Trump bei der New-York-Times | Bildquelle: AP

US-Politik Trumps Kehrtwende beim Klima

Stand: 23.11.2016 08:35 Uhr

Freunde werden Donald Trump und die Reporter der "New York Times" wohl nicht mehr. Trotzdem erschien der künftige US-Präsident zum Interview bei der Zeitung. Dabei rückte er von zentralen Positionen ab - etwa beim Klimawandel oder der Verfolgung von Clinton.

Gegen kaum eine US-Zeitung wettert der designierte US-Präsident Donald Trump öfter als gegen die "New York Times". Trotzdem besuchte der Milliardär am Dienstag die Redaktion und stellte sich zum Interview. Das Ergebnis: Am Spannungsverhältnis ändert sich wenig, wohl aber an seinen Positionen. Zentrale Aussagen aus dem Wahlkampf schwächte Trump ab.

Trump im Zeitungshaus der "New York Times" | Bildquelle: AP
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Trump im Zeitungshaus der "New York Times"

Klimawandel? Trump räumt menschliche Verbindung ein

So räumte er ein, dass der Klimawandel mit menschlichen Aktivitäten zusammenhänge. In der Vergangenheit hatte der Unternehmer den Klimawandel als Erfindung bezeichnet. Mitarbeiter hatten zudem erklärt, Trump wolle als Präsident rasch aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen. Im Interview mit der "New York Times" sagte Trump nun, es gebe eine "gewisse Verbindung" zwischen menschlichen Aktivitäten und der Erderwärmung. "Es kommt darauf an, wieviel", sagte er nach Twitter-Mitteilungen eines "NYT"-Reporters. Er werde sich sehr genau ansehen, ob die USA aus dem Klimaabkommen aussteigen sollten, kündigte Trump an. "Ich stehe dem offen gegenüber."

Auch mit Blick auf die von ihm im Wahlkampf immer wieder geforderte Strafverfolgung gegen seine Konkurrentin Hillary Clinton zeigte sich Trump nun moderater. Auf die Frage, ob er Ermittlungen gegen die Ex-Außenministerin im Zusammenhang mit ihrer Stiftung oder des von ihr eingeräumten Gebrauchs eines privaten E-Mail-Servers ausschließe, sagte Trump "Nein". Zugleich sagte er, er wolle die Clintons "nicht verletzen" und voranschreiten. "Sie hat soviel durchgemacht und viel gelitten, in vielerlei Hinsicht", sagte Trump. Ermittlungen gegen Clinton würden das Land sehr stark spalten. Im Wahlkampf hatte Trump die Einsetzung eines Sonderermittlers gegen Clinton angekündigt.

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Trump will keine Unterstützung von Rechten

Im Interview distanzierte sich der Republikaner zudem deutlich von der sogenannten "Alt-Right"-Bewegung. Mitglieder der rechten Gruppierung hatten seinen Wahlsieg mit Hitlergruß gefeiert. "Ich distanziere mich von ihnen und verurteile sie", sagte Trump im Interview. "Das ist keine Gruppe, der ich Auftrieb verschaffen will." Sollte dies dennoch der Fall sein, wolle er der Sache auf den Grund gehen, versprach Trump.

Die umstrittene Krankenversicherung "Obamacare" wolle er "verbessern" und nicht wie im Wahlkampf angekündigt abschaffen, sagte Trump.

Einige republikanische Gruppen kritisierten, dass Trump mit seiner neuen Position ein zentrales Wahlkampfversprechen breche. "Es wäre ein Verrat an seinem Versprechen an das amerikanische Volk, den Sumpf aus schrankenloser Korruption in Washington trockenzulegen", erklärte die Organisation Judicial Watch.

Versöhnliche Töne in Richtung "NYT"

Und sein Verhältnis zur "New York Times"? Auch dazu äußerte sich Trump und schlug versöhnliche Töne an. Die Zeitung, die er bislang als gescheitert bezeichnet hatte, nannte er "a great, great American jewel, world jewel". Allerdings seien deren Journalisten im Wahlkampf zu hart mit ihm umgegangen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. November 2016 um 09:00 Uhr.

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