TV-Debatte republikanischer Präsidentschaftskandidaten in Iowa | Bildquelle: REUTERS

Fernsehdebatte der US-Republikaner Ein Duell (fast) ohne Trump

Stand: 29.01.2016 07:32 Uhr

Die letzte TV-Debatte der Republikaner vor den US-Vorwahlen fand ohne Donald Trump statt. Dennoch spielte der "Elefant" gleich am Beginn eine Rolle. Nach ein paar derben Worten stritten die Bewerber dann aber inhaltlich.

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Wenn Donald Trump die Show stiehlt, dann richtig: Auf seiner Benefizveranstaltung für Veteranen ließ er sich als den nächsten Präsidenten der USA feiern. Er hatte die Veranstaltung in kürzester Zeit aus dem Boden gestampft - als Gegenprogramm zur großen Debatte der Republikaner, die Präsidentschaftskandidat werden wollen.

Und er gab zu, er wäre gerne dabei gewesen. Aber, man müsse für seine Rechte einstehen, wenn man schlecht behandelt werde.

Alle "dumm, fett und hässlich"

Wenige Kilometer weiter hatte die eigentliche TV-Debatte begonnen, moderiert unter anderem von Megyn Kelly. Sie war einer der Gründe, warum Trump abgesagt hatte.

Gleich zu Beginn fragte Kelly Senator Ted Cruz: "Bevor wir anfangen, lassen Sie uns den Elefanten thematisieren, der nicht im Raum ist." Und Cruz tat ihr den Gefallen und imitierte Trump: "Lassen sie mich sagen: Ich bin ein Wahnsinniger, jeder auf dieser Bühne ist dumm, fett und hässlich. Nun haben wir den Donald-Trump-Teil aus dem Weg geschafft."

Die Fox-News-Moderatorin Megyn Kelly im Gespräch mit Senator Ted Cruz | Bildquelle: AFP
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Die Fox-News-Moderatorin Kelly (li.) passte Trump nicht. Darum organisierte er eine Parallelveranstaltung zur TV-Debatte.

Obama ist Schuld

Danach ging es zur Sache. Die sieben verbliebenen Kandidaten auf der Bühne waren sich in vielem einig: Der Politikbetrieb in Washington funktioniere nicht mehr und müsse dringend aufgeräumt werden. Die Armee brauche wieder mehr Geld, um dann mit aller Kraft gegen die Terrorgruppe "Islamischer Staat" vorzugehen. Ein schärferer Kampf gegen Terroristen überall, eine härtere Linie gegen Iran.

Die Misere, die sie ausmachten, sei die Schuld von Präsident Barack Obama und auf keinen Fall dürfe das Weiße Haus in der Hand der Demokraten bleiben.

Letzte TV-Debatte der Republikaner
tagesschau 12:00 Uhr, 29.01.2016, Ingo Zamperoni, ARD Washington

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Streit um Einwanderungsgesetze

Den härtesten Streit gab es beim Thema Einwanderung - und bei der Frage, was mit den Millionen Menschen passieren soll, die ohne gültige Papiere in den USA leben. Senator Marco Rubio ist der Sohn von Einwanderern. Trotzdem plädierte er für eine harte Haltung: "Wir werden nicht zwölf Millionen Menschen deportieren, aber auch keine Staatsbürgerschaften verteilen."

Die Kandidaten Ted Cruz (li.) und Marco Rubio schütteln sich nach der TV-Debatte die Hände. | Bildquelle: REUTERS
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Ein Händedruck nach dem Schlagabtausch - Ted Cruz (li.) und Marco Rubio nach der TV-Debatte

Allerdings war Rubio Teil einer Gruppe von Senatoren, die ein neues Einwanderungsgesetz auf den Weg bringen wollte. Darum ätzte Jeb Bush: "Er führte die Bemühungen an, dieses Einwanderungsproblem endlich zu lösen. Dann machte er sich aus dem Staub, weil es bei Konservativen nicht populär war."

Auch Ted Cruz musste sich rechtfertigen, warum er an dem Gesetz mitarbeitete und doch dagegen gewesen sein will. Er verteidigte sich: "Weil meine Änderungen nicht alle Probleme lösen, heißt das nicht, dass ich mit dem Rest einverstanden war."

Das bot Senator Rand Paul die Gelegenheit, Cruz grundsätzlich zu kritisieren: "Das ist ein Glaubwürdigkeitsproblem. Alle die er kennt, sind nicht so perfekt wie er, weil wir alle für eine Amnestie sein sollen."

Zwei Debatten, eine Partei – republikanische Präsidentschaftskandidaten
J. Bösche, ARD Washington
29.01.2016 06:46 Uhr

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Schadet es Trump?

Cruz stand häufiger im Mittelpunkt. Der Senator liegt in den Umfragen weit vorn, in Iowa liefert er sich sogar ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Donald Trump.

Vor der Debatte sah das Bild so aus: In nationalen Umfragen lag Trump an der Spitze, gefolgt von Cruz und Rubio. Die anderen Kandidaten kamen nur auf einstellige Prozentwerte. In den nächsten Tagen wird sich zeigen, ob es Trump geschadet hat, dass er bei der Debatte nicht dabei war. Die Vorwahlen starten am Montag im Bundesstaat Iowa.

Donald Trump umringt von US-Veteranen in Des Moines, Iowa | Bildquelle: REUTERS
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Diese Bilder wollte Trump erzeugen - der Milliardär umringt von US-Veteranen in Des Moines, Iowa

Korrespondent

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