Sergej Lawrow | Bildquelle: REUTERS

Syrien-Krieg Reden statt Raketen

Stand: 13.04.2018 13:41 Uhr

Der Syrien-Konflikt scheint sich zu entspannen. Doch US-Militärschläge sind weiter möglich. Russland teilte mit, dass ein Dialog mit Washington stattfinde. Gleichzeitig warnte Moskau vor alten Fehlern.

Verhandlungen im Weißen Haus, Warnungen in Russland, Unruhe in Syrien. Nach den US-Ankündigen möglicher Luftangriffe im Bürgerkriegsland bleibt die Lage angespannt.

"Gott bewahre, dass nach den Erfahrungen in Libyen und im Irak in Syrien nicht etwas Abenteuerliches passiert", mahnte der russische Außenminister Sergej Lawrow. Selbst kleinste Fehleinschätzungen in Syrien könnten neue Migrationswellen auslösen.

Gleichzeitig warnte er vor Ultimaten und Drohungen. Diese würden dem Dialog nicht helfen. "Die Militärs sind über die verbleibenden Kanäle, die noch nicht eingefroren sind, in Verbindung", sagte Lawrow. Präsident Wladimir Putin und sein US-Kollege Donald Trump hätten erst vor kurzem telefoniert.

Diskussion über Deutschlands Position im Syrien-Konflikt
tagesschau 17:00 Uhr, 13.04.2018, Ariane Reimers, ARD Berlin

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Trump und Bolton gegen Mattis und das Militär

Im Weißen Haus ringen derweil nach Einschätzung von Beobachtern Befürworter eines Militärschlags mit den Gegnern einer solchen Eskalationspolitik. Während Trump und sein neuer Nationaler Sicherheitsberater John Bolton eher für die harte Linie sind, warnen Militärs und Verteidigungsminister James Mattis vor den Folgen. Ziel sei es, den Syrienkonflikt diplomatisch zu lösen, erklärte Mattis. Wie das Kräftemessen in der US-Administration ausgeht, ist unklar.

Straßenszene in Damaskus | Bildquelle: AP
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Damaskus in Alarmbereitschaft. Beobachtern zufolge hat der Verkehr in der syrischen Hauptstadt zuletzt abgenommen.

Doch Trumps Ankündigung eines Angriffs auf Syrien ist weiter in der Welt - trotz seines vorsichtigen Zurückruderns am Donnerstag. Entsprechend alarmiert sind die Menschen in dem Bürgerkriegsland. Aus regierungsnahen Kreisen hieß es, zahlreiche staatliche und militärische Einrichtungen in der Hauptstadt Damaskus seien in Alarmbereitschaft versetzt worden. In vielen Behörden sei die Zahl der anwesenden Mitarbeiter verringert worden. Ein dpa-Reporter meldet, in den vergangenen Tagen habe der Verkehr auf den Straßen der Hauptstadt deutlich abgenommen. Bereits in den vergangenen Tagen hatten die syrische Streitkräfte begonnen, sich von Stützpunkten zurückzuziehen.

Gegenseitige Beschuldigungen

Hintergrund der - bisher - diplomatischen Eskalation war der mutmaßliche Chemiewaffenangriff auf die Stadt Duma. Noch suchen die USA nach endgültigen Beweisen für den Chemiewaffeneinsatz der syrischen Regierung, wie Mattis erklärte.

Dagegen ist sich Russland sicher, dass der Angriff mithilfe eines ausländischen Geheimdienstes inszeniert wurde. "Wir haben unwiderlegbare Informationen, dass dies eine neuerliche Inszenierung von Geheimdiensten eines Staates war, der sich darum reißt, in der ersten Reihe der russophoben Kampagne zu stehen", sagte Außenminister Lawrow. Russland wirft vor allem den USA immer wieder vor, eine anti-russische Stimmung zu schüren.

Die Bundesregierung macht die syrische Regierung verantwortlich. "Es gibt schwere Indizien, die auch in diesem Fall in Richtung des syrischen Regimes zeigen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Er reagierte damit auf die Frage, ob die Bundesregierung die Beweise kenne, die zuvor der französische Präsident Emmanuel Macron für einen C-Waffen-Einsatz angeführt hatte.

Bei dem Angriff waren am Samstag in Duma Dutzende Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt worden.

Über dieses Thema berichteten am 13. April 2018 die tagesschau um 14:00 Uhr und tagesschau24 um 14:00 Uhr.

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