US-Präsident Donald Trump bei seiner Rede in Phoenix, Arizona | Bildquelle: dpa

Trump zu Charlottesville "Meine Rede war perfekt"

Stand: 23.08.2017 08:46 Uhr

US-Präsident Trump bleibt seiner harten Linie gegenüber den Medien treu. Die Kritik gegen seine Äußerungen über die Ausschreitungen in Charlottesville könne er nicht nachvollziehen. Seine Worte seien falsch dargestellt worden, sagte er auf einer Kundgebung in Phoenix.

Für die Kritik an seinen umstrittenen Äußerungen nach den Ausschreitungen in Charlottesville hat sich US-Präsident Donald Trump einmal mehr unzugänglich gezeigt. Bei einer Kundgebung vor Anhängern in Phoenix im US-Staat Arizona verteidigt er seine Worte und machte die Medien für die darauffolgende Kritik verantwortlich. Die "sehr unehrlichen Medien" hätten seine Aussagen über die Zusammenstöße zwischen Rassisten und Gegendemonstranten, bei denen eine Frau ums Leben kam, falsch dargestellt, sagte Trump.

Trump las dazu erneut seine drei Erklärungen vor und betonte, er habe Rassismus und Neonazis verurteilt. Was in Charlottesville passiert sei, habe die USA im Kern getroffen, so Trump.

US-Präsident Trumpt verteidigt Äußerungen zu Charlottsville
tagesschau24 10:00 Uhr, 23.08.2017, Verena Bünten, ARD Washington

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Erneute Kritik an den Medien

Die gesamte Zuschauerschaft im Phoenix Convention Center stehe gemeinsam für eine entschiedene Verurteilung von Hass und Gewalt, sagte der US-Präsident. Medien hätten seine Aussagen im Anschluss an den Vorfall nicht korrekt dargestellt. Seine Rede sei "perfekt" gewesen, so Trump. Er deutete direkt auf die anwesenden Kamerateams und Journalisten und erklärte, diese hätten seine Worte nicht alle, sondern nur Teile wiedergegeben.

Der US-Präsident war vonseiten der Republikaner und Demokraten massiv kritisiert worden, nachdem er sagte, die Gewalt in Charlottesville sei von beiden Seiten ausgegangen.

Trumps Äußerungen, die alles auslösten

US-Präsident Trump hatte seine umstrittenen Äußerungen zum Neonazi-Aufmarsch in Charlottesville später zwar relativiert, steht jedoch nach wie vor heftig in der Kritik. Trump hatte eine klare Schuldzuweisung an die Rechtsextremen vermieden und stattdessen "die Gewalt auf vielen Seiten" verurteilt. Die Worte "Rechtsextremisten", "Rassisten" oder "Neonazis" nahm Trump nicht in den Mund.
Zwei Tage später verurteilte der US-Präsident die Gewalt rechtsextremer Gruppen schließlich als "abstoßend" - kehrte aber einen Tag später zu seinen vorherigen Rhetorik zurück, mit der er das Verhalten der Rechtsextremisten und der Gegendemonstranten auf eine Stufe stellte.

Zusammenstößen zwischen Gegnern und Unterstützern

Bereits vor der Kundgebung im Wahlkampfstil gab es in Phoenix kleinere Zusammenstöße zwischen Gegnern und Unterstützern des US-Präsidenten. Vor dem Veranstaltungsort kam es zu Wortgefechten zwischen beiden Seiten.

Der Bürgermeister von Phoenix, Greg Stanton, hatte Trump zuvor gebeten, die Kundgebung zu verschieben, um mehr Zeit nach den Vorfällen in Charlottesville verstreichen zu lassen. Kurzzeitig wurde Trumps Rede in der Halle von Zwischenrufen von Demonstranten unterbrochen.

Polizei setzt bei Ausschreitungen in Phoenix, Arizona, Tränengas gegen Demonstranten ein. | Bildquelle: dpa
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Die Polizei setzt Tränengas ein. Bereits vor der Kundgebung war es zu Zusammenstößen zwischen Trumps Gegnern und Unterstützern gekommen.

"Baut die Mauer"

In seiner Rede wiederholte Trump sein Versprechen, eine Grenzmauer zu Mexiko zu bauen. Der US-Staat Arizona verfügt über eine direkte Grenze zu dem Nachbarland. Trumps Aussagen wurden in der Veranstaltungshalle mit "Baut die Mauer"-Rufen unterstützt.

Der US-Präsident drohte, einen sogenannten Shutdown der Regierung zu riskieren, sollte der Senat nicht die Finanzierung der versprochenen Mauer durchwinken. Den entsprechenden Geldern war bereits vom US-Abgeordnetenhaus zugestimmt worden, allerdings in einem Maßnahmenpaket mit anderen populären Finanzierungsplänen wie beispielsweise mehr Geld für Veteranen. Trump warf den Demokraten vor, die Sicherheit des Land aufs Spiel zu setzen, wenn sie der Vorlage nicht zustimmten.

Über dieses Thema berichteten am 23. August 2017 Inforadio um 06:04 und 06:24 Uhr, die tagesschau um 09:00 Uhr und NDR Info um 09:15 Uhr in den Nachrichten.

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