Donald Trump Jr. | Bildquelle: REUTERS

US-Präsidentenwahl Trumps Sohn in Kontakt mit WikiLeaks

Stand: 14.11.2017 04:08 Uhr

Die Enthüllungsplattform WikiLeaks suchte 2016 Kontakt zum Wahlkampfteam von Donald Trump - und hatte bei seinem ältesten Sohn Trump Jr. Erfolg. Mittlerweile veröffentlichte der Junior die gesamte Kommunikation auf Twitter.

In der Russland-Affäre um US-Präsident Donald Trump ist bekannt geworden, dass dessen ältester Sohn während des Wahlkampfs Kontakt mit der Enthüllungsplattform WikiLeaks hatte. Donald Trump Jr. veröffentlichte Nachrichten, die eine Kommunikation zwischen ihm und dem Twitterkonto von WikiLeaks zeigen.

Donald Trump Jr. @DonaldJTrumpJr
Here is the entire chain of messages with @wikileaks (with my whopping 3 responses) which one of the congressional committees has chosen to selectively leak. How ironic! 1/3 https://t.co/SiwTqWtykA

Russische Regierung im Visier

WikiLeaks hatte während des Präsidentschaftswahlkampfs gehackte E-Mails aus dem demokratischen Lager um Hillary Clinton veröffentlicht. Das schadete Clinton sehr. US-Geheimdienste beschuldigen die russische Regierung, hinter den Hacking-Angriffen zu stehen.

Aus den von Trump Jr. veröffentlichten Nachrichten geht hervor, dass er mehrmals Anfragen von WikiLeaks bekam. Von ihm selbst finden sich darunter drei Antworten. Die Plattform schickte ihm zunächst eine Frage zu einem politischen Aktionskomitee. Trump Jr. antwortete, er wisse nicht, wer das sei, wolle sich aber umhören.

"Es ist erstaunlich, womit sie durchkommt"

In der nächsten Nachricht bat WikiLeaks ihn, einen Bericht über Clinton öffentlich zu kommentieren. Trump Jr. entgegnete, er habe dies bereits getan. Dann fügte er hinzu: "Es ist erstaunlich, womit sie durchkommt."

In der dritten Nachricht fragte er WikiLeaks, was hinter einer Enthüllung stecke, von der er gelesen habe. Die Plattform bat ihn weiter darum, einen Link zu verbreiten. Dies tat er zwei Tage später.

Ab diesem Punkt finden sich keine weiteren Antworten des 39-Jährigen unter den veröffentlichten Nachrichten. Es folgen nur noch Mitteilungen von WikiLeaks.

Steuererklärung von Donald Trump

So schlug ihm der Nutzer des Twitterkontos im Oktober 2016 vor, der Plattform die Steuererklärung seines Vaters zu geben, damit diese sie dann enthüllen könne. Außerdem empfahl WikiLeaks, dass Trump sich im Fall einer Niederlage am Wahltag nicht geschlagen geben dürfe, sondern das Ergebnis anfechten müsse.

Der Anwalt von Trump Jr. sagte, die enthüllte Kommunikation sei nicht bedenklich. US-Vizepräsident Mike Pence ließ indes erklären, er habe nichts über einen Kontakt zwischen WikiLeaks und Leuten gewusst, die Trumps Wahlkampfteam nahestanden.

Menschen von Transparenz überzeugen

Der für WikiLeaks schreibende Julian Assange erklärte zunächst, die Nachrichten nicht bestätigen zu können. Später verteidigte er sie. WikiLeaks wolle manche Menschen davon überzeugen, dass Transparenz in ihrem Interesse sei.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 14. November 2017 um 06:22 Uhr.

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