
Bericht der "Washington Post" Offenbar Ermittlungen gegen Trump persönlich
Stand: 15.06.2017 08:16 Uhr
Sonderermittler Robert Mueller hat der "Washington Post" zufolge Ermittlungen gegen US-Präsident Trump aufgenommen. Geprüft würden Vorwürfe, Trump habe versucht, unzulässigen Einfluss auf die Justiz zu nehmen.
Der Sonderermittler in der Russland-Affäre Robert Mueller hat Ermittlungen gegen US-Präsident Donald Trump aufgenommen und untersucht nun offenbar, ob dieser die Justiz behindert hat. Das berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf mehrere mit der Sache vertraute Personen.
Rechtsvertreter Trumps erklärten, das Durchsickern von Informationen über den Präsidenten im FBI sei empörend und rechtswidrig. Allerdings ist unklar, ob die Informationen der Zeitung tatsächlich vom FBI stammen.
NSA zur Zusammenarbeit bereit
Die "Washington Post" berichtet, die Ermittlungen gegen Trump hätten begonnen, nachdem FBI-Chef Comey entlassen worden war. Mitarbeiter des Sonderermittlers wollten die Geheimdienst-Chefs in dieser Woche befragen. Die NSA teilte der Zeitung mit, man werde mit dem Sonderermittler kooperieren, ohne weitere Details zu nennen.
Vergangene Woche hatte Comey vor dem Geheimdienst-Ausschuss des US-Senats beschrieben, wie Trump bei einem Vier-Augen-Gespräch versucht hatte, ihn von einem Fallenlassen der Ermittlungen gegen Trumps früheren Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn zu überzeugen.
Sandra Ratzow, ARD Washington, zu Ermittlungen gegen Trump
Morgenmagazin 05:30 Uhr, 15.06.2017
Comey sagte, er sei darauf nicht eingegangen. Neben Comey waren vom Geheimdienstausschuss auch der Nationale Geheimdienstdirektor Dan Coats sowie der Chef des Abhördienstes NSA, Michael Rogers, vernommen worden. Teile der Anhörungen fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Plant Trump eine Entlassung Muellers?
Zuletzt hatte es aus dem Umfeld des Präsidenten geheißen, Trump erwäge eine Entlassung Muellers. Das Weiße Haus hatte dem widersprochen. Anders als ein unabhängiger Sonderermittler des Kongresses wie etwa in der Watergate-Affäre, hat Mueller aber eine Position, in der er theoretisch vom Präsidenten entlassen werden kann.
Die Untersuchungen des Sonderermittlers drehten sich bislang hauptsächlich um die Frage, auf welche Weise Russland Einfluss genommen hat auf die US-Wahlen und welche Verbindungen es im Wahlkampf zwischen der russischen Regierung und dem Wahlkampfteam von Trump gegeben hat. Es soll auch um Finanzgeschäfte gehen.
Mit Informationen von Jan Bösche, ARD-Studio Washington
Sonderermittler hat auch Trump im Blick
J. Bösche, ARD Washington
15.06.2017 08:02 Uhr
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