Ein Pumpwerk von TransCanada in Nebraska.

Neue Anordnungen Trump lässt zwei Pipeline-Projekte fortsetzen

Stand: 24.01.2017 19:57 Uhr

US-Präsident Trump setzt die radikale Abkehr von der Politik seines Vorgängers Obama fort: Er will zwei umstrittene Pipeline-Projekte wieder aufnehmen, die Obama gestoppt hatte. Dies entspricht Trumps Vorhaben, fossile Energieträger zu fördern.

US-Präsident Donald Trump will zwei umstrittene Pipeline-Projekte wieder aufnehmen, die sein Vorgänger Barack Obama gestoppt hatte. Trump unterzeichnete entsprechende Anordnungen.

Bei einem der beiden Projekte geht es um die Erweiterung der 2010 in Betrieb genommenen Keystone Pipeline, die von Kanadas Öl-Hochburg Calgary in die USA führt. Derzeit erreicht die Pipeline den US-Staat Illinois. Die erweiterte Leitung soll dann gemeinsam mit anderen Verbindungen täglich bis zu 830.000 Barrel (je 159 Liter) aus Teersand gewonnenes Öl durch die USA bis zur Küste des Golfes von Mexiko in Texas pumpen. Ein Teil im Süden existiert bereits.

Trump will Fakten schaffen
ARD-Morgenmagazin, 25.01.2017, Sandra Ratzow, ARD Washington

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Ölimport-Anstieg nachteilig für Außenhandelsbilanz

Eine Umweltverträglichkeitsprüfung unter dem bisherigen US-Außenminister John Kerry war aber zu dem Schluss gekommen, dass das Projekt nicht im US-Interesse ist. Das Öl aus kanadischen Sanden setzt um fast 20 Prozent mehr CO2 frei als anders gewonnenes Rohöl. Zahlreiche Umweltschützer hatten gegen den Bau protestiert.

Menschen demonstrieren mit Plakaten gegen Keystone XL
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Gegen den Pipeline-Bau haate es zahlreiche Proteste gegeben.

Hinzu kommt, dass die USA durch neue Fördertechnologien inzwischen selbst enorme Mengen an Öl und Gas erschließen können. Bereits zwischen 2020 und 2030 wird einer Studie der Internationalen Energieagentur zufolge die Menge der Ausfuhren die der Einfuhren decken. Das US-Energieministerium sieht diese Entwicklung ähnlich. Massenhafte Importe aus Nachbarländern wie Kanada oder Mexiko sind schlecht für die Außenhandelsbilanz der USA, deren Ungleichgewicht auch Trump beklagt.

Pipeline in North Dakota

Die zweite Pipeline verläuft durch North Dakota und soll Öl von den Tausenden Frackingbohrstellen in den Staat Illinois transportieren. Die geplante Route führt an einem Indianerreservat entlang. Nach erbitterten Protesten von Ureinwohnern und Umweltschützern verhängte das Ingenieurskorps der US-Armee Anfang Dezember einen vorläufigen Baustopp und ordnete die Prüfung von Alternativen zum bisherigen Leitungsverlauf an.

Als Unternehmer hatte Trump in die Pipeline-Betreiberfirma ETP.N und eine Holding (Phillips 66) investiert. Er hatte bereits angekündigt, die Nutzung fossiler Energieträger vorantreiben zu wollen. Obama hatte auf Erneuerbare Energien gesetzt und wollte damit neue Erlösquellen für die US-Wirtschaft erschließen.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 25. Januar 2017 um 05:42 Uhr.

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