Donald Trump hält nach seinem Wahlerfolg in Nevada am Rednerpult den Daumen hoch. | Bildquelle: REUTERS

Trump siegt bei US-Vorwahl in Nevada "Und ich gewinne, gewinne, gewinne!"

Stand: 24.02.2016 15:37 Uhr

US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat bei der Vorwahl der Republikaner in Nevada einen klaren Sieg eingefahren. "Und ich gewinne, gewinne, gewinne!", sagte der Milliardär in Las Vegas. Er wetterte auch gegen Obamas Pläne, das Gefangenenlager Guantánamo zu schließen.

Der Milliardär Donald Trump hat bei den US-Vorwahlen in Nevada im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner einen deutlichen Sieg eingefahren. Bereits nach Auszählung der ersten Wahlbezirke zeichnete sich ab, dass mehr als 46 Prozent der Wähler Trump ihre Stimme gaben. "Vor ein paar Monaten hat niemand erwartet, dass ich hier gewinnen werde", feierte der Milliardäre seinen Sieg in Las Vegas. "Und ich gewinne, gewinne, gewinne. Und bald wird auch das Land wieder gewinnen, gewinnen, gewinnen."

Rubio hauchdünn vor Cruz

Für den Immobilienmagnaten ist es der dritte Sieg nach den Erfolgen in South Carolina und New Hampshire. Seine Hauptkonkurrenten, die Senatoren Marco Rubio und Ted Cruz, verwies er mit mehr als 20 Prozentpunkten Abstand auf die Plätze zwei und drei. Rubio sicherte sich mit einem Vorsprung von knapp 2000 Wählerstimmen den zweiten Platz vor Cruz.

Rubio versucht, sich im innerparteilichen Wettbewerb als gemäßigter Mann der Mitte gegen den Trump zu positionieren. Er zeigte sich zuversichtlich, dass er bei einem weiteren Ausdünnen des Bewerberfeldes für ihn leichter werde, sich als klare Alternative zu Trump zu etablieren. "Wir haben unglaublichen Platz zu wachsen", sagte er.

Anhänger von Donald Trump jubeln, als Fernsehsender seinen Sieg beim Caucus in Nevada verkünden | Bildquelle: REUTERS
galerie

Jubel bei Trump-Anhängern: Klarer Sieg in Nevada.

Rubio und Cruz hatten sich in den vergangenen Tagen besonders scharf angegriffen. Beobachter werteten das als Zeichen, dass die beiden davon ausgehen, dass Trump nur zu stoppen ist, wenn einer von ihnen aus dem Rennen ausscheidet. Rubio muss nach zweiten und dritten Plätzen in den bisherigen Vorwahlen erst noch beweisen, dass er selbst zu Siegen in der Lage ist. Darauf spielte auch Cruz an, der bei der ersten Vorwahl in Iowa gewonnen hatte."Das einzige Wahlkampfteam, das Trump besiegt hat, ist dieses Team", sagte der Senator aus Texas.

Delegiertenstimmen bei Republikaner-Vorwahlen
KandidatIn Nevada gewonnene DelegiertenstimmenBisher insgesamt gewonnene Delegiertenstimmen
Donald Trump1481
Marco Rubio717
Ted Cruz617
John Kasich16
Ben Carson14

Trump punktet mit Haltung zu Einwanderungspolitik

Die Vorwahl in Nevada wurde nach dem Caucus-Prinzip abgehalten. Trump profitierte dabei von der hohen Wahlbeteiligung unter den republikanischen Parteimitgliedern. Offensichtlich hatte der Immobilien-Milliardär mit seinen provokanten Thesen viele Republikaner mobilisiert, die noch vor vier Jahren zu Hause geblieben waren.

Fast 60 Prozent der überwiegend weißen Republikaner in Nevada gaben nach ihrer Stimmabgabe an, sie seien sauer auf die Regierung in Washington und wünschen sich einen politischen Außenseiter im Weißen Haus. Punkten konnte Trump offenbar auch bei den Wählern, denen Einwanderungsfragen am wichtigsten sind. Auch viele derjenigen, die sich vor allem um die Wirtschaft sorgen, votierten für Trump.

Trump gewinnt US-Vorwahlen in Nevada
tagesschau 12:00 Uhr, 24.02.2016

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Wer kann Trump noch stoppen?

Vertreter des Partei-Establishments fragen sich nun, wer Trump überhaupt noch stoppen kann. Die Hoffnungen der Mainstream-Republikaner ruhen auf Rubio, dem jungen Senator aus Florida. Rubio, der zuletzt viel Unterstützung führender Republikaner erhielt, warnte davor, Trump zum Präsidentschaftskandidaten zu machen. Trump könne die Präsidentschaftswahl am 8. November nicht gewinnen, weil er die Bevölkerung nicht einigen könne.

Der Milliardär sorgt immer wieder mit provokanten und fragwürdigen Äußerungen für Aufsehen. Direkt nach seinem Sieg in Nevada machte er seine Haltung zum umstrittenen Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba deutlich. Dieses will er im Falle eines Wahlsieges - entgegen des aktuellen Wunsches des amtierenden Präsidenten Barack Obama - offen lassen. "Wir werden es mit vielen bösen Jungs da draußen auffüllen", sagte Trump.

Das Bewerberfeld der Republikaner war in den vergangenen Wochen deutlich geschrumpft. Zuletzt zog sich der frühere Gouverneur von Florida, Jeb Bush, nach seinem schwachen Abschneiden in South Carolina am Wochenende zurück.

Clinton setzte sich in Nevada durch

Bei den Demokraten fand die Vorwahl in Nevada bereits vor drei Tagen statt. Dabei setzte sich die Ex-Außenministerin Hillary Clinton durch. Sie kam auf rund 52 Prozent der Stimmen, ihr stärkster Rivale Bernie Sanders erreichte 48 Prozent. Die nächste Demokraten-Vorwahl findet am Samstag in South Carolina statt.

"Super Tuesday" steht bevor

Die Präsidentschaftsbewerber beider Parteien hoffen, ihre Position vor dem sogenannten Super Tuesday am 1. März zu stärken, wenn in einem Dutzend Bundesstaaten Vorwahlen stattfinden. Die Abstimmungen in allen 50 US-Staaten ziehen sich bis in den Frühsommer hin, ihre Kandidaten küren Republikaner und Demokraten offiziell bei den Nominierungsparteitagen im Juli.

Die USA wählen dann am 8. November ein neues Staatsoberhaupt. Der Demokrat Barack Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten.

Mit Informationen von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Trump gewinnt souverän Vorwahlen in Nevada
M. Ganslmeier (NDR. Washington)
24.02.2016 08:24 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Darstellung: