Donald Trump udn Emmanuel Macron | Bildquelle: REUTERS

Trump zum Pariser Abkommen Vielleicht, vielleicht auch nicht

Stand: 13.07.2017 20:32 Uhr

So sehr sie in Paris Einigkeit demonstrierten, in Sachen Klimaabkommen sind Macron und Trump überhaupt nicht einer Meinung. Auch beim Besuch in Frankreich äußerte sich der US-Präsident dazu - mit einer Bemerkung, die viel Raum für Interpretationen ließ.

US-Präsident Donald Trump will sich bezüglich des Pariser Klimaabkommens weiterhin alle Möglichkeiten offen halten. "Es kann noch etwas passieren, bezüglich des Pariser Abkommens", sagte er in Paris nach einer Unterredung mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron. "Wenn es passiert, dann wäre das wunderbar", so Trump. "Wenn nicht, dann ist das auch okay." Konkrete Angaben machte er nicht. Die USA bezeichnete er als "Anführer beim Umweltschutz".

Auch Macron sprach den Streitpunkt bei der gemeinsamen Pressekonferenz im Pariser Elysée-Palast an. "Wir kennen unsere Meinungsverschiedenheiten", sagte er dazu. Er respektiere aber Trumps Entscheidung, aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auszusteigen. Er selbst bleibe dem Abkommen verbunden und wolle es "Schritt für Schritt" umsetzen.

Der US-Präsident blieb damit bei seiner Position, die er bereits vor Wochen bei der Ankündigung, das Abkommen zu verlassen, klar gemacht hatte. Damals hatte er erklärt, er wolle nachverhandeln und für die USA bessere Konditionen herausholen.

Eine "Roadmap" für Syrien

Ungeachtet dieser Meinungsverschiedenheiten hoben die beiden Regierungschefs die engen Beziehungen zwischen ihren Ländern hervor. "Die Freundschaft zwischen unseren beiden Nationen und uns selbst ist unzerbrechlich", sagte Trump. "Frankreich ist Amerikas erster und ältester Verbündeter. Viele Menschen wissen das nicht." Macron verwies auf die Zusammenarbeit unter anderem im Anti-Terror-Kampf.

Bezüglich Syrien wollen beide Länder einen Plan für eine Nachkriegsordnung ausarbeiten. Beide Seiten stimmten im Hinblick auf Sicherheit und Stabilität im Nahen Osten weitgehend überein, sagte der französische Präsident. Sie hätten vereinbart, eine "Roadmap" für die Zeit nach dem Krieg in dem Land zu entwerfen. Diplomaten beider Länder seien aufgefordert worden, einen entsprechenden Plan zu erstellen. Dieser solle dann unter den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates besprochen werden. Zu den Mitgliedern zählen neben Frankreich und den USA Russland, China und Großbritannien.

Auch Russland-Affäre um Trump Jr. angesprochen

Trump äußerte sich auch zur Affäre um die dubiosen Russland-Kontakte seines Sohnes. Er nahm Donald Trump Jr. erneut in Schutz. Ein Gesprächsangebot, wie es sein Sohn im vergangenen Jahr im Wahlkampf akzeptiert hatte, hätten "die meisten in der Politik tätigen Leute angenommen", sagte er. Sein Sohn sei ein "wunderbarer junger Mann". Er habe damals "Nachforschungen über den Gegner" betrieben, was "Standard in der Politik" sei. Politik sei nun mal nicht "das netteste Geschäft der Welt".

Der Paris-Besuch des US-Präsidenten soll zwei Tage dauern. Am Freitag nehmen er und Macron an der Militärparade auf den Pariser Champs-Elysées zum französischen Nationalfeiertag teil. Bei der Parade wird auch an den Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren erinnert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Juli 2017 um 21:00 Uhr.

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