Donald Trump Jr. | Bildquelle: REUTERS

Kontakte zu russischer Anwältin Trump Jr. veröffentlicht seine E-Mails

Stand: 12.07.2017 03:02 Uhr

Donald Trump jr. gerät weiter unter Druck. Um neuen Berichten zuvorzukommen, veröffentlichte er einen Mail-Verkehr zum Treffen mit einer russischen Anwältin. Die Demokraten wittern Landesverrat. Und mit Vize-Präsident Pence suchte einer der prominentesten Republikaner Distanz.

Donald Trump Jr. hat E-Mails veröffentlicht, die zu seiner Begegnung mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja geführt haben. In den Nachrichten zwischen dem ältesten Sohn des US-Präsidenten und dem Verleger Rob Goldstone ist von Material die Rede, das von der russischen Generalstaatsanwaltschaft stammen und kompromittierende Informationen über die Beziehungen von Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton nach Russland enthalten soll.

Trumps Sohn veröffentlicht seine E-Mails zur Russland-Affäre
tagesthemen 22:15 Uhr, 11.07.2017, Verena Bünten, ARD Washington

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Trump Jr.: "I love it"

Dieses Material "wäre für Ihren Vater sehr nützlich", schrieb Goldstone demnach. Er versprach "sehr hoch anzusiedelnde und heikle Informationen". Es gehe um die Bemühungen "Russlands und seiner Regierung zur Unterstützung" der Präsidentschaftskampagne von Trumps Vater. Trump Jr. antwortete darauf: "Wenn es das ist, was Sie sagen, liebe ich das."

Seinem Vater habe er nie von dem Treffen mit der russischen Anwältin erzählt, beteuerte Trump Jr. in einem Interview mit dem US-Fernsehsender Fox News. "Es war einfach nichts. Es gab nichts zu erzählen."

Donald Trump Jr. @DonaldJTrumpJr
Here is page 4 (which did not post due to space constraints). https://t.co/z1Xi4nr2gq

US-Präsident Donald Trump sagte, er begrüße die Transparenz seines Sohnes. "Mein Sohn ist eine Person von großer Qualität", hieß es in einer Erklärung, die Trumps Sprecherin verlas.

Vize-Präsident Pence war hingegen um Distanz bemüht. Er habe von dem Treffen nichts gewusst, ließ er mitteilen. Pence beschäftige sich nicht mit Vorfällen aus dem Wahlkampf, insbesondere nicht aus der Zeit, bevor er selbst als Trumps Stellvertreter kandidierte, hieß es in einer Erklärung seines Büros.

Demokraten wittern "Konspiration"

Führende US-Demokraten fordern ernste Konsequenzen. Der demokratische Senator Richard Blumenthal sagte, das Verhalten des Trump-Sohnes zeige "eine Musterbeispiel von krimineller Absicht". Der Co-Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus, Adam Schiff, bezeichnete das Verhalten von Donald Jr., als "eine Form der Konspiration". Man müsse davon ausgehen, dass Russland kompromittierendes Material vorliege, dass die Politik von Präsident Trump beeinflussen könnte.

Anwältin bestätigt Treffen

Die russische Anwältin Natalia Weselnizkaja bestätigte ein Gespräch mit dem Sohn des US-Präsidenten. Sie sei während des Wahlkampfes im vergangenen Jahr von einem ihr unbekannten Mann am Telefon aufgefordert worden, sich mit Donald Trump Jr. zu treffen.

Dem US-Fernsehsender MSNBC sagt Weselnizkaja: "Alles, was ich wusste, war, dass sich Donald Trump Jr. mit mir treffen wollte." Sie habe aber keine Informationen über Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton gehabt und auch nie für die russische Regierung gearbeitet.

An der Zusammenkunft im Trump Tower in New York hätten auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und sein Wahlkampfchef Paul Manafort teilgenommen. Kushner sei nach ein paar Minuten gegangen, Manafort habe sich nicht an dem Gespräch beteiligt, sondern sich meist mit seinem Telefon beschäftigt.

Sie sei gefragt worden, ob sie Informationen über Clintons Wahlkampfteam habe. "Es ist gut möglich, dass sie Informationen suchten. Sie wollten sie so dringend", sagte Weselnizkaja. Wer sie gefragt hat, ging aus dem NBC-Bericht nicht hervor. Weselnizkaja ist Anwältin für die Firma Camerton Consultin in Moskau.

Anwältin Natalia Weselnizkaja | Bildquelle: AP
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Weselnizkaja sagte, sie sei zu dem Treffen mit Trump bestellt worden und sei nach Informationen über Clinton gefragt worden.

Als Lobbyistin gegen Magnitski-Gesetz?

Trump Jr. erklärte, Weselnizkaja habe über das Thema Adoption russischer Waisenkinder und das Magnitski-Gesetz sprechen wollen. Letzteres wurde 2012 vom US-Kongress verabschiedet und sieht Sanktionen vor gegen Personen aus Russland, denen Mord, Folter und andere Menschenrechtsverstöße gegen Aktivisten zur Last gelegt werden.

Das Gesetz geht zurück auf den Fall des Anwalts Sergej Magnitski, der 2009 in russischer Haft starb. Er hatte Vertretern des russischen Innenministeriums illegale Bereicherung vorgeworfen.

Weselnizkaja engagierte sich US-Medien zufolge in den vergangenen Jahren gegen das Gesetz. Und sie verteidigte den Sohn des Vizechefs der Russischen Eisenbahn, Denis Kazyw, vor einem Gericht in New York. Kazyw war wegen Geldwäsche in Zusammenhang mit dem Magnitsky-Fall angeklagt gewesen. Das Verfahren wurde im Mai gegen eine Zahlung von fast sechs Millionen Dollar eingestellt, nachdem Trump den zuständigen Staatsanwalt entlassen hatte.

Trump Jr. zu Aussage bereit

Der Präsidentensohn erklärte auf Twitter, er werde dem Geheimdienstausschuss des Senats gerne Rede und Antwort zu den Treffen stehen, sofern die Mitglieder dies wünschen. Senatoren beider Parteien im Ausschuss kündigten bereits an, Trump Jr. befragen zu wollen.

Donald Trump Jr. @DonaldJTrumpJr
Happy to work with the committee to pass on what I know. https://t.co/tL47NOoteM

US-Geheimdienste beschuldigen die russische Führung, sich mit Hackerangriffen in den Wahlkampf eingemischt zu haben, um Trump zu helfen und Clinton zu schaden. Ein Sonderermittler und mehrere Kongressausschüsse untersuchen, ob es dabei eine Zusammenarbeit mit Trumps Wahlkampflager gegeben hat.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Juli 2017 um 20:00 Uhr.

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