US-Präsident Trump reckt einen Daumen empor | Bildquelle: AP

Trump und Kim Plötzlich ziemliche Freunde

Stand: 12.01.2018 01:19 Uhr

Der Ton zwischen Donald Trump und dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un war zuletzt immer schärfer geworden. Nun hat der US-Präsident in einem Interview überraschend eine Kehrtwende vollzogen und von einem "wahrscheinlich guten Verhältnis zu Kim Jong Un" gesprochen.

Inmitten der scharfen Auseinandersetzung mit Nordkorea hat US-Präsident Donald Trump völlig überraschend sein Verhältnis zu seinem Gegenüber Kim Jong Un als gut bezeichnet. "Ich habe wahrscheinlich ein gutes Verhältnis zu Kim Jong Un", sagte Trump in einem Interview mit dem "Wall Street Journal". "Ich habe Beziehungen zu Leuten. Ich denke, Sie wären überrascht."

Nach Monaten eines scharfen Kriegs der Worte zwischen Washington und Nordkorea kamen Trumps Äußerungen sehr unerwartet. Der US-Präsident hatte dem Land mit noch nie da gewesenem "Feuer und Wut" sowie totaler Zerstörung gedroht. Immer wieder überzogen sich Kim und Trump gegenseitig mit Beleidigungen und Drohungen. Trump nannte Kim unter anderem "klein und fett", "Little Rocket Man" (Kleiner Raketenmann) und "verrückt". Kim warf dem US-Präsidenten vor, geistesgestört zu sein.

"Größerer Atomknopf"

Vor dem Hintergrund des nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramms war der Streit immer weiter eskaliert. In mehreren Berichten wird die große Sorge geäußert, die USA bereiteten sich auf einen Krieg mit Nordkorea vor. Zuletzt hatte Trump darauf beharrt, den "größeren Atomknopf" als sein Gegenüber in Pjöngjang zu haben.

Harsche und persönliche Kommentare auf Twitter bezeichnete Trump als Teil einer breiteren Strategie. "Sie werden das bei mir häufiger erleben", sagte er. "Und dann, auf einmal, ist jemand mein bester Freund. Ich könnte Ihnen 20 Beispiele geben. Sie mir 30. Ich bin ein sehr flexibler Mensch." Auf die Frage, ob er mit Kim schon einmal gesprochen habe, sagte Trump dem "Wall Street Journal": "Ich möchte das nicht kommentieren. Ich werde nicht sagen, ob oder ob nicht."

Trump für Gespräche offen

Am Mittwoch hatten sich Trump und sein südkoreanischer Amtskollege Moon Jae-In telefonisch darauf verständigt, den Druck auf das kommunistisch geführte Nordkorea hochzuhalten. Die verfeindeten Nachbarstaaten Südkorea und Nordkorea hatten zuvor erstmals seit zwei Jahren Gespräche geführt. Dabei erklärte Pjöngjang, an den Olympischen Winterspielen in Südkorea im kommenden Monat teilzunehmen. Danach hatte Trump gesagt, unter den richtigen Umständen wäre er zu Gesprächen mit Nordkorea bereit. Den Angaben zufolge zeigte sich Trump offen, selbst Gespräche mit Nordkorea zu führen. Diese müssten aber zur richtigen Zeit und unter den richtigen Umständen stattfinden, hieß es vom Weißen Haus ohne nähere Erläuterung.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Januar 2018 um 02:00 Uhr.

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