Pipeline-Depot in North Dakota | Bildquelle: REUTERS

Keystone-XL-Pipeline Volles Rohr

Stand: 25.01.2017 09:25 Uhr

Ein Ja zur Pipeline, die Rohöl von Kanada nach Texas bringen soll: Die Entscheidung von US-Präsident Trump entzückt die kanadische Regierung und entsetzt Umweltschützer. Im Nordwesten des Landes hofft man nun auf viele Jobs.

Von Kai Clement, ARD-Studio New York

Gruppenfoto mit Premierminister. Bei der ersten Pressekonferenz von Justin Trudeau nach dem Amtsantritt Donald Trumps dient das ganze Kabinett als Kulisse. Zwei Tage lang hatte es sich in Klausur zurückgezogen. Hauptthema des - natürlich - sehr positiven Treffens: der neue US-Präsident und die Folgen für Kanada.

Der hatte zeitgleich zur kanadischen Kabinettstagung gleich zwei Erlasse unterzeichnet, die das Nachbarland betreffen. Der eine bestimmte den Ausstieg aus dem Transpazifischen Freihandelsabkommen TPP, zu dem auch Kanada gehört hätte. Der andere die Wiederbelebung des Pipeline-Projekts namens Keystone XL von Albertas Teersand-Fördergebieten bis nach Texas.

Man wolle doch mal sehen, ob man die Pipeline nicht doch noch hinbekomme, so der neue US-Präsident im Weißen Haus. Er verspricht 28.000 Stellen, vor allem beim Bau der Pipeline.

Raffinerie zur Verarbeitung von Teersand in Fort McMurray (Alberta, Kanada)
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Umweltschützer laufen Sturm gegen die Verarbeitung von Teersand. Aber in Kanada hängen daran viele Jobs.

Jobs für Alberta

Trudeau freute sich mit Trump - schließlich sei bekannt, dass er das Projekt seit Jahren unterstütze, so der Premierminister. Denn: "Es bedeutet Wirtschaftswachstum und Jobs für die Menschen in Alberta."

Umweltschützer kritisieren die Teersandförderung allerdings als sehr energieaufwändig und deshalb zu CO2-intensiv. Sie nennen das so gewonnene Öl das dreckigste der Welt. Außerdem fürchten sie Lecks auf der fast 2000 Kilometer langen Strecke.

Deshalb, so der kanadische Sender CBC, habe man den Plan eigentlich schon tot geglaubt. Schließlich hatte Präsident Barack Obama die Pipeline aus Klimaschutzgründen verworfen.

Proteste gegen Keystone-XL-Pipeline in Seattle | Bildquelle: AP
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Auch in den USA gingen Menschen gegen den Trump-Beschluss auf die Straße.

Premier macht Gegenrechnung auf

Trudeau, Unterzeichner des Pariser Klimaschutzabkommens, will die Bedenken nicht gelten lassen. Sein Land erhebe einen "nationalen Preis auf Kohlendioxid-Verschmutzung" und habe den "Pan-Kanadischen-Rahmenplan" vorgestellt, der Treibhausgase reduzieren und dem Pariser Abkommen gerecht werden solle. Und überhaupt könne man "künftig nur die Wirtschaft stärken, indem man auch die Umwelt schützt".

In seinem Kabinett hebt man hervor, dass der Bau der Pipeline in Kanada bis zu 4500 Jobs schaffen werde, ein Segen sei das für die kanadische Wirtschaft und eine Vertiefung der kanadisch-amerikanischen Beziehungen im Energiesektor.

Weniger Begeisterung ruft dagegen der US-amerikanische Abschied aus Freihandelsabkommen wie NAFTA und TPP hervor. Schließlich sind die USA für Kanada der mit Abstand wichtigste Handelspartner. Der Handel schaffe bis zu 50 Prozent besser bezahlte Jobs, erklärt Trudeau. Und wird fast schon militärisch: Man arbeite an mehreren "Handelsfronten" gleichzeitig. Gemeint damit: das CETA- Abkommen mit Europa und Gespräche mit China.

Trump will Fakten schaffen
ARD-Morgenmagazin, 25.01.2017, Sandra Ratzow, ARD Washington

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Kein schlechtes Wort mehr

Ob er sich den Transpazifischen Freihandelsraum auch ohne die USA vorstellen könne oder stattdessen vielleicht mit China im Kreis der derzeit zwölf Partner - darauf gab Trudeau keine Antwort. Auch keine Antwort darauf, wie denn die Politik Trumps - Stichworte: Mauerbau an der Grenze zu Mexiko, Bann für Muslime und so weiter - mit kanadischen Werten vereinbar seien.

Die nächste knappe Frage an den kanadischen Premier: Donald Trump - ein Frauenhasser. Der selbst erklärte Feminist windet sich diplomatisch. Er freue sich, "eine konstruktive Arbeitsbeziehung" mit der neuen Regierung zu haben. "Es ist nicht die Aufgabe des kanadischen Premiers eine Meinung zum amerikanischen Wahlprozess zu haben."

Öllache nach Leck in Pipeline in den USA | Bildquelle: AP
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Wegen solcher Umweltschäden hatte Obama das Pipeline-Projekt gestoppt.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 25. Januar 2017 um 05:43 Uhr.

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