Donald Trump mit seiner Frau Melania (li.) und seiner Tochter Ivanka. | Bildquelle: dpa

Der Trump-Clan Wie viel Geschäft darf die Familie?

Stand: 18.11.2016 17:49 Uhr

Trump wird Präsident - was er schon ist: ein milliardenschwerer Geschäftsmann. Nun soll seine Familie die Unternehmen leiten, wenn Trump ins Weiße Haus wechselt. Doch wie eng dürfen die Verstrickungen zwischen Politik und Geschäft innerhalb des Clans sein?

Von Rolf Büllmann, ARD-Studio Washington

Donald Trump hat es während seines Wahlkampfes immer wieder gesagt: Seine Familie sei wichtig für ihn. Und vor allem die nächste Generation der Trumps war auch immer wieder aktiv für den zukünftigen US-Präsidenten: in erster Linie seine Söhne Eric und Donald jr. sowie seine Tochter Ivanka. Und - etwas mehr im Hintergrund - Ivankas Ehemann Jared Kushner, der als einer von Trumps engsten Beratern gilt.

Trump weiß, was er an ihnen und an seiner Frau Melania hat, und hat ihnen nach dem Wahlsieg ganz offiziell gedankt. Doch jetzt wird alles auf einmal ziemlich kompliziert. Denn Trump vertraut seiner Familie nicht nur in seiner Position als Geschäftsmann, sondern auch als Politiker - und das führt zu Interessenkonflikten.

Melania, Ivanka, Eric und Donald Trump | Bildquelle: AFP
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Trump will seinen Söhnen Eric und Donald jr. (re.) die Leitung seiner Firmen überlassen.

Keine klare Trennung zwischen Geschäft und Familie

Trump sagt, er werde die Leitung seiner Firmen seinen Kindern überlassen. Doch Ethikexperten wie Larry Noble warnen: Das sei nicht genug. Trump sollte, wie andere Präsidenten vor ihm auch, sein Vermögen in einen sogenannten blind trust überführen. Bei einem echten blind trust lässt man einen unabhängigen Dritten die eigenen Investitionen managen. Trump wüsste nicht, was dort passiert. Er aber will sein Geschäft einfach an seine Kinder überschreiben, die ihm nahe sind und von denen er sagt, sie seien seine Berater.

Trumps Tochter Ivanka hält während des Wahlkampfes eine Rede. | Bildquelle: dpa
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Ivanka Trump hat bereits eine eigene Schmuckkollektion entworfen. Dienten Fernsehauftritte, um für ihre Stücke Werbung zu machen?

Damit gibt es keine klare Trennung zwischen Geschäft und Politik. Tatsächlich gab es bereits erste Vermischungen - auf niedriger Ebene zwar nur, aber immerhin. Der Sender CBS berichtete nach einem Fernsehinterview mit der Trump-Familie, Ivanka Trump stehe in der Kritik. Sie habe bei dem Interview ein Diamantarmband aus ihrer eigenen Schmuckkollektion getragen und am nächsten Tag habe ihre Firma mithilfe des Fernsehauftritts Werbung für das Stück gemacht, das mehr als 10.000 Dollar kostet.

Ein Versehen, beeilte sich die Firma mitzuteilen: Man müsse sich noch an die neuen Realitäten nach dem Wahlsieg gewöhnen. Aber kein Einzelfall - auch das Kleid, dass Ivanka bei ihrer Rede auf dem republikanischen Parteitag getragen hat, wurde danach mit diesem Auftritt beworben. 

Machte Schwiegersohn Trump-Gegner mundtot?

Und manche Konflikte scheinen einfach unlösbar, wenn die beiden Welten Politik und Unternehmen wegen familiärer Bande nicht klar getrennt werden. Zum Beispiel bei Trumps neuem Hotel in Washington D.C.. Das Gebäude hat Trump, der Geschäftsmann, vom Staat gemietet. Und der Chef der zuständigen Kontrollbehörde wird ernannt von: Trump, dem Politiker, der wiederum beraten wird von seinen Kindern, die auch seine Geschäftsinteressen managen. Es dreht sich immer im Kreis.

Ivanka Trump mit ihrem Ehemann Jared Kushner | Bildquelle: AFP
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Leg Dich nicht mit Jared Kushner an - diesen Ruf verpassen Kommentatoren dem Ehemann von Trumps Tochter Ivanka.

Dass Trump auf seine Familie hört, gilt als sicher. So heißt es immer wieder, sein Schwiegersohn Jared Kushner sei die treibende Kraft gewesen, als der Gouverneur Chris Christie mehr oder weniger kalt gestellt wurde im Trump-Lager. Christie hatte als Staatsanwalt Jareds Vater wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis gebracht. Christie hat zwar auch andere Probleme, die ihn jetzt für einen Ministerposten disqualifizieren könnten, doch Kommentatoren sagen, jetzt sei auch klar: Leg Dich nicht mit Jared Kuschner an.

Die Trump-Familie kommt mit Macht nach Washington.

Trump, seine Familie und andere Interessenkonflikte
R. Büllmann, BR Washington
18.11.2016 15:59 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandradio Kultur am 19. November 2016 um 07:13 Uhr.

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