Donald Trump | Bildquelle: AP

Trump-Interview Hart gegen Pjöngjang, sanft zu Brüssel

Stand: 03.04.2017 08:51 Uhr

US-Präsident Trump startet mit einem überraschenden Lob und einer Drohung in die neue Woche. Letzte richtet sich gegen Nordkorea und dessen Atomprogramm. Trump drängt China, das Regime in die Schranken zu weisen. Freundliche Worte findet der US-Präsident dagegen für die EU.


US-Präsident Donald Trump hat diese Woche Chinas Staatspräsidenten Xi Jinping zu Gast. Bei Xis Antrittsbesuch in Trumps Privatclub in Florida wird es um Handelsfragen gehen - und um das Atomprogramm Nordkoreas. Trump erwartet im Atomstreit mehr Engagement von China. In einem Interview mit der "Financial Times" drohte er mit einem Alleingang gegen Nordkorea, sollte Peking seinen Einfluss auf das Regime in Pjöngjang nicht nutzen. "Wenn China das Nordkorea-Problem nicht löst, werden wir das tun" - nur so viel sage er dazu.

Atomwaffen mit Reichweite bis in die USA?

Laut Sicherheitsexperten des Weißen Hauses wird Nordkorea möglicherweise bis zum Ende der Amtszeit Trumps über Atomwaffen verfügen, die in der Lage sein werden, die USA zu erreichen. Derzeit werde ein Bericht erstellt, der Möglichkeiten zur Eindämmung des nordkoreanischen Atomprogramms abwäge.

Wirtschaftlicher Druck auf China

Auch wenn das Papier militärische Elemente enthalte, gehe es vor allem um neue wirtschaftliche Sanktionen und zusätzlichen Druck auf China, einen der wenigen Verbündeten des Regimes von Kim Jong Un, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Vor dem ersten Zusammentreffen Trumps mit Xi sagte der US-Präsident: China habe großen Einfluss auf Nordkorea. Und China werde sich entweder dazu entscheiden, den USA in dieser Frage zu helfen oder nicht. "Wenn sie es tun, ist das sehr gut für China, und wenn sie es nicht tun, ist es für niemanden gut."

Trotz seiner heftigen Kritik an der chinesischen Wirtschaftspolitik habe er großen Respekt vor seinem Pekinger Amtskollegen und dessen Land, sagte Trump der "Financial Times". Es würde ihn nicht überraschen, wenn am Ende des Treffens etwas Dramatisches, etwas Gutes für beide Länder stehe. Das hoffe er.

"EU kriegt die Kurve"

Überraschend versöhnliche Töne schlug Trump mit Blick auf die Europäische Union an. Er habe nach der Entscheidung der Briten für einen EU-Austritt zunächst gedacht, dass weitere Länder folgen würden, "aber ich glaube wirklich, dass die Europäische Union die Kurve kriegt", so Trump in der "Financial Times".

Seit dem überraschenden Votum der Briten habe die Europäische Union "sehr gute Arbeit" geleistet, die Mitgliedstaaten "wieder zusammenzuführen". In der EU herrsche nun "ein anderer Geist des Zusammenhalts". Er rechne damit, dass die Brexit-Verhandlungen für beide Seiten gut ausgehen würden.

Die neuen Äußerungen des US-Präsidenten stehen im Widerspruch zu einem Interview, das er vor seiner Amtseinführung im Januar den Zeitungen "Bild" und "The Times" gegeben hatte. Darin hatte er den Brexit als "großartige Sache" bezeichnet und erklärt, er rechne damit, dass weitere EU-Staaten dem Vorbild Großbritanniens folgen würden.

Notfalls allein – Trump will auch ohne China gegen Nordkorea vorgehen
A. Horchler, ARD Washinton
03.04.2017 07:05 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Mit Informationen von Andreas Horchler, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichteten am 03. April 2017 Inforadio um 07:42 Uhr und NDR Info um 10:15 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: