Theresa May und Donald Trump | Bildquelle: JACK TAYLOR/POOL/EPA-EFE/REX/Shu

US-Präsident in Großbritannien Trump und May wollen Freihandelsabkommen

Stand: 13.07.2018 18:01 Uhr

US-Präsident Trump hat mal wieder eine Rolle rückwärts vollzogen. Seine scharfe Kritik an der britischen Premierministerin May - vergessen. Nicht nur beim Thema Handel demonstrieren beide Einigkeit.

Großbritannien und die USA wollen nach Angaben von Premierministerin Theresa May ein gemeinsames Freihandelsabkommen. "Wir sind heute übereingekommen, dass wir ein ambitioniertes Freihandelsabkommen anstreben, wenn Großbritannien die Europäische Union verlässt", sagte May nach ihrem Treffen mit US-Präsident Donald Trump auf ihrem Landsitz Chequers.

Beide Länder wollten unter anderem einen "Gold Standard" bei der Kooperation in Finanzdienstleistungen setzen. May sprach von einem ambitionierten Deal. Die Wall Street in New York und die Londoner City bilden zwei der größten Finanzzentren der Welt.

Donald Trump und Theresa May | Bildquelle: AFP
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Trump lobte May auf der gemeinsamen Pressekonferenz in höchsten Tönen.

Scharfe Kritik in Interview

May hatte kürzlich erst erklärt, dem Brexit solle ein Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union folgen. Trump hatte das in einem Interview mit der britischen Boulevardzeitung "The Sun" scharf kritisiert und erklärt, dies könne ein Abkommen mit den USA behindern. Zudem äußerte er in dem in Brüssel geführten Interview auch insgesamt seinen Unmut über Mays Brexit-Pläne. "Ich habe Theresa May gesagt, wie sie es machen soll, aber sie hat nicht auf mich gehört." Zudem lobte er Mays größten Rivalen, den als Außenminister zurückgetretenen Boris Johnson.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit May bezeichnete Trump das "Sun"-Interview als "Fake News". Er stellte den Bericht nicht allgemein infrage. Die Story sei "allgemein in Ordnung" gewesen, aber die Zeitung habe die "fantastischen Dinge" ausgespart, die er über May gesagt habe. Großbritannien könne in den Brexit-Verhandlungen mit der EU tun, was es für richtig halte. Für die USA sei nur wichtig, dass es nach dem Brexit keine Handelsbeschränkungen mit dem Vereinigten Königreich gebe.

Donald Trump sitzt neben Theresa May | Bildquelle: REUTERS
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Wenige Stunden vor dem Treffen brüskierte Trump in einem Zeitungsinterview die britische Premierministerin.

Trump lobt May und kritisiert Deutschland

Trump dankte May für ihre Verteidigungspolitik und lobte die Beziehungen zwischen beiden Ländern. Das Verhältnis zwischen den USA und Großbritannien sei noch niemals so stark gewesen wie jetzt. Er würdigte, dass Großbritannien das sogenannte Zwei-Prozent-Ziel der NATO erfüllt. Zugleich lobte er May als "sehr intelligente, harte und kompetente Verhandlerin". May mache "einen fantastischen Job".

Zugleich übte Trump auch nach seinem Treffen mit May Kritik an Deutschland. Die geplante Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland sei "sehr schlecht für Deutschland, für das deutsche Volk und die NATO". Wie könne man über Frieden reden, wenn man so abhängig von einem anderen Land sei, fragt Trump rhetorisch. "Es ist eine schreckliche Sache, ein schrecklicher Fehler von Deutschland." Das habe er auch Kanzlerin Angela Merkel gesagt.

Trump sichert bei Treffen mit May weiteren Handel mit Großbritannien zu
tagesschau 20:00 Uhr, 13.07.2018, Hanni Hüsch, ARD London

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Erneute Drohungen gegen EU und Autobauer

Trump nahm auch die EU ins Visier und drohte im transatlantischen Handelsstreit erneut mit Konsequenzen. Er warf Europa vor, die USA in Handelsfragen miserabel zu behandeln. Die Europäische Union werde einen "sehr hohen Preis" bezahlen, wenn sich daran nichts ändere. Die EU errichte "unglaubliche Handelsbarrieren". Dabei erwähnte Trump wieder einmal ausdrücklich die Zölle auf Autos.

Der US-Präsident attackierte schon mehrfach deutsche Autobauer. In der Auseinandersetzung brachte er jüngst allerdings über seinen Botschafter in Berlin eine Streichung aller Auto-Zölle auf beiden Seiten des Atlantiks ins Spiel. Auch wenn damit noch viele Fragen ungeklärt blieben, galt der Vorschlag als kleines Entspannungssignal. Ende des Monats will EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker in Washington über Auswege aus dem Handelsstreit beraten.

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Im Jahr 1951 traf Harry S. Truman Prinzessin Elizabeth in Washington. Wenige Monate später starb ihr Vater George VI. - Elizabeth wurde zur Königin gekrönt. Truman blieb noch bis 1953 im Amt. | Bildquelle: picture alliance / empics

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Juli 2018 um 16:00 Uhr.

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