Das Rathaus in Paris ist aus Protest gegen den US-Rückzug aus dem Klimaabkommen grün angestrahlt. | Bildquelle: REUTERS

Reaktionen auf US-Entscheidung Weltweite Kritik - keine Neuverhandlungen

Stand: 02.06.2017 11:21 Uhr

Neuverhandlungen über das Klimaabkommen werde es mit ihnen nicht geben - das haben die Regierungen Deutschlands, Frankreichs und Italiens nach Trumps Nein klargestellt. In Paris und anderen Städten erstrahlten Bauwerke in grün - als Zeichen für den Klimaschutz.

Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump zum Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutz-Abkommen ist in Europa auf massive Ablehnung gestoßen. Die Regierungen Deutschlands, Frankreichs und Italiens erteilten Trumps Forderung nach einer Neuverhandlung des Abkommens in einer gemeinsamen Erklärung eine umgehende Absage: "Wir sind der festen Überzeugung, dass das Übereinkommen von Paris nicht neu verhandelt werden kann, da es ein lebenswichtiges Instrument für unseren Planeten, unsere Gesellschaften und unsere Volkswirtschaften darstellt."

Massive Kritik an Trumps Klimapolitik-Entscheidung
tagesschau 12:00 Uhr, 02.06.2017, Karin Dohr, ARD Berlin

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In einem Statement am Vormittag bezeichnete Bundeskanzlerin Angela Merkel den angekündigten Rückzug als sehr bedauerlich. "Und damit drücke ich mich noch sehr zurückhaltend aus", sagte sie in Berlin. Das Abkommen sei nötig, "um unsere Schöpfung zu bewahren". Deutschland werde seine Verpflichtungen einhalten - insbesondere die Finanzzusagen an die vom Klimawandel besonders betroffene Länder.

Die Siegessäule wird grün angestrahlt | Bildquelle: REUTERS
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Nicht nur das Rathaus in Paris, auch die Siegessäule in Mexiko-Stadt wurde als Zeichen für den Klimaschutz grün angestrahlt.

One World Trade Center mit grüner Spitze | Bildquelle: AFP
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In New York veranlasste Gouverneur Cuomo, dass sich das One World Trade Center in grün präsentiert.

Kanzleramtsminister Peter Altmaier sagte im ARD-Morgenmagazin, es mache traurig, "dass mit einem Federstrich einer der ganz wichtigen Partner im Klimaschutz aussteigt". Dennoch sei er überzeugt, dass das Abkommen überlebt. Altmaier sprach sich gegen Neuverhandlungen aus. Diese seien der falsche Weg, sagte er. Man könne nicht mit ständigen Richtungsänderungen immer neue Unsicherheiten für alle Beteiligten schaffen.

"Beim Klima gibt es keinen Plan B"

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron rief die übrigen Länder auf, dem Abkommen treu zu bleiben. "Beim Klima gibt es keinen Plan B, weil es keinen Planeten B gibt. Heute Abend haben die Vereinigten Staaten der Welt den Rücken zugekehrt."

Trump telefonierte mit den mehreren Regierungschefs - darunter Merkel, der Kanadier Trudeau sowie die britische Premierministerin Theresa May - um seine Entscheidung persönlich zu erläutern. Dennoch erklärte May deutlich, dass sie von der US-Entscheidung enttäuscht sei. China sprach von einem "globalen Rückschlag".

Peter Altmaier, CDU, zum US-Klimaausstieg
Morgenmagazin, 02.06.2017

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Die EU-Kommission erklärte, sie bedaure Trumps Entscheidung "zutiefst". Gleichzeitig kündigte sie an, eine Führungsrolle beim weltweiten Klimaschutz ausüben zu wollen: "Die Welt kann auf Europa zählen." UN-Generalsekretär Antonio Guterres bezeichnete die Abkehr der USA als "große Enttäuschung". Es sei "wichtig, dass die USA eine weltweite Führungsmacht in Umweltfragen bleiben".

Kritik von US-Politikern und Wirtschaft

Trumps ehemalige Gegnerin im Wahlkampf, Hillary Clinton, nannte die Entscheidungen einen historischen Fehler. Amerikanische Arbeiter und Familien würden davon benachteiligt. Facebook-Chef Mark Zuckerberg schrieb, der Austritt aus dem Klimaabkommen sei "schlecht für die Umwelt, schlecht für die Wirtschaft und riskiert die Zukunft unserer Kinder".

Der größte US-Autohersteller General Motors erklärte, das Unternehmen würde weiter daran festhalten, eine bessere Umwelt zu schaffen. Auch Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein reagierte mit Kritik: In seinem ersten Tweet überhaupt sprach er von einem "Rückschlag für die Umwelt und die Führungsrolle der USA in der Welt".

Sandra Ratzow, ARD Washington, zu den Reaktionen in den USA
Morgenmagazin, 02.06.2017

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Gleichzeitig erklärten mehrere Berater der US-Regierung, aus Protest ihre Posten abzugeben. So erklärte der Chef des Elektroautobauers Tesla, Elon Musk, er ziehe sich aus dem Beratergremium des Präsidenten zurück. Der Vorsitzende Unterhaltungskonzerns Walt Disney, Robert Iger, vollzog ebenfalls diesen Schritt. Sie sitzen zusammen mit anderen Konzernlenkern in einem Gremium, dass das Weiße Haus in Wirtschaftsfragen beraten soll.

Reaktionen auf Trumps Ausstiegspläne
J. Böffel
02.06.2017 09:55 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 02. Juni 2017 um 05:40 Uhr.

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