Trump | Bildquelle: AP

Rückzug aus Imperium Als Präsident will Trump kein Konzernchef sein

Stand: 30.11.2016 17:03 Uhr

Donald Trump hat angekündigt, sich in seiner Zeit als US-Präsident aus seinen Unternehmen zurückziehen. Er wolle sich ganz auf die Staatsgeschäfte konzentrieren, so der Milliardär. Das Kabinett, das ihn dabei unterstützen soll, nimmt indes weiter Formen an.

Donald Trump will sich nach eigenen Angaben als US-Präsident komplett aus seinen Unternehmen zurückziehen. Der Schritt sei rechtlich nicht zwingend, er wolle sich aber voll und ganz auf die Staatsgeschäfte konzentrieren, schrieb der 70-Jährige auf Twitter. "Die Präsidentschaft ist die bei weitem wichtigere Aufgabe", so Trump. Er wolle am 15. Dezember in New York gemeinsam mit seinen Kindern Einzelheiten bekanntgeben.

Zunächst hatte Trump geplant, seine Kinder lediglich als Treuhänder einzusetzen. Der künftige US-Präsident war als Geschäftsmann häufig umstritten. Mit seinen Kasino-Geschäften war er mehrfach in Konkurs gegangen, seine sogenannte Universität stand unter dem Verdacht, Studenten betrogen zu haben. Trump hatte sich erst vor wenigen Tagen in einem Vergleich auf die Zahlung von 25 Millionen Dollar Schadenersatz verständigt.

Steven Mnuchin | Bildquelle: AP
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Mnuchin war bereits Finanzchef von Trumps Wahlkampagne.

Investmentbanker als Finanzminister

Unterdessen kommt der künftige Präsident offenbar mit der Besetzung seines Kabinetts voran: Der frühere Manager der Investmentbank Goldman Sachs, Steven Mnuchin, soll US-Finanzminister werden. Mnuchin selbst gab im Fernsehsender CNBC bekannt, dass der designierte US-Präsident ihn für diesen Posten nominiert habe. Mnuchin war bereits der Finanzchef von Trumps Wahlkampagne. Der 53-Jährige arbeitete 17 Jahre lang für die Investmentbank Goldman Sachs, später reüssierte er als Produzent von Hollywoodfilmen.

"Unsere oberste Priorität hat die Steuerreform", sagte Mnuchin CNBC. "Wir werden die Unternehmenssteuern senken, was enorm viele Jobs zurück in die Vereinigten Staaten bringen wird." Sie sollen auf 15 Prozent halbiert werden. Auch mittlere Einkommen sollen entlastet werden. Der 53-Jährige sprach von der größten Steuerreform seit der Ära von Präsident Ronald Reagan in den 1980er-Jahren.

Wilbur Ross | Bildquelle: AFP
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Milliardär Ross favorisiert bilaterale Handelsabkommen.

Milliardär Ross soll Handelsminister werden

Der milliardenschwere Investor Wilbur Ross soll Handelsminister werden. Das bestätigte Ross ebenfalls dem Sender CNBC. Er lies durchblicken, dass er bilaterale Handelsabkommen statt regionaler Vereinbarungen wie dem transpazifischen TPP bevorzugt. "Wir haben viel dummen Handel betrieben", sagte Ross. Er sammelte in New York politische Erfahrung, wo er als Privatisierungsberater für den früheren Bürgermeister Rudy Giuliani arbeitete. Trump selbst äußerte sich zu den neuen Kabinettsbesetzungen zunächst nicht.

Trump kündigt Rückzug aus seinen Geschäften an
A. Horchler, ARD Washington
30.11.2016 15:54 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. November 2016 um 15:00 Uhr.

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