Trump | Bildquelle: AFP

Nach FBI-Anhörung Erstmal ignorieren

Stand: 21.03.2017 08:49 Uhr

Das FBI ermittelt wegen möglicher Wahlkampfabsprachen mit Russland, Trumps Abhörvorwürfe gegen Obama erwiesen sich dagegen als haltlos. Und was macht Trump? Der US-Präsident lässt sich feiern. Sein Team bemüht sich derweil um Schadensbegrenzung.

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Präsident Donald Trump ließ sich am Ende dieses Tages feiern: In Louisville in Kentucky sprach er vor einer Halle voller Anhänger. Dabei verlor er kein Wort über Russlands Einfluss auf die US-Wahlen und seinen Vorwurf, Präsident Barack Obama habe ihn abgehört.

FBI-Chef James Comey hatte im Kongress offiziell bestätigt, dass das FBI den russischen Einfluss untersucht - im Rahmen der Spionage-Abwehr: "Dazu gehört, dass wir alle Verbindungen zwischen Mitgliedern des Trump-Wahlkampfteams und der russischen Regierung untersuchen. Und, ob es eine Abstimmung zwischen dem Trump-Team und Russlands Bemühungen gab."

"Eine politische Geisterjagd"

Viel mehr sagte Comey dazu nicht. Die meisten Nachfragen beantwortete er, dass er dazu öffentlich nichts sagen dürfe, die Ermittlungen liefen noch. Trotzdem: Trumps Verteidiger werteten das als Freispruch. Jason Miller, früherer Sprecher des Wahlkampf-Teams, sagte bei CNN: "Da kam raus, sie haben nichts, da ist absolut nichts dran. Das ist eine politische Geisterjagd."

Trump-Sprecher Sean Spicer versuchte gleichzeitig, zwei mögliche Verdächtige kleinzureden: Michael Flynn und Paul Manafort. Flynn war für wenige Wochen Trumps Sicherheits-Berater, er musste wegen seiner Russland-Verbindungen zurücktreten. Spicer sagte: "General Flynn war ein freiwilliger Helfer des Wahlkampfteams, und dann wird über Paul Manafort diskutiert, der eine sehr eingeschränkte Rolle spielte, für eine sehr begrenzte Zeit."

Manafort war immerhin Trumps zweiter Wahlkampf-Manager, der den Sieg bei den Vorwahlen organisierte. In einer Stellungnahme teilte Manafort mit, er habe im Wahlkampf keine Kontakte zu russischen Offiziellen gehabt.

FBI-Chef James Comey | Bildquelle: REUTERS
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FBI-Chef Comey bei der Anhörung

Die Republikaner würden dieses Thema gerne hinter sich lassen - darum konzentrierten sie sich auf einen anderen Aspekt: Wie konnten geheime Informationen über das Thema an die Presse gelangen? Senator Chuck Grassley sagte der PBS Newshour: "Ich denke, sie sollten genauso energisch sein, wenn es darum geht, woher die Leaks kommen. Da könnte die nationale Sicherheit in Gefahr sein. Wir reden immer darüber, gegen Trump und Trump-Leute zu ermitteln. Ich höre nicht genug, dass die Leaks untersucht werden."

Die Republikaner im Kongress würden auch ein anderes Thema gerne hinter sich lassen: Trumps Vorwurf, Präsident Obama habe ihn im Trump-Tower abhören lassen. FBI-Chef Comey sagte, es gebe nichts, das den Vorwurf belege. Im gesamten Justizministerium gebe es keine Hinweise dafür.

Sandra Ratzow, ARD Washington, zu den Vorwürfen gegen Trump
Morgenmagazin, 21.03.2017

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"Wird man ihm glauben?"

Für die Demokraten geht es um die Glaubwürdigkeit von Präsident Trump. Der Abgeordnete Adam Schiff sagte, wie sollten sie dem Präsidenten noch glauben, wenn es eine Krise gebe - zum Beispiel wegen des Atomprogramms Irans? "Wird man ihm glauben? Werden ihm die Amerikaner glauben, werden ihm die Alliierten glauben, die er braucht, wenn er etwas gegen Iran unternehmen will? Jedes Mal, wenn der Präsident seine Glaubwürdigkeit untergräbt, schwächt er sich. Er schwächt unser Ansehen in der Welt. Im Fall eine Krise werden wir einen schlimmen Preis dafür zahlen", sagte Schiff.

Er forderte eine umfassende Untersuchung des russischen Einflusses auf die Wahlen in den USA - Experten weisen darauf hin, dass solche Gegenspionage-Ermittlungen Monate, wenn nicht Jahre dauern könnten.

FBI-Chef Comey ließ keinen Zweifel daran, dass es einen Einfluss gab. Präsident Wladimir Putin habe Hillary Clinton gehasst und darum Trump präferiert. Er warnte davor, dass Russland in Zukunft ähnliches planen könnte: "Sie kommen zurück 2020, vielleicht schon 2018. Eine Lehre für sie könnte sein, dass sie erfolgreich waren, denn sie haben für Chaos, Spaltung und Konflikt gesorgt."

Und NSA-Chef Michael Rogers fügte hinzu, eine ähnliche Taktik Russlands würden sie auch in Europa beobachten: Missinformationen und Fake News.

Russland-Connection - FBI-Chef Comey im Kongress
A. Horchler, ARD Washington
20.03.2017 19:41 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 21. März 2017 um 05:41 Uhr.

Korrespondent

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