Ein Mann läuft an einer Wand vorbei, auf der ein Graffiti den Papst und US-Präsident Trump zeigt, wie sie sich küssen. | Bildquelle: dpa

Trump zu Gast beim Papst Der Mauerbauer trifft den Brückenbauer

Stand: 24.05.2017 07:20 Uhr

Es gab von Anfang an Reibungspunkte zwischen dem US-Präsidenten und dem Papst: Noch im US-Wahlkampf wurde klar, dass sich da völlig unterschiedliche Anschauungen gegenüberstehen. Nach den rauen Tönen treffen Trump und Franziskus nun persönlich aufeinander.

Von Nikolaus Nützel, ARD-Studio Rom

Es ist gut 15 Monate her, dass Papst Franziskus über den damals noch Präsidentschaftskandidaten Donald Trump Worte sagte, die bis heute nachhallen. Im Februar 2016, als Trump noch am Anfang seines Wahlkampfs stand, wurde der Papst von Journalisten gefragt, was er von dessen Plänen halte, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer zu errichten. Die Meinung des Argentiniers über den Plan, die USA gegenüber Lateinamerika abzuschotten, war eindeutig: "Wer nur daran denkt, Mauern zu bauen, und nicht Brücken, ist kein Christ."

Trump antwortete nicht weniger deutlich und erklärte, es sei schändlich, wenn ein geistliches Oberhaupt den Glauben eines anderen in Frage stelle. Und der Republikaner machte damals deutlich, dass seiner Ansicht nach die Regierung des streng katholischen Mexiko den lateinamerikanischen Papst wie eine Spielfigur für ihre Sache eingespannt habe - wofür sich Mexiko schämen sollte.

Franziskus: Erst reden, dann ein Urteil bilden

Inzwischen haben sich die Wogen geglättet. Zum Amtsantritt des neuen US-Präsidenten im Januar hatte Papst Franziskus in einer offiziellen Botschaft herzliche und gute Wünsche übermittelt. Er hatte Trump aber auch geschrieben, die Vereinigten Staaten würden unter seiner Führung vor allem an ihrer Sorge um die Armen und Ausgestoßenen gemessen.

Und vor Kurzem hat Franziskus klar gemacht, dass er zwar immer offen für Gespräche sei, bei diesen aber gerne auch seine Meinung sage. "Ich fälle niemals ein Urteil über jemanden, ohne ihn anzuhören. Ich glaube, dass ich das nicht darf", so Franziskus im Mai. Und mit Blick auf ein Zusammentreffen mit Trump sagte das Kirchenoberhaupt: "Im gegenseitigen Gespräch werden die Dinge zutage kommen: Ich werde sagen, was ich denke und er wird sagen, was er denkt. Aber ich wollte mir niemals ein Urteil bilden, ohne die Person zu hören."

Sabrina Fritz, SWR, zu Trumps Besuch beim Papst
24.05.2017

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Aufeinander zugehen - "Schritt für Schritt"

Trump dürfte daran gelegen sein, den Katholiken und Christen auf der ganzen Welt möglichst einträchtige Bilder an der Seite des Papstes zu zeigen. Und für seine Ehefrau Melania ist in Rom ein Besuch einer großen Kinderklinik geplant, die von der katholischen Kirche getragen wird. Papst Franziskus wiederum hat deutlich gemacht, dass er das Treffen mit dem US-Präsident nutzen möchte, um Zugang zu ihm zu finden: "Es gibt immer Türen, die nicht verschlossen sind. Man muss die Türen suchen, die wenigstens etwas offen sind, um einzutreten und über die gemeinsamen Dinge zu sprechen und voranzugehen. Schritt für Schritt."

Der US-Präsident selbst gehört zur evangelischen Gruppe der Presbyterianer. Seit seiner Wahl zum Staatsoberhaupt hat es aber Vermutungen gegeben, dass es in seinem Umfeld Berater gibt, die auf die Ausrichtung der katholischen Kirche Einfluss nehmen wollen. Über Trumps Berater Steve Bannon berichtete etwa die "New York Times", er wolle diejenigen im Vatikan und der gesamten katholischen Kirche stärken, die finden, dass der Papst zu weltoffen ist und sich zu sehr um die Belange von Armen und Flüchtlingen kümmert - und zu wenig um die Bewahrung eines traditionellen katholischen Weltbilds. Als Gastgeber dürfte es aber Papst Franziskus sein, der beim Gespräch mit dem US-Präsidenten die Themen setzt.

Trump bei Papst Franziskus
N. Nützel, BR
24.05.2017 06:31 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 24. Mai 2017 die tagesschau um 04:58 Uhr und inforadio um 07:11 Uhr.

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