US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: AFP

Bei Treffen mit Lawrow Gab Trump geheime Informationen weiter?

Stand: 16.05.2017 03:07 Uhr

Hat US-Präsident Trump sensible Geheimdienstinformationen über den IS an Russland weitergegeben? Laut US-Medien soll dies beim jüngsten Treffen zwischen Trump und dem russischen Außenminister Lawrow passiert sein. Der Nationale Sicherheitsberater McMaster wiegelt ab.

US-Präsident Donald Trump soll einem Bericht der "Washington Post" zufolge hochsensibles Geheimdienstmaterial an den russischen Botschafter Sergej Kislyak und den russischen Außenminister Sergej Lawrow weitergegeben haben. Es handele sich um Informationen eines mit den USA kooperierenden Geheimdienstes aus dem Ausland über den inneren Zirkel des Terrornetzwerkes "Islamischer Staat". Das berichtet auch die "New York Times".

Die Informationen seien so sensibel gewesen, dass sie US-Alliierten und sogar innerhalb der US-Regierung unter Verschluss gehalten wurden. Der nicht genannte Partner der USA habe keine Erlaubnis erteilt, das Material an Russland weiterzugeben. Es habe sich um mit einem "Codewort" geschützte Informationen gehandelt, die zur höchsten Geheimhaltungsstufe gehörten, sagte ein Informant der "Washington Post". Ein US-Gesetz, das dem Präsidenten die Weitergabe solcher Informationen verbietet, gibt es jedoch nicht.

US-Vertreter dementieren

Trumps Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster, der an der fraglichen Unterredung im Oval Office am vergangenen Mittwoch teilgenommen hatte, dementierte den Bericht in Teilen. Es seien bei der Unterredung keine Geheimnisse gelüftet worden, die nicht schon vorher öffentlich bekannt geworden waren, sagte er der "Washington Post". Außenminister Rex Tillerson bezeichnete die Medieninformationen als falsch.

US-Medien berichteten dagegen, nach dem Treffen Trumps mit den Vertretern Russlands hätten Mitarbeiter des Weißen Hauses mit Anrufen bei den Geheimdiensten CIA und NSA versucht, den Schaden zu begrenzen. Vertreter des US-Kongresses gaben sich überrascht. Stellt sich die Geschichte als wahr heraus, sei sie sehr besorgniserregend, sagte der republikanische Senator John McCain dem Sender CNN.

Mit Informationen von Andreas Horchler, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Mai 2017 um 06:00 Uhr.

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