Demonstranten vor dem Weißen Haus in Washington | Bildquelle: AP

"Marsch für das Klima" Proteste gegen Trumps Umweltpolitik

Stand: 30.04.2017 04:26 Uhr

Mehrere zehntausend Menschen haben am 100. Amtstag von US-Präsident Trump in zahlreichen Städten der USA gegen die Energiepolitik der Regierung und für mehr Klimaschutz protestiert. Auch Prominente beteiligten sich daran.

Zehntausende Menschen haben in den USA gegen die Umweltpolitik von US-Präsident Donald Trump und für mehr Klimaschutz protestiert. Bei der Hauptveranstaltung in Washington marschierten Menschen aller Altersgruppen bei strahlendem Sonnenschein mit einem "Marsch für das Klima" vom Kapitol zum Weißen Haus. Unter den Demonstranten war auch der frühere US-Vizepräsident Al Gore sowie Hollywoodstar Leonardo DiCaprio, der inmitten einer Gruppe Ureinwohner marschierte und ein Banner mit der Aufschrift "Der Klimawandel ist real" trug.

Hollywoodstar Leonardo DiCaprio demonstriert mit amerikanischen Ureinwohnern in Washington | Bildquelle: AFP
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Arm in Arm für eine andere Klima-Politik: Hollywoodstar Leonardo DiCaprio neben amerikanischen Ureinwohnern.

Kritik an Rückzugsplänen aus dem Klimaschutz

Die Demonstranten kritisierten vor allem die Ankündigung Trumps, das Pariser Klimaschutzabkommen aufzukündigen. Viele Spruchbänder setzten sich mit Humor mit Trump auseinander. So wurde auf die Umweltbilanz von Trumps häufigen Wochenendtrips in seine Residenz Mar-a-Lago in Florida verwiesen - und darauf, dass der durch den Klimawandel verursachte Anstieg des Meeresspiegels das Luxusanwesen am Atlantik bedrohe.

Im US-Staat Vermont sagte Senator Bernie Sanders, die Demonstrationen seien ein Teil des Kampfes für die Zukunft des Planeten. In Chicago marschierten Protestierende bei strömendem Regen auf den dortigen Trump Tower zu. In Denver fiel Schnee, als mehrere Hundert Demonstranten mit einem riesigen Thermometer für Fotos posierten. Weitere Proteste gab es in Seattle, Boston und San Francisco - insgesamt waren am 100. Tag der Präsidentschaft von Donald Trump laut Organisatoren 300 Protestmärsche im ganzen Land vorgesehen.

Öl- und Gasbohrungen vor den US-Küsten

Ende März hatte Trump ein Dekret unterzeichnet, mit dem mehrere zentrale Klimaschutzbestimmungen seines Vorgängers Barack Obama aufgeweicht oder abgeschafft werden. Sein Haushaltsentwurf sieht darüber hinaus massive Kürzungen bei der Umweltschutzbehörde EPA und der Klimaforschungsbehörde NOAA vor. Trump will außerdem prüfen, ob in bislang gesperrten Gebieten vor den Küsten der USA nach Öl und Gas gebohrt werden kann.

Das globale Klimaschutzabkommen war Ende 2015 bei einer UN-Konferenz in Paris beschlossen worden. Es gilt als Meilenstein im Kampf gegen den Klimawandel und sieht vor, die Erderwärmung auf ein beherrschbares Maß von "deutlich unter zwei Grad" im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen - möglichst sogar auf unter 1,5 Grad.

Trump: Bald Entscheidung zum Abkommen

Die USA hatten das Abkommen unter Trumps Vorgänger Barack Obama im September vergangenen Jahres ratifiziert. Im November trat es in Kraft. Ein Ausscheren eines Vertragsstaates dürfte sich daher schwierig gestalten. Trump hatte während des Wahlkampfs den Ausstieg der USA aus dem Vertrag angekündigt.

Die US-Regierung hatte im März angekündigt, dass sie ihre Haltung zu dem Klimaschutzabkommen bis Ende Mai festlegt. Bei einer Großkundgebung in Harrisburg sagte Trump am Sonnabend, in den nächsten zwei Wochen darüber eine Entscheidung zu fällen. 13 umsatzstarke Unternehmen, darunter mehrere US-Konzerne wie Walmart und Microsoft, forderten Trump diese Woche indes zum Verbleib im Pariser Klimaschutzabkommen auf.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. April 2017 um 04:24 Uhr.

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