Anwältin Natalia Weselnizkaja | Bildquelle: AP

Russland-Kontakte Anwältin bestätigt Treffen mit Trump Jr.

Stand: 11.07.2017 16:48 Uhr

In der Affäre um mögliche Russland-Kontakte hat sich Anwältin Weselnizkaja zu Wort gemeldet. Sie sei zu dem Treffen mit dem Sohn Trumps gebeten und nach Informationen zu Clintons Wahlkampfteam gefragt worden. Trumps Schwiegersohn Kushner und Wahlkampfmanager Manafort seien dabei gewesen.

Die russische Anwältin Natalia Weselnizkaja hat ein Gespräch mit dem Sohn von US-Präsident Donald Trump bestätigt. Sie sei während des Wahlkampfes im vergangenen Jahr von einem ihr unbekannten Mann am Telefon aufgefordert worden, sich mit Donald Trump Jr. zu treffen.

Dem US-Fernsehsender MSNBC sagt Weselnizkaja: "Alles, was ich wusste, war, dass sich Donald Trump Jr. mit mir treffen wollte." Sie habe aber keine Informationen über Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton gehabt und auch nie für die russische Regierung gearbeitet.

An der Zusammenkunft im Trump Tower in New York hätten auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und sein Wahlkampfchef Paul Manafort teilgenommen. Kushner sei nach ein paar Minuten gegangen, Manafort habe sich nicht an dem Gespräch beteiligt, sondern sich meist mit seinem Telefon beschäftigt.

Sie sei gefragt worden, ob sie Informationen über Clintons Wahlkampfteam habe. "Es ist gut möglich, dass sie Informationen suchten. Sie wollten sie so dringend", sagte Weselnizkaja. Wer sie gefragt hat, ging aus dem NBC-Bericht nicht hervor.

Donald Trump Jr. | Bildquelle: REUTERS
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Trump Jr hatte sich offenbar von der Anwältin Material gegen Clinton erwartet.

Belastendes Material über Clinton versprochen

Das Treffen hatte der Musikproduzent Rob Goldstone organisiert, wie er mehreren US-Medien bestätigte. Vor dem Treffen hatte er der "New York Times" zufolge eine E-Mail an Trump Jr. geschrieben.

Unter Berufung auf drei mit der Sache vertraute Personen berichtete die Zeitung, Trump Jr. sei informiert worden, dass ihm versprochene, möglicherweise kompromittierende Informationen über Clinton von der russischen Regierung stammten. Das Material sei Teil einer Bemühung der russischen Regierung, seinem Vater zum Sieg zu verhelfen.

Goldstones Nachricht deute darauf hin, dass die russische Regierung Quelle der potenziell schädlichen Informationen gewesen sei, schrieb die "New York Times". Es gebe aber keinen Beweis dafür, dass die versprochenen Informationen in Zusammenhang mit den Hackerangriffen auf die Demokraten stünden, schrieb die Zeitung weiter.

Trump Jr. hatte bereits eingeräumt, dass er sich während des Wahlkampfes im Juni 2016 mit Veselnitskaja getroffen hatte, von der er sich Informationen über Clinton versprochen habe. Dass es das Treffen mit der Anwältin gab, war vor kurzem auch offiziell den zuständigen US-Behörden mitgeteilt worden. Erst dann soll der Präsident selbst nach Angaben einer Sprecherin davon erfahren haben.

Trump Jr. zu Aussage bereit

Der Präsidentensohn erklärte auf Twitter, er werde dem Geheimdienstausschuss des Senats gerne Rede und Antwort zu den Treffen stehen, sofern die Mitglieder dies wünschen. Senatoren beider Parteien im Ausschuss kündigten bereits an, Trump Jr. befragen zu wollen.

Donald Trump Jr. @DonaldJTrumpJr
Happy to work with the committee to pass on what I know. https://t.co/tL47NOoteM

US-Geheimdienste beschuldigen die russische Führung, sich mit Hackerangriffen in den Wahlkampf eingemischt zu haben, um Trump zu helfen und Clinton zu schaden. Ein Sonderermittler und mehrere Kongressausschüsse untersuchen, ob es dabei eine Zusammenarbeit mit Trumps Wahlkampflager gegeben hat.

Über dieses Thema berichtete am 11. Juli 2017 die tagesschau um 04:43 Uhr und Inforadio um 06:40 Uhr.

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