US-Präsident Trump am Telefon | Bildquelle: AFP

Trump gratuliert Merkel Glückwünsche mit Verspätung

Stand: 29.09.2017 09:16 Uhr

Vier Tage lang hat er sich Zeit gelassen. Doch nun gratulierte US-Präsident Trump doch noch Bundeskanzlerin Merkel zum Sieg bei der Bundestagswahl. Warum er es nicht früher gemacht hat? Aus "logistischen" Gründen.

Nun kam der Anruf doch noch: Vier Tage nach der Bundestagswahl hat US-Präsident Donald Trump Bundeskanzlerin Angela Merkel zu ihrem Wahlsieg gratuliert. Trump unterstrich dabei nach Angaben des Weißen Hauses die engen Beziehungen zwischen den USA und Deutschland und wünschte der Kanzlerin Erfolg bei der Regierungsbildung.

Gemessen an den Gepflogenheiten unter befreundeten Staaten hatte die Gratulation ungewöhnlich lange auf sich warten lassen. Anfang der Woche antwortete das Weiße Haus auf die Frage, warum der US-Präsident der Regierungschefin von Europas führender Wirtschaftsnation noch nicht zum Wahlsieg gratuliert habe, Grund seien "logistische" Dinge.

Auch über Nordkorea und Iran gesprochen

Regierungssprecher Steffen Seibert ging auf Twitter nur kurz auf die Glückwünsche ein. Im Mittelpunkt des Gesprächs hätten die Krise um Nordkorea und die Zukunft des Nuklearabkommens mit dem Iran gestanden, erklärte er. Dabei habe die Kanzlerin gesagt, es müssten "alle Mittel zur friedlichen Beilegung des Konflikts genutzt werden". Merkel und Trump seien sich einig gewesen, "dass der diplomatische und wirtschaftliche Druck auf Nordkorea intensiviert werden müsse".

US-Präsident Donald Trump und Kanzlerin Angela Merkel | Bildquelle: dpa
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Die Beziehung zwischen Merkel und Trump gelten als schwierig (Archivbild).

Spannungen zwischen Merkel und Trump

Die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA sind seit Trumps Amtsantritt schwierig geworden. Trump attackierte Deutschland immer wieder hart, insbesondere wegen des Handelsüberschusses, der Flüchtlingspolitik und den seiner Ansicht nach zu niedrigen Verteidigungsausgaben.

Merkel hatte sich nach Trumps Wahlsieg reserviert gezeigt und an Werte wie Toleranz gegenüber Minderheiten erinnert. Wiederholt reagierte die Bundesregierung besorgt auf die Politik des US-Präsidenten, unter anderem nach dem Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen. Vergangene Woche kritisierte Merkel Trumps Drohung an Nordkorea. Sie sprach von einem "klaren Dissens mit dem amerikanischen Präsidenten".

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 29. September 2017 um 07:21 Uhr.

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