US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: AFP

US-Kritik an Helsinki-Treffen "Trumps schlimmster Fehler"

Stand: 17.07.2018 18:33 Uhr

Auch einen Tag nach dem Treffen mit Kremlchef Putin schlägt US-Präsident Trump massive Kritik aus den eigenen Reihen entgegen. Demokraten träumen bereits von einem parteiübergreifenden Bündnis gegen Trump.

Von Julia Kastein, ARD-Studio Washington

Falls US-Präsident Donald Trump die Reaktionen auf seinen Auftritt in Helsinki verpasst haben sollte, könnte ihm nach seiner Rückkehr ein kurzes Zappen durch die Morgenprogramme der US-Sender eines klar gemacht haben: Die Kritik ist massiv und zwar auch aus den Reihen seiner eigenen Partei.

Kritik an Trump von eigenen Gefolgsleuten: "beschämend und schändlich"
tagesschau 20:00 Uhr, 17.07.2018, Claudia Buckenmaier, ARD Washington

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Nur einer schlägt sich auf Trumps Seite

Nur ein einziger republikanischer Senator, Rand Paul aus Kentucky, verteidigte Trump bei CNN. "Ich glaube, dass es eine gute Idee ist, mit unseren Feinden zu reden", sagte er. "Selbst auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, während der Kuba-Krise, war es eine gute Idee, dass Kennedy eine direkte Telefonverbindung zu Chruschtschow hatte."

Viele Probleme, so der Senator, von atomarer Abrüstung über Syrien und den Iran bis zur Ukraine, seien nur mit Russland zu lösen. Und die beiden Länder arbeiteten schon jetzt gut bei der Terrorabwehr zusammen. All das wollten Trumps Kritiker einfach nicht sehen.

"Das ist die typische Geistesstörung der Trump-Kritiker", sagt Paul. "Sie hassen ihn so sehr, das sie völlig übersehen, dass das auch Präsident Obama zu Beginn seiner Amtszeit hätte sein können, der einen Neubeginn der Beziehungen mit Russland versucht. All das wollen sie einfach nicht sehen."

Der republikanische Senator Rand Paul | Bildquelle: AFP
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Der republikanische Senator Rand Paul war einer der wenigen, die Trump verteidigten.

"Ein richtig schlechter Tag"

Doch mit dieser Trump-Verteidigung steht Senator Paul bislang allein. Wenn Paul der einzige Verteidiger sei, habe man ein Problem, so der spöttische Kommentar seines Parteifreundes Adam Kinzinger, Abgeordneter aus Illinois. Wie vielen Republikanern stößt Kinzinger sauer auf, dass Trump Putin nicht klarer in die Schranken gewiesen, sondern stattdessen die USA mit Russland moralisch auf eine Stufe gestellt habe.

Mit einem Land, das absichtlich Krankenhäuser bombardiere, Menschen mit biologischen Waffen vergifte und unschuldige Zivilisten umbringe, seien die USA nicht gleichwertig, schimpft Kinzinger. "Deshalb war das ein richtig schlechter Tag gestern für den Präsidenten."

Er möge Trump und viele seiner politischen Ansätze, sagt Kinzinger. "Ich bin Republikaner. Aber es ist an uns, klar zu benennen, wenn so was wie gestern passiert. Und ich hoffe sehr, dass Trump heute einiges klarstellt. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Pro-Russland-Haltung wirklich von Herzen kommt."

Der ehemalige Sprecher des US-Repräsentantenhauses Newt Gingrich | Bildquelle: AFP
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Der ehemalige Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, fordert von Trump eine Klarstellung.

Korrigiert Trump seinen "Fehler"?

Selbst republikanische Hardliner wie Newt Gingrich, ehemaliger Sprecher des Repräsentantenhauses, stimmte in den Chor der Kritiker ein: Dass Trump sich nicht klar auf die Seite der eigenen Geheimdienste gestellt habe, sei der schlimmste Fehler seiner Präsidentschaft gewesen - den er umgehend korrigieren müsse.

Ob Trump dazu allerdings bereit ist, ist fraglich. Bislang äußerte er sich nur in einem kurzen Tweet, in dem er seinen Verteidiger Rand Paul dankte. Der habe es kapiert.

Gemeinsame Allianz gegen Trump?

Viele Demokraten hoffen derweil, aus dem Ärger der Republikaner politisches Kapital zu schlagen. Mark Warner, demokratischer Senator in Virginia, meinte, der Gipfel könnte einer der entscheidenden Momente in Trumps Präsidentschaft gewesen sein. "So eine erbärmliche Vorstellung, so eine entwürdigende Bemühung, peinlich für alle Amerikaner und all unsere Freunde in der Welt."

Warner und andere Demokraten forderten die Republikaner deshalb zum gemeinsamen Handeln auf. So müsse man den Partnern bei der NATO und in Europa gemeinsam versichern, dass nicht sie, sondern Russland der Feind seien. Doch ob es im Kongress tatsächlich zu einer gemeinsamen Allianz gegen Trump kommt, ist mehr als fraglich.

Wie der republikanische Hinterbänkler Will Hurd schon fast resigniert erklärte: Natürlich könne man eine Resolution verabschieden. "Aber wird das irgendetwas ändern?"

Trump massiv unter Druck nach Putin-Treffen
Julia Kastein, ARD Washington
17.07.2018 17:44 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Juli 2018 um 18:15 Uhr.

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