Angela Merkel | Bildquelle: AFP

Reaktionen auf Trump Austausch mit Respekt

Stand: 21.01.2017 13:49 Uhr

Europa müsse nun zusammenhalten, denn Trump meine es ernst: Es sind sorgenvolle Worte, die Vizekanzler Gabriel nach der Amtsübernahme Trumps wählt. Kanzlerin Merkel mahnte einen Umgang mit Respekt an. Es gibt aber auch lobende Worte.

Nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump hat Kanzlerin Angela Merkel einen Umgang mit Respekt auf der Basis gemeinsamer Werte angemahnt. "Das transatlantische Verhältnis wird nicht weniger wichtig in den nächsten Jahren als es in der Vergangenheit war. Dafür werde ich arbeiten", sagte Merkel. Trump habe in seiner Antrittsrede noch einmal seine Überzeugungen deutlich gemacht, sagte Merkel. Nun werde es allen am besten gehen, wenn es ein gemeinsames Agieren auf der Basis gemeinsamer Werte gebe. Das gelte für die internationale Wirtschaftsordnung und den Handel ebenso wie die Verteidigung. Selbst bei unterschiedlichen Meinungen seien Kompromisse immer dann am besten zu finden, wenn man "im Respekt miteinander sich austauscht", sagte Merkel.

Vizekanzler Sigmar Gabriel hat sich unmittelbar nach der Amtseinführung mahnend an die Amerikaner gewandt. "Liebe USA, stay the land of the free and the home of the brave", twitterte der SPD-Chef in Anspielung auf die US-Nationalhymne. Übersetzt heißt das: "Liebe USA, bleib' das Land der Freiheit und die Heimat der Mutigen."

Im ZDF-Interview sagte er anschließend, die Wahl Trumps sei das Ergebnis einer "schlimmen Radikalisierung". Man müsse den Mann ernst nehmen. "Das waren heute hoch nationalistische Töne". An die Adresse Deutschlands und der EU sagte der Vize-Kanzler: "Wir dürfen weder unterwürfig sein noch Angst haben." Deutschland sei ein starkes Land, Europa ein starker Kontinent. Die Lehre für Europa sei, dass man mehr zusammenhalten müsse. "Wir müssen als Europäer zusammenstehen, und wir müssen auch beinhart unsere Interessen definieren und vertreten."

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen reagierte enttäuscht auf die Trump-Rede. "Dieses war eine Rede, die das Land weiter und tiefer spalten wird", sagte Röttgen der "Rheinischen Post". Es sei eine "Ankündigung der Trump-Restauration" gewesen, eine Verurteilung der bisherigen Politik und des Establishments". Trump spreche vom Rückzug Amerikas von internationaler Verantwortung und Solidarität. Seine Rede beinhalte die "offene Verkündung von Egoismus als Prinzip amerikanischer Außenpolitik".

Ina Ruck, ARD Washington, zum Amtsantritt von Donald Trump
tagesschau 20:00 Uhr, 20.01.2017

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AfD sieht sich als "natürliche Verbündete"

Zuspruch erhielt Trump von der AfD: Sie schickte ein Glückwunschtelegramm nach Washington, in dem sie "mit großer Freude" zur Amtsübernahme gratuliert. Hoffnungsvoll verfolge man Trumps außenpolitische Positionen, "weil sie sich wohltuend vom Kurs der vergangenen Jahrzehnte unterscheiden". Die AfD sehe sich "als natürliche Verbündete" an Trumps Seite.

Sehr genau wurde Trumps Rede in Mexiko verfolgt. Der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto twitterte danach: "Wir werden einen respektvollen Dialog aufbauen mit der Regierung des Präsidenten Donald Trump, von dem Mexiko profitiert."

Enrique Peña Nieto @EPN
Estableceremos un diálogo respetuoso con el gobierno del Presidente @realDonaldTrump, en beneficio de México.

Der konservative Oppositionspolitiker Ricardo Anaya Cortés schlug jedoch wesentlich härtere Töne an. Er rief alle Mexikaner zur "Einheit angesichts der protektionistischen und demagogischen Rede" und zur "Einheit gegen diese nutzlose Mauer, gegen Deportationen und die Blockierung von Investitionen" auf.

Trump hatte wiederholt angekündigt, entlang der Grenze eine Mauer gegen illegale Migranten zu bauen und Waren aus Mexiko mit Grenzzöllen zu belegen. Das würde den Nachbarn hart treffen: Die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner.

Auf Sorgen anderer Art spielte Japans Premierminister Shinzo Abe in seiner Botschaft an Washington an: "Im 21. Jahrhundert ist die Region Asien-Pazifik die Quelle des weltweiten wirtschaftlichen Wachstums, aber die Sicherheitslage in der Region verschlechtert sich gleichzeitig." Japan fühlt sich von China bedroht und ist seit dem Zweiten Weltkrieg militärisch von seiner Schutzmacht USA abhängig.

Gratulationen aus der Ukraine und Taiwan

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko gratulierte Trump: "Viel Erfolg beim noblen Ziel, die freie Welt anzuführen", twitterte der Staatschef. Er hoffe auf eine "effektive Zusammenarbeit" mit der neuen US-Regierung.

Glückwünsche kamen auch aus Taiwan: "Demokratie ist das, was Taiwan und die USA verbindet", twittert Präsidentin Tsai Ing-Wen wenige Minuten, nachdem Trump den Amtseid abgelegt hatte. Sie freue sich darauf, die Freundschaft und die Partnerschaft mit den USA voranzubringen. Trump hatte die chinesische Führung auf den Plan gerufen, nachdem er kurz nach seiner Wahl direkt mit Wen telefoniert hatte: für China ein klarer Tabubruch.

Putin bereitet sich auf Gespräch vor

Aus dem Kreml in Moskau hieß es, Russlands Präsident Wladimir Putin sei grundsätzlich zu einem Treffen mit Trump bereit. Dieses werde nicht in den kommenden Wochen sein, da die Vorbereitungen einige Zeit in Anspruch nehmen würden.

Die NATO, dessen Existenz Trump in Frage gestellt hatte, äußerte ihre Hoffnung auf gute Zusammenarbeit mit dem neuen US-Präsidenten. Das Verteidigungsbündnis sei "die erfolgreichste Allianz der Geschichte" und die Vereinigten Staaten profitierten davon genauso wie Europa, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg.

Papst Franziskus forderte Donald Trump auf, sich auch um die Armen zu kümmern. Er bete dafür, dass Trump sein Amt mit "Weisheit und Stärke" ausführen werde.

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Amtseinführung von Donald Trump

Donald Trump legt Amtseid ab

Der Republikaner Donald Trump ist der 45. Präsident der USA. In der traditionellen Zeremonie vor dem Kapitol in Washington legte er im Kreis seiner Familie den Amtseid ab. Die zwei Bibeln hielt seine Frau Melania. | Bildquelle: AP

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Januar 2017 um 20:00 Uhr.

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