große Frage: Wird Trump als Präsident das Smartphone weglegen, oder werden wir weiter Tweets analysieren, um aus 140 Zeichen zu verstehen, wie die amerikanische Politik aussehen wird?

Wie Trump Republikaner und Autohersteller zur Räson twittert
J. Bösche, ARD Washington
04.01.2017 06:47 Uhr

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Über dieses Thema berichteten Inforadio am 04. Januar 2017 um 07:38 Uhr und die tagesschau um 09:00 Uhr.

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