Donald Trump Jr. | Bildquelle: AP

Treffen mit russischer Anwältin Trump Jr. zu Aussage bereit

Stand: 10.07.2017 22:05 Uhr

Der älteste Sohn von US-Präsident Trump hat auf Vermittlung eines Musik-Verlegers mit einer russischen Anwältin gesprochen, weil er sich belastende Infos über Präsidentschaftskandidatin Clinton erhoffte. Er erklärte sich nun bereit, vor dem Senat über das Treffen auszusagen.

Der Musikverleger Robert Goldstone hat nach eigenen Angaben das Treffen zwischen dem ältesten Sohn von US-Präsident Donald Trump und einer russischen Anwältin vermittelt. Er sei vergangenes Jahr im Auftrag seines Moskauer Klienten Emin Agalarow an Donald Trump Jr. herangetreten, sagte Goldstone der Nachrichtenagentur AP.

In einer Mitteilung hatte Trump Jr. zuvor erklärt, die Anwältin habe angegeben, Informationen darüber zu haben, dass es Verbindungen zwischen Russland und dem Democratic National Committee gebe, der nationalen Organisation der demokratischen Partei.

Trump Jr. will vor Komitee aussagen

Der Präsidentensohn erklärte auf Twitter, er werde dem Geheimdienstausschuss des Senats gerne Rede und Antwort zu den Treffen zu stehen, sofern dies es wünsche. Zuvor hatte ein republikanisches Mitglied des Komitees gesagt, dass das Gremium ihn befragen sollte. Senatoren beider Parteien im Ausschuss kündigten bereits an, Trump Jr. befragen zu wollen.

Donald Trump Jr. @DonaldJTrumpJr
Happy to work with the committee to pass on what I know. https://t.co/tL47NOoteM

An dem Treffen im Trump-Tower im Juni 2016 nahmen auch Jared Kushner, der Mann von Ivanka Trump, und der damalige Wahlkampfchef Paul Manafort teil. Dass es das Treffen mit der Anwältin gab, war vor kurzem auch offiziell den zuständigen US-Behörden mitgeteilt worden.

Treffen war angeblich erfolglos

"Es wurden keine Details oder unterstützende Informationen bereitgestellt oder angeboten", sagte Trump Jr. "Es wurde schnell klar, dass sie keine bedeutungsvollen Informationen hatte." Sein Vater habe von dem Treffen nicht gewusst. Anders als Kushner arbeitet Trump Jr. nicht für die US-Regierung und muss daher auch keine Kontakte ins Ausland preisgeben.

Dem Kreml ist nach Darstellung eines Sprechers des russischen Präsidenten Wladimir Putin nichts über das Treffen bekannt. Die Regierungszentrale wisse nicht, wer die Anwältin ist, und könne nicht alle russischen Anwälte und deren Treffen in Russland und im Ausland verfolgen.

Die mögliche Wahlbeeinflussung war nach eigener Aussage auch Thema des ersten Treffens von Trump mit Putin. Er habe Putin "zweimal mit Nachdruck auf die russische Einmischung in unseren Wahlkampf angesprochen", schrieb Trump auf Twitter. Der russische Präsident habe diese zurückgewiesen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Juli 2017 um 04:43 Uhr.

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