Der designierte US-Präsident Donald Trump und Betsy DeVos | Bildquelle: AP

Trumps Personalpläne Und noch eine Frau

Stand: 24.11.2016 07:03 Uhr

Nach Nikki Haley will Trump eine weitere Frau ins Kabinett holen: Die Milliardärin Betsy DeVos soll Bildungsministerin werden. Auch sie hatte Trump im Wahlkampf kritisiert. Am Vorabend zu Thanksgiving rief Trump die Amerikaner zur Versöhnung auf.

Von Sabrina Fritz, ARD-Studio Washington

Thanksgiving ist das Familienfest überhaupt in den USA. Für viele Amerikaner ist es wichtiger als Weihnachten, denn egal ob Moslem oder Christ, der Truthahn passt auf jeden Tisch. Donald Trump hat die Gelegenheit beim Schopf gepackt und sich erneut in einer Videobotschaft an das Volk gewandt. Darin fordert er zur Einigkeit auf: "Ich bete dafür, dass wir an diesem Thanksgiving unsere Unterschiede überwinden und weitermachen als ein Land. Gestärkt durch gemeinsame Ziele und Entschlossenheit."

Der künftige Präsident hat erstmals zwei Frauen in sein Kabinett berufen. Beide haben eines gemeinsam: Sie standen im Wahlkampf Trump kritisch gegenüber und hatten andere Kandidaten unterstützt.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
Happy Thanksgiving to everyone. We will, together, MAKE AMERICA GREAT AGAIN!

Trump im Wahlkampf kritisiert

Betsy DeVos soll Bildungsministerin werden. Die 58-Jährige stammt aus einer reichen Industriellenfamilie in Michigan. DeVos hatte verschiedene Führungsposten in der republikanischen Partei.

Wie Trump ist sie für das sogenannte "Schulgutscheinsystem". Danach bekommen Eltern für die Ausbildung ihrer Kinder eine bestimmte Summe vom Staat und können damit dann das Schulsystem wählen, das sie wollen: Vom Unterricht Zuhause bis zu privaten Schulen. Kritiker sagen, damit würden Schulen einem gnadenlosen Wettbewerb ausgesetzt und öffentliche Schulen benachteiligt.

Meisterin der Diplomatie

Weitaus bekannter in der Öffentlichkeit ist Nikki Hailey, die Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen in New York werden soll. Sie hat zwar keine außenpolitische Erfahrung, gilt aber als Meisterin der Diplomatie, wie sie im Umgang mit Trump beweist: "Ich würde Mr. Trump als meinen Freund bezeichnen. Nur weil man unterschiedlicher Meinung ist, heißt das nicht, dass man nicht befreundet sein kann."

Hailey kritisierte Trump vor allem für seine Pläne, Muslimen die Einreise in die USA zu verweigern. Die Eltern der künftigen UN-Botschafterin kamen aus Indien in die USA. Hailey ist Gouverneurin des Bundesstaates South Carolina. Sie muss in Zukunft die Interessen der USA gegenüber Russland, China und dem Rest der Welt vertreten. Sie sagt über ihren Politikstil: "Wenn Du laut und sauer wirst, hört die Arbeit auf und deshalb müssen wir versuchen, die Lautstärke runterzudrehen und den Menschen zuzuhören."

Diese Ruhe bewahrte sie auch, als in einer Kirche in ihrem Bundesstaat neun schwarze Amerikaner erschossen wurden. Ausschreitungen, wie in anderen Bundesstaaten, blieben aus.

Wichtige Posten noch unbesetzt

Mit DeVos und Hailey hat Donald Trump erstmals Personen gewählt, die nicht ältere weiße Amerikaner sind. Doch wichtige Posten sind noch nicht besetzt, das Verteidigungs- und Außenministerium zum Beispiel.

Trump wird den Thanksgiving-Feiertag in seinem Ferienressort in Florida verbringen. Kurz zuvor bekam er sein zweites Briefing der Geheimdienste. Das ist deutlich weniger als seine Vorgänger, die sich jeden Tag über die Sicherheitslage der USA informieren ließen. Doch Trump, so berichten US-Medien, habe ein tägliches Geheimdienstbriefing bislang abgelehnt.

Die ersten Frauen in Trumps Kabinett
S. Fritz, ARD Washington
24.11.2016 06:24 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 23. November 2016 um 17:53 Uhr

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