Donald Trump | Bildquelle: AP

Trump zu Charlottesville "Rassismus ist böse"

Stand: 15.08.2017 02:32 Uhr

Erst blieb er vage, dann folgte Schweigen - nun hat US-Präsident Trump doch noch versucht, klare Worte zu den Ausschreitungen in Charlottesville zu finden und rechte und rassistisch motivierte Gewalt verurteilt. Ob das die Kritiker besänftigt?

Von Marc Hoffmann, ARD-Studio Washington

Der öffentliche Druck war am Ende wohl zu groß: US-Präsident Donald Trump ist im Weißen Haus an die Mikrofone getreten, um die Debatte nach dem Gewaltwochenende von Charlottesville wieder einzufangen. Trump kündigt ein hartes Vorgehen gegen alle Gewalttätigen an. Man werde für Gerechtigkeit sorgen.

Und dann sprach der Präsident das aus, was er am Wochenende noch vermieden hatte:

"Rassismus ist böse. Und diejenigen, die in diesem Namen Gewalt ausüben sind Kriminelle, das sind Verbrecher, dazu gehören der Ku-Klux-Klan, Neonazis, weiße Rechtsextremisten, und andere Gruppen des Hasses, die alle das verabscheuen, was Amerika lieb ist."

In seiner vorbereiteten, kurzen Rede erklärte Trump, solch erschütternder Hass, Fanatismus und Gewalt wie in Charlottesville habe in Amerika keinen Platz.

Trump reagiert auf den Druck und verurteilt Rassismus
tagesthemen 21:35 Uhr, 14.08.2017, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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Hitzige Diskussionen

Offen bleibt, ob sich die viele Kritiker mit diesen Worten zufrieden geben werden. Kritiker wie der Soziologieprofessor Michael Eric Dyson der zuvor auf CNN seinem Ärger Luft gemacht hatte und eine deutliche Klarstellung des Präsidenten verlangte. Ansonsten würde das Problem des heimischen Terrorismus weiter zunehmen.

Es wird hitzig diskutiert. Die Ereignisse von Charlottesville scheinen das Land aufgerüttelt zu haben. US-Justizminister Jeff Session hatte Präsident Trump in Schutz genommen. Mit einem starken Statement habe sich der Präsident bereits am Wochenende klar gegen Hass, Ideologie, Fanatismus und Rassismus ausgesprochen.

Kritik von beiden Lagern

Aus beiden Lagern der Republikaner und Demokraten war allerdings heftige Kritik gekommen. Darunter auch vom demokratischen Gouverneur von Virginia, Terry McAuliffe. Er hatte am Samstag den Notstand ausgerufen, um die Lage in den Griff zu bekommen: "Diese Leute kamen alle bewaffnet. Ich habe noch nie so viele Waffen gesehen. Diese Leute waren besser ausgestattet als meine eigenen Polizisten. Sie hatten Schutzwesten, Helme. Da rannten welche mit halbautomatischen Maschinengewehren durch die Straßen!"

McAuliffe erklärte im Interview mit dem Radiosender NPR, er habe Trump am Wochenende die Lage in Charlottesville erläutert und ihn aufgefordert, sich öffentlich zu äußern, um Schlimmeres zu verhindern.

Charlottesville sucht den Weg in die Normalität

In Charlottesville haben Menschen Blumen niedergelegt. Dort, wo ein 20-Jähriger sein Auto in eine Menge von Gegendemonstranten gesteuert hatte. Der Fahrer handelte offensichtlich mit Absicht und tötete dabei eine Frau. Er sitzt in Untersuchungshaft und soll dem Haftrichter vorgeführt werden.

Marissa Blair war in der Nähe und entkam selbst knapp dem Tod. Ihr Verlobter zog sie noch rechtzeitig von der Straße: "Wir haben friedlich protestiert. Wir waren fröhlich zusammen, mit Menschen, die an die gleiche Sache glaubten und für diese kämpften. Aber wir waren nicht direkt bei den rechten Aktivisten." Marissa kannte das Todesopfer, eine 34-jährige Frau. Sie sei eine gute Freundin gewesen. Marissa kündigt an, jetzt noch lauter gegen Hass und Extremismus anzugehen.

Das Städtchen Charlottesville sucht den Weg zurück in die Normalität. Doch seit dem Wochenende ist es vor allem auch ein Symbol für rechtsextreme Gewalt in den USA.

Trump reagiert: Statement zu Charlottesville
Marc Hoffmann, ARD Washington
14.08.2017 23:33 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 14. August 2017 um 21:35 Uhr.

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