Donald Trump | Bildquelle: REUTERS

Rückzug aus Imperium Der Geschäftsmann nimmt sich mehr Zeit

Stand: 13.12.2016 12:58 Uhr

Als Präsident wolle er kein Konzernchef sein, versprach Trump nach seiner Wahl. Konkrete Aussagen zur Zukunft seines Firmen-Imperiums verschob der Milliardär via Twitter kurzerhand auf nächstes Jahr. Rechtsexperten meinen: Ein Verkauf wäre die sauberste Lösung.

Wie hält es Donald Trump mit seinen Geschäften und dem Präsidentenamt? Er hatte bereits angekündigt, sich aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen, um Interessenskonflikte zu vermeiden. Als Präsident wolle er kein Konzernchef sein, hatte er nach seiner Wahl versichert.

Für Mitte Dezember war eigentlich eine Pressekonferenz angekündigt. Doch daraus wird nichts. Bald-US-Präsident Trump will sich erst "in der nahen Zukunft" auf einer Pressekonferenz zu seinem zukünftigen Umgang als US-Präsident mit seinen Immobilien-Geschäften, seiner Ministerauswahl und "allen andere Themen von Interesse" äußern - so schrieb er auf Twitter.

Ein "unglaublich erfolgreicher" Unternehmer

Laut einem seiner Sprecher soll der neue Termin im Januar liegen. So hätten die Rechtsberater Trumps mehr Zeit, um die Übergabe des Unternehmens vorzubereiten. Trumps Beraterin Kellyanne Conway warb um Verständnis dafür, dass es sehr schwer sei, die "verwickelten und komplexen" unternehmerischen Aktivitäten des künftigen Präsidenten neu zu organisieren. Trump sei ein "unglaublich erfolgreicher" Unternehmer, der über Tochterunternehmen "rund um die Welt" verfüge.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
I will hold a press conference in the near future to discuss the business, Cabinet picks and all other topics of interest. Busy times!

Ebenfalls per Twitter teilte Trump mit, seine Söhne Don und Eric würden gemeinsam mit weiteren Managern seine Geschäfte weiterführen. Er werde vor seiner Vereidigung am 20. Januar die Geschäfte an sie abgeben. Während seiner Amtszeit beziehungsweise Amtszeiten, sollten es zwei werden, würden keine "neuen Geschäfte aufgenommen".

Trump gehören unter anderem Hotels und Golfplätze von Panama bis Schottland, ein Weingut und eine Model-Agentur.

Interessenkonflikte?

Bereits Ende November hatte er bekanntgegeben, dass die Abgabe seiner Geschäfte juristisch vorbereitet werde, um Interessenkonflikte zu vermeiden. "Die Präsidentschaft ist eine wesentlich wichtigere Aufgabe", schrieb Trump auf Twitter.

Vor einigen Tagen hatte Trump außerdem über Twitter vehement Meldungen des US-Fernsehsenders CNN widersprochen, er werde auch während seiner Präsidentschaft für seine Fernsehshow "The Apprentice" ("Der Lehrling") arbeiten. Solche Behauptungen seien "lächerlich", "unwahr" und "Fake News".

Donald J. Trump @realDonaldTrump
Hence, legal documents are being crafted which take me completely out of business operations. The Presidency is a far more important task!

Kritiker bemängeln schon seit längerem die geplante Übergabe der Geschäfte an Familienmitglieder. Im Gespräch war, dass die Kinder lediglich als Treuhänder eingesetzt werden. Einige Rechtsexperten sind der Meinung, die sauberste Lösung wäre es, das Imperium gänzlich zu verkaufen. Trump hingegen hatte kürzlich gesagt, es gebe keine Gesetze, die einen US-Präsidenten zur Aufgabe seiner privatwirtschaftlichen Aktivitäten zwingen würden.

US-Präsidenten sind nicht verpflichtet, ihre privaten wirtschaftlichen Tätigkeiten während der Amtszeit ruhen zu lassen. Verboten ist es lediglich, aus dem Ausland Geschenke oder "Vergütungen" anzunehmen.

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