US-Präsident Donald Trump (r.) und sein Sohn Donald Trump Jr. | Bildquelle: REUTERS

Russland-Affäre Trump half Sohn bei Stellungnahme

Stand: 02.08.2017 09:04 Uhr

US-Präsident Trump hat an einer umstrittenen Erklärung seines Sohnes bezüglich eines Treffens mit einer russischen Anwältin mitgewirkt. Seine Sprecherin Sanders bestätigte einen entsprechenden Zeitungsbericht. Die Erklärung selbst sei wahrheitsgemäß gewesen.

Das Weiße Haus hat eingeräumt, dass US-Präsident Donald Trump seinem ältesten Sohn bei einer Stellungnahme zu dem umstrittenen Treffen mit einer russischen Anwältin geholfen hat. Der Präsident habe sich eingebracht, er habe seinem Sohn aber nicht diktiert, was er schreiben solle, sagte Trumps Sprecherin Sarah Sanders.

"Der Präsident hat seine Meinung eingebracht, wie das jeder Vater tun würde, das geschah auf Grundlage der begrenzten Informationen, die er hatte", so Sanders. Die Erklärung von Donald Trump Jr. sei wahrheitsgemäß gewesen, sie habe keine falschen Angaben enthalten, fügte sie hinzu. Damit widersprach Sanders Trumps Anwalt Jay Sekulow. Der hatte vor gut zwei Wochen im US-Fernsehen gesagt, dass "der Präsident nicht am Entwurf des Statements beteiligt" war.

Sarah Huckabee Sanders | Bildquelle: dpa
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Sarah H. Sanders: "Trump hat seine Meinung eingebracht, wie das jeder Vater tun würde."

Die "Washington Post" hatte zuvor berichtet, Trump habe seinem Sohn die Stellungnahme diktiert. Darin spielte Trump Jr. das Treffen mit einer russischen Anwältin im Juni 2016 herunter. Bei dem Gespräch sei es lediglich um ein Adoptionsprogramm für russische Kinder gegangen und dies sei zur damaligen Zeit kein Wahlkampfthema gewesen, hieß es.

Kompromittierendes Material über Clinton versprochen

Unter wachsendem Druck hatte der Präsidentensohn schließlich seinen damaligen E-Mail-Wechsel offengelegt. Daraus geht hervor, dass er dem Treffen zugestimmt hatte, weil ihm kompromittierendes Material über die Konkurrentin seines Vaters, die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, versprochen worden war. In einer E-Mail an ihn ist von einem Versuch der russischen Regierung die Rede, dem älteren Trump zu helfen. Dies gilt als bisher deutlichstes Indiz, dass Mitglieder aus Trumps Wahlkampflager bereit gewesen sein könnten, mit Russland zusammenzuarbeiten.

US-Geheimdienste beschuldigen den Kreml seit längerem, sich gezielt in den Präsidentschaftswahlkampf von 2016 eingemischt zu haben. Ein Sonderermittler und mehrere Kongressausschüsse untersuchen, ob es zwischen Trumps Wahlkampflager und Moskau Absprachen gab.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. August 2017 um 23:32 Uhr.

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