Donald Trump Jr. | Bildquelle: AP

Bericht über Trump-Sohn Russland-Treffen für Clinton-Infos?

Stand: 10.07.2017 05:05 Uhr

Es ist die nächste Runde in der Affäre um angebliche Russland-Kontakte des Teams von US-Präsident Trump: Laut einem Zeitungsbericht soll sich sein ältester Sohn mit einer russischen Anwältin getroffen haben, weil ihm belastende Clinton-Informationen versprochen worden waren.

Der älteste Sohn von US-Präsident Donald Trump soll einem Treffen mit einer russischen Anwältin zugestimmt haben, weil er sich davon Informationen über Hillary Clinton erhofft haben soll. Donald Trump Jr. habe sich im Juni 2016 mit der Anwältin getroffen, nachdem ihm versprochen worden sei, er könne dabei belastende Informationen über die damalige Gegenkandidatin seines Vaters um das Präsidentenamt erhalten. Das berichtete die "New York Times", die sich auf Mitarbeiter des Weißen Hauses berief.

An dem Treffen hätten neben Trump Jr. auch der Schwiegersohn des Präsidenten, Jared Kushner, und Trumps ehemaliger Wahlkampfmanager, Paul Manafort, teilgenommen.

"Vage und unklar"

Das Blatt zitierte eine Stellungnahme von Trump Jr., wonach dieser die Begegnung mit der Anwältin Natalia Veselnizkaja einräumte: "Nach dem Austausch von Freundlichkeiten erklärte die Frau, sie habe Informationen, dass Personen mit Verbindungen zu Russland das Democratic National Committee finanzierten und Frau Clinton unterstützten." Die Äußerungen seien vage und unklar gewesen und hätten keinen Sinn ergeben. "Es wurden keine Details oder unterstützende Informationen genannt oder angeboten. Es wurde schnell klar, dass sie keine bedeutsamen Informationen hatte."

Die Zeitung deutet den Bericht als einen ersten öffentlichen Hinweis darauf, dass zumindest einige Mitglieder aus Trumps Wahlkampfteam bereit gewesen waren, Russlands Hilfe anzunehmen.

Ein Sprecher des Anwaltsteams des US-Präsidenten sagte, dieser habe an fraglichem Treffen nicht teilgenommen und auch nichts davon gewusst.

Laufende Ermittlungen

Anders als Kushner arbeitet Trump Jr. nicht für die US-Regierung und muss daher auch keine Kontakte ins Ausland preisgeben. Unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle schrieb die Zeitung, der damalige Wahlkampfchef Manafort habe das Treffen bei den Untersuchungen im US-Kongress zur Russland-Affäre offengelegt.

Trump hatte die Wahl im November gegen Clinton gewonnen. In den USA gehen derzeit mehrere Gremien dem Verdacht nach, Russland habe durch das Ausspionieren vertraulicher Daten die US-Präsidentenwahl beeinflusst. Zudem geht es um die Frage, ob es geheime Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Vertretern der Moskauer Regierung gab. Trump weist dies ebenso zurück wie Russland den Vorwurf einer Einmischung in den Wahlkampf.

Die mögliche Wahlbeeinflussung war nach eigener Aussage auch Thema des ersten Treffens von Trump mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er habe Putin "zweimal mit Nachdruck auf die russische Einmischung in unseren Wahlkampf angesprochen", schrieb Trump auf Twitter. Der russische Präsident habe diese zurückgewiesen.

Über dieses Thema berichtete die Tagesschau am 10. Juli 2017 um 04:50 Uhr.

Darstellung: