Putin und Trump in Helsinki | Bildquelle: AP

Weißes Haus Trump will Putin im Herbst erneut treffen

Stand: 20.07.2018 00:29 Uhr

US-Präsident Trump will Kremlchef Putin zu einem Treffen in Washington zwischen September und Dezember einladen. Über die Inhalte der Gespräche in Helsinki gibt es hingegen weiterhin kontroverse Debatten.

Noch im Herbst könnte es zu einem weiteren Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin kommen. Das Weiße Haus bestätigte, dass Gespräche über ein Treffen in diesem Jahr in Washington "im Gange" seien. Trumps Sprecherin Sarah Sanders ergänzte, der Präsident habe seinen Nationalen Sicherheitsberater, John Bolton, instruiert, Putin zwischen September und Dezember einzuladen.

Wenige Stunden zuvor hatte Trump bereits angekündigt, dass er sich auf einen zweiten Gipfel mit Putin freue. Dabei solle mit der Umsetzung einiger der "vielen bereits besprochenen Dinge" begonnen werden. Trumps Tweet hatte die bereits heftige Debatte über die Ergebnisse des ersten bilateralen Treffens weiter angeheizt. Die Begegnung sei ein großer Erfolg gewesen. Es seien die "Fake News Media", die die Ergebnisse schlecht redeten, schrieb Trump.

Einen ähnlichen Ton schlug Putin an. "Bestimmte Kräfte in den USA" versuchten, die Ergebnisse kleinzureden und zu leugnen, behauptete der Präsident in einer Rede vor dem diplomatischen Corps in Moskau. Er habe in Helsinki viele wichtige Dinge angesprochen. Aber "natürlich wäre es naiv zu glauben, alle Probleme in wenigen Stunden lösen zu können, die sich über die Jahre angesammelt haben", sagte er.

Zu nachgiebig gegenüber Putin?

Trump wurde zuvor vorgeworfen, zu nachgiebig gegenüber Putin gewesen zu sein. Er widersprach sich mehrfach. So sagte Trump in Gegenwart Putins, er sehe keinen Grund, weshalb Russland Wahlen in den USA beeinflussen sollte und erklärte einen Tag später, er habe eigentlich das Gegenteil sagen wollen. Einen weiteren Tag später verneinte er die Frage, ob Russland die USA weiter im Visier habe, ließ dann aber über eine Sprecherin mitteilen, seine eigentliche Auffassung sei das genaue Gegenteil.

Die republikanische Senatorin Susan Collins fasste das Hin-und-Her mit den Worte zusammen: "Das ist ein Rückzug vom Rückzug vom Rückzug vom Rückzug. Das ist schwindelerregend." Der republikanische Senator Lindsey Graham sagte, Trump müsse begreifen, dass er Putin falsch eingeschätzt habe. "Ich denke nicht, dass er so vorbereitet war, wie er es hätte sein sollen", sagte Graham.

Der Chef der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, sprach sich klar gegen ein weiteres Treffen zwischen Trump und Putin aus: "Bis wir wissen, was in dem zweistündigen Gespräch in Helsinki besprochen wurde", solle es kein weiteres Treffen nur zwischen den beiden Staatschefs geben.

US-Präsident Trump und der russische Präsident Putin | Bildquelle: AFP
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US-Präsident Trump und der russische Präsident Putin: Das nächste Treffen im Herbst?

"Das wird speziell werden"

Überrumpelt von den Plänen für ein nächstes Treffen wurde der US-Geheimdienstkoordinater Dan Coats, der an einer Sicherheitskonferenz in Aspen teilnahm. Als die Moderatorin ihn über die Ankündigung aus Washington informierte, antwortete er: "Sagen Sie das noch einmal", um dann hinzuzufügen: "Ok, das wird speziell werden." Coats hatte in diesem Zusammenhang kritisiert, dass noch niemand - auch er selbst nicht - wisse, was beim Treffen in Helsinki besprochen worden sei.

Gegenseitige Vernehmungen

Auch im Hinblick auf eine gegenseitige Vernehmung Verdächtiger machte Trump einen Rückzieher. Putin hatte Trump in Helsinki vorgeschlagen, dass US-Ermittler in Russland Russen befragen dürften, die an Hackerangriffen während des Präsidentschaftswahlkampfs von 2016 beteiligt gewesen sein sollen. Voraussetzung: Sie dürften dies, wenn russische Ermittler im Gegenzug Amerikaner befragen dürften.

Trump hatte das Angebot zunächst als "unglaublich" bezeichnet. Dann sagte seine Sprecherin, Trump sei nicht mit Putins Vorschlag einverstanden. Der Rückzieher kam kurz bevor der Senat sich mit überwältigender Mehrheit in einer Resolution dagegen aussprach, dass Vertreter Russlands den ehemaligen US-Botschafter Michael McFaul oder andere Staatsbedienstete befragen dürfen.

Trump lädt Putin nach Washington ein - und was sonst noch geschah
Katrin Brand, ARD Washington
20.07.2018 08:15 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Juli 2018 um 04:58 Uhr.

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