Eine syrische Frau trägt das Porträt des syrischen Präsidenten Assad und macht mit der freien Hand das Victory-Zeichen. | Bildquelle: AFP

Militärschlag gegen Syrien Assad-Regierung gibt sich selbstbewusst

Stand: 14.04.2018 18:28 Uhr

Das Ausmaß der Schäden durch die Luftangriffe ist bisher nur schwer zu beziffern. Dennoch lässt sich die syrische Regierung als Sieger feiern. Die Opposition sieht das anders.

Von Anna Osius, ARD-Studio Kairo

Das syrische Staatsfernsehen zeigt verkohlte Trümmer, Rauch steigt auf: Ein Gebäude der Forschungseinrichtung Barzeh nördlich von Damaskus sei durch die Luftangriffe zerstört worden, heißt es. Dort war eine Zweigstelle des staatlichen Zentrums für wissenschaftliche Studien untergebracht. Berichten zufolge sollen dort Chemiewaffen entwickelt worden sein.

Forschungszentrum in Barzeh | Bildquelle: AFP
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Im Forschungszentrum in Barzeh sollen auch Chemiewaffen entwickelt worden sein.

Assad präsentiert sich als Sieger

Ist die Mission also erfüllt, wie US-Präsident Trump twitterte? Insgesamt lässt sich das Ausmaß der Schäden durch die amerikanischen, britischen und französischen Luftschläge nur schwer beziffern. Die syrische Regierung jedenfalls gibt sich selbstbewusst - und betont, die meisten Raketen und Marschflugkörper seien von der syrischen Luftabwehr abgefangen worden.

"Eine unfaire Dreier-Aggression ereignete sich am frühen Morgen", so ein Sprecher der syrischen Armee. "Unsere Abwehrsysteme haben effizient reagiert und die meisten der 110 Raketen abgefangen. Diese Aggression erhöht unsere Bereitschaft, die Souveränität und die Sicherheit des Volkes zu verteidigen."

Das Staatsfernsehen präsentiert Assad als Sieger. Bilder zeigen Anwohner in Damaskus und Barzeh, die den syrischen Präsidenten feiern. "Der Sieg ist mit dem duftenden Frühling gekommen", jubelt eine Frau. "Wir haben euch besiegt, Amerika. Für dich, oh lieber Bashar al Assad, tausend Grüße." Und ein Kind sagt, "dass wir keine Angst vor Amerika haben, egal wie oft es uns angreift".

Unterstützer der syrischen Regierung schwenken eine syrische, eine russische und eine iranische Fahne während einer Demonstration in Syrien, Damaskus. | Bildquelle: dpa
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Auf den Straßen von Damaskus wird mit Autokorsos und Gesängen die "erfolgreiche Abwehr der Aggression westlicher Staaten" gefeiert.

Das "Ende der unipolaren Ordnung"?

Neben dem Forschungszentrum wurde offenbar eine Lagerstätte nahe der Stadt Homs bombardiert, in der nach US-Angaben der chemische Kampfstoff Sarin aufbewahrt wurde. Dort sei auch eine Kommandozentale getroffen worden. Außerdem wurde russischen Angaben zufolge der Militärflughafen ad-Damir östlich von Damaskus angegriffen, jedoch nicht zerstört.

Von dort soll Berichten zufolge vor genau einer Woche der Hubschrauber zu einem mutmaßlichen Giftgaseinsatz in der Stadt Duma gestartet sein, ebenso die Kampfjets, die Ost-Ghouta bombardierten. Die USA benennen den Flughafen nicht.

Der stellvertretende syrische Außenminister, Ayman Sussan, betonte, die Luftschläge änderten nichts an der syrischen Politik. "Dieser Tag der Aggression gegen Syrien ist ein wichtiger Tag für die internationale Politik, denn er bedeutet der das Ende der unipolaren Weltordnung, bei der ein Staat alle anderen dominieren kann. Es zeigt, dass die syrische Armee stark genug ist, um Syrien zu verteidigen und zu schützen."

Syrische und russische Reaktionen auf Luftangriffe
tagesthemen 23:45 Uhr, 14.04.2018, Stefan Maier, ARD Kairo

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Opposition: Assad nur noch "Marionette Russlands und Irans"

Vertreter der Opposition sehen das anders. Verschiedene syrische Oppositionsbündnisse begrüßten die Luftschläge. Auch Saudi-Arabien verkündete die volle Unterstützung der Saudis für die militärische Operation gegen Syrien.

Fayez Al-Assmar, ein syrischer strategischer Experte aus Istanbul, der der Opposition nahesteht, sagte im Fernsehen, das eigentliche Problem heiße jedoch schon längst nicht mehr nur Assad. "Solange der russische Hochmut nicht geschlagen wird, gibt es für Syrien keine Hoffnung" Die Spitze des Regimes, Baschar Al-Assad, sei nicht mehr entscheidungsfähig, "weder auf politischer noch auf militärischer Ebene". Er sei nicht mehr als eine Marionette im Präsidentenpalast - eine Marionette Russlands und Irans. "Assad hätte auch keine Chemiewaffen eingesetzt ohne grünes Licht von den Russen.“

USA und Verbündete greifen Ziele in Syrien an
tagesschau 12:00 Uhr, 14.04.2018, Andreas Hilmer, NDR

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OPCW will in Duma Beweise sichern

Die Luftschläge in der Nacht waren eine Reaktion der USA, Großbritanniens und Frankreichs auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Duma vor genau einer Woche. Die syrische Regierung und Russland bestreiten, dass es einen Chemiewaffenvorfall gab.

Ein Team der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) will in den kommenden Tagen in Duma vor Ort Beweise sichern. Der stellvertretende syrische Außenminister teilte mit, die syrische Regierung werde die Mission in jeder Form unterstützen - man profitiere schließlich von einer Aufklärung. 

Syrien nach den Luftschlägen
Anna Osius, ARD Kairo
14.04.2018 17:30 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. April 2018 um 18:00 Uhr.

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