Trumps Schwiegersohn Jared Kushner | Bildquelle: AP

Zukünftige US-Regierung Trumps Schwiegersohn wird Chefberater

Stand: 10.01.2017 01:26 Uhr

Lange wurde spekuliert, nun ist es bestätigt: Der zukünftige US-Präsident Trump macht seinen Schwiegersohn Jared Kushner zu seinem Chefberater. Eigentlich ist es dem US-Präsidenten verboten, Verwandte zu berufen.

Der designierte US-Präsident Donald Trump macht seinen Schwiegersohn Jared Kushner zu einem seiner einflussreichsten Berater. Der 36-jährige Ehemann von Trumps Tochter Ivanka soll als Senior Adviser ins Weiße Haus kommen. Kushner sei während des Wahlkampfs und der Übergangszeit schon ein "enormer Gewinn" gewesen, erklärte Trump. Nun sei er "stolz" darauf, ihn künftig "in einer Schlüsselrolle" an seiner Seite zu haben.

Kushner hatte sich während des Wahlkampfs vor allem um die digitale Strategie gekümmert. Auch an den Personalentscheidungen des zukünftigen Präsidenten soll er wesentlich beteiligt gewesen sein. Im Übergangsteam von Trump hatte Kushner bereits eine führende Rolle bei der Kommunikation mit Vertretern Israels übernommen. Gemeinsam mit dem umstrittenen Trump-Berater Steve Bannon soll er unter anderem Pläne besprochen haben, nach denen die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt werden könnte.

Kushner - eine Größe in der Immobilienszene

Kushner ist Spross einer orthodox jüdischen Familie und gilt auch als einflussreicher Ratgeber Trumps in der Nahostpolitik. Kushners Vater Charles ist wie Donald Trump eine Größe in der New Yorker Immobilienszene. Auch Kushner war bislang als Immobilienunternehmer tätig. Außerdem ist er Herausgeber des Wochenblatts "New York Observer". Die politische Beraterrolle des Geschäftsmanns an der Seite des Präsidenten dürfte insofern heftige Diskussionen um mögliche Interessenkonflikte auslösen.

Laut einem Bericht des Fernsehsenders NBC News versicherte Kushners Anwältin Jamie Gorelick, dass dieser die gesetzlich festgelegten ethischen Maßstäbe zur Vermeidung solcher Konflikte beachten werde. Das Kushner-Team habe bereits mit dem für diese Standards zuständigen Regierungsbüro Rücksprache gehalten, um über die nötigen Schritte zu entscheiden.

Kushner werde als Geschäftsführer seines multimilliardenschweren Immobilienimperiums zurücktreten, "substanzielle Vermögenswerte" abstoßen und sich aus Regierungsangelegenheiten heraushalten, die seine finanziellen Interessen berührten, sagte Gorelick.

Vetternwirtschaft, ja oder nein?

Ein Gesetz gegen Vetternwirtschaft legt allerdings fest, dass US-Präsidenten keine Verwandten anstellen dürfen. Das Gesetz war verabschiedet worden, nachdem der frühere Präsident John F. Kennedy Anfang der sechziger Jahre seinen Bruder Robert zum Justizminister ernannt hatte. Trump-Berater argumentieren jedoch, dass der Präsident größeren Spielraum habe, wenn es um Ernennungen für das Weiße Haus und nicht das Kabinett gehe.

Ivanka Trump wird laut Vertretern des Übergangsteam hingegen keinen Job im Weißen Haus annehmen. Auch sie werde ihre Managementaufgaben in der Trump Organization sowie in ihren eigenen Modeunternehmen niederlegen um sich stattdessen um ihre drei Kinder zu kümmern. Dennoch wird vermutet, dass Ivanka Trump eine wichtige Rolle an der Seite ihres Vaters spielen wird. US-Kommentatoren gehen davon aus, dass sie prominenter in Erscheinung treten wird als Trumps Ehefrau Melania.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Januar 2017 um 06:30 Uhr.

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