US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: AP

USA - Nordkorea Trump nennt Kim einen "Wahnsinnigen"

Stand: 22.09.2017 14:34 Uhr

Die Nordkoreakrise eskaliert erneut verbal. US-Präsident Trump bezeichnete den nordkoreanischen Diktator Kim als "Wahnsinnigen". Er reagierte damit auf Äußerungen Kims, der Trump zuvor einen "dementen Greis" genannt hatte.

Der Krieg der Worte zwischen den USA und Nordkorea erreicht mit einer Twitter-Nachricht einen neuen Höhepunkt. "Der Nordkoreaner Kim Jong Un, der offensichtlich ein Wahnsinniger ist, dem es egal ist, dass er sein eigenes Volk tötet und verhungern lässt, wird auf die Probe gestellt werden wie niemals zuvor", schrieb US-Präsident Donald Trump in dem Kurznachrichtendienst.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
Kim Jong Un of North Korea, who is obviously a madman who doesn't mind starving or killing his people, will be tested like never before!

Zuvor hatte der nordkoreanische Staatschef Kim Trump in einer Stellungnahme als "verrückten Alten" - oder in einer anderen Übersetzung als "geistesgestörten senilen Greis" - bezeichnet und gesagt, er werde ihn mit Feuer zähmen.

Kim reagierte seinerseits auf die Rede Trumps bei der UN-Generaldebatte, in der er Nordkorea im Falle eines Angriffes mit "völliger Zerstörung" gedroht hatte. In seinem ersten Auftritt vor der UN-Vollversammlung hatte der US-Präsident Kim am Dienstag als "Raketenmann" bezeichnet, der sich auf einer "Selbstmordmission für sich selbst und sein Regime" befinde. In einer von den nordkoreanischen Staatsmedien veröffentlichten Erklärung Kims hieß es, Trump habe ihn und sein Land "vor den Augen der Welt beleidigt und die wildeste Kriegserklärung der Geschichte abgegeben". Sein Außenminister drohte gar mit dem Test einer Wasserstoffbombe über dem Pazifik.

Am Donnerstag hatte der US-Präsident zudem eine Serie von Sanktionen gegen ausländische Unternehmen verkündet, die Geschäfte mit dem ostasiatischen Land machen. Auch die EU beschloss neue Strafmaßnahmen gegen Nordkorea. Trotz der jüngsten Eskalation erklärte US-Außenminister Rex Tillerson in einem ABC-Interview jedoch, weiter auf Diplomatie zur Lösung der Krise zu setzen. "Wir werden zwar ziemlich herausgefordert, aber unsere diplomatischen Bemühungen gehen unvermindert weiter", sagte er.

"Eskalation der Rhetorik" im Konflikt zwischen Nordkorea und USA
tagesschau 20:00 Uhr, 22.09.2017, Stefan Niemann, ARD Washington

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Russland versucht zu beruhigen

Angesichts der neuen Drohungen rief Russland zur Zurückhaltung auf. "In Moskau herrscht große Sorge wegen der eskalierenden Spannungen auf der koreanischen Halbinsel", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. Russland sei weiterhin überzeugt, dass es keine Alternative zu einer Verhandlungslösung gebe, sagte er der Agentur Interfax zufolge.

Russland lehnt wie die anderen Vetomächte im UN-Sicherheitsrat die atomare Bewaffnung des isolierten kommunistischen Nachbarlandes ab. Es kritisiert aber auch die militärischen Drohgebärden der USA in der Region.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un im südkoreanischen Fernsehen | Bildquelle: AFP
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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un im südkoreanischen Fernsehen.

Kritik der Bundesregierung

Die Bundesregierung wies die Androhung einer Wasserstoffbombenexplosion über dem Pazifik durch Nordkorea scharf zurück. "Die Staatengemeinschaft hat sich aus guten Gründen schon in den 60er-Jahren geeinigt, keine atmosphärischen Nuklearwaffentestes mehr durchzuführen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. "Wenn diese Einigkeit nun durchbrochen würde, wäre das eine neuerliche und ungeheuerliche Steigerung des schon jetzt verantwortungslosen Vorgehens Nordkoreas."

Seibert sprach von einer "Eskalation der Rhetorik". Die EU stelle sich geschlossen gegen "fortgesetzte Brüche des Völkerrechts" durch Nordkorea. Es dürfe nur diplomatische Lösungen des Konflikts geben. "Alles andere führt ins Unglück." Deutschland sei bereit, Verantwortung zu übernehmen. "Das ist ein Konflikt, der geografisch weit weg scheint, und uns dennoch sehr intensiv betrifft", sagte Seibert. Die Bundesregierung sei an einer geschlossenen Haltung der Staatengemeinschaft interessiert - inklusive Russland und China.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 22. September 2017 u.a. um 08:45 und 09:45 Uhr in den Nachrichten.

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