US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: AFP

Kürzung von Hilfsgeldern Trump droht Pakistan zu Neujahr

Stand: 01.01.2018 17:35 Uhr

Die Milliardenhilfe der USA an Pakistan in den vergangenen 15 Jahren sei "töricht" gewesen, twitterte US-Präsident Trump. Das Land habe im Gegenzug dafür nur "gelogen und betrogen" - und biete Terroristen Unterschlupf, die die USA jagten.

US-Präsident Donald Trump hat Pakistan wegen mangelnder Hilfe im Kampf gegen den Terror angegriffen und mit einer Kürzung von Hilfszahlungen gedroht. Auf Twitter warf er dem Land vor, "Terroristen" Zuflucht zu gewähren und drohte, US-Hilfen für Islamabad einzustellen.

"Die Vereinigten Staaten haben Pakistan törichterweise mehr als 33 Milliarden US-Dollar an Hilfen im Laufe der vergangenen 15 Jahre gegeben", schrieb der Präsident. Pakistan habe den USA seinerseits "nichts als Lügen und Betrug" geboten und sie für dumm gehalten, kritisierte Trump weiter. "Sie gewähren den Terroristen Zuflucht, die wir in Afghanistan jagen. Das ist vorbei!", drohte er.

Erste Mahnung im Dezember

Es war zunächst unklar, was die Kritik von Trump auslöste. Laut einem Bericht der "New York Times" der vergangenen Woche erwägt Trumps Regierung, dem Land zugesagte Hilfen in Höhe von 255 Millionen Dollar (etwa 213 Millionen Euro) vorzuenthalten, weil die Regierung in Islamabad nicht hart genug gegen Extremisten vorgehe. Bereits im Dezember hatte Trump gedroht, die Zahlung einzustellen.

Seit Trumps Amtsantritt vor etwa einem Jahr haben sich die ohnehin schwierigen Beziehungen zwischen Washington und Islamabad weiter verschlechtert. Auch Trumps Vorgänger Barack Obama hatte die Haltung Pakistans gegenüber den radikalislamischen Taliban kritisiert, die Washington seit Ende 2001 in Afghanistan bekämpft. Die Situation ist besonders heikel, weil Pakistan eine Atommacht ist und seine Partner fürchten, sein Arsenal könne in die falschen Hände geraten.

Pakistanischer Außenminister will antworten

Der Tweet rief in Pakistan sofortige Reaktion in den sozialen Medien hervor. Nur knapp 60 Minuten später twitterte Außenminister Khawaja Asif: "Wir werden, so Gott will, auf Präsident Trumps Tweet in Kürze antworten. Wir werden die Welt die Wahrheit wissen lassen (und) den Unterschied zwischen Fakten und Fiktion."

Einigen pakistanischen Reportern zufolge traf sich Ministerpräsident Shahid Khaqan Abbasi wegen des Tweets am Abend mit Kabinettsmitgliedern.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Januar 2018 um 18:00 Uhr.

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