Türkische Soldaten vor ihrem Einsatz in Nordsyrien | Bildquelle: AP

Militäreinsatz in Nordsyrien Trump mahnt Erdogan zur Mäßigung

Stand: 25.01.2018 05:58 Uhr

Krisentelefonat zwischen Washington und Ankara: Präsident Trump hat von seinem Amtskollegen Erdogan Zurückhaltung in Nordsyrien gefordert. Doch auch der Türke stellte Forderungen.

US-Präsident Donald Trump hat den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan aufgefordert, den Militäreinsatz in der nordsyrischen Region Afrin zurückzufahren. In einem Telefonat habe Trump darauf gedrängt, dass die Türkei "deeskalierend" vorgehen und ihre Militäroperationen begrenzen solle, erklärte das Weiße Haus. Sie müsse darauf hinwirken, dass zivile Opfer vermieden würden und die Zahl der Flüchtlinge nicht ansteige.

Trump verlangte den Angaben zufolge auch, dass die Türkei jegliche Operation vermeiden müsse, die eine Konfrontation zwischen türkischen und US-Soldaten provozieren könne. Die USA und die Türkei sollten sich auf das gemeinsame Ziel konzentrieren, die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) dauerhaft zu besiegen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und der US-amerikanische Präsident Donald Trump im Weißen Haus | Bildquelle: REUTERS
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Wie ist die heikle Lage zu beurteilen? Die Präsidenten Erdogan und Trump - hier im Mai 2017 - haben telefoniert.

"Berechtigte Sicherheitsinteressen der Türkei"

Das Weiße Haus teilte weiter mit, Trump habe sich besorgt über die wachsende Gewalt in der Region geäußert und gesagt, so seien amerikanisch-türkische Zielsetzungen in Syrien in Gefahr. Erdogan sei aufgefordert worden, die militärischen Einsätze zu begrenzen und Opfer unter Zivilisten zu vermeiden. Trump lud Erdogan zu einer engeren Kooperation ein, um die "berechtigten Sicherheitsbedenken der Türkei" in Syrien anzugehen.

Schon in den vergangenen Tagen hatte die US-Regierung bereits mehrfach Ankara zur Zurückhaltung bei dem Militäreinsatz aufgefordert. Die türkischen Streitkräfte setzten aber dessen ungeachtet ihre Offensive unvermindert fort. Nun war es das erste Mal, dass Trump direkt mit Erdogan über das Thema sprach.

Raketen auf Kilis
morgenmagazin, 25.01.2018, Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul

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Erdogan fordert Ende der Waffenlieferungen an die YPG

Von türkischer Seite hieß es, Erdogan habe Trump aufgefordert, Waffenlieferungen an die syrisch-kurdische Miliz YPG einzustellen. Die türkische Militäroperation in Syrien richte sich gegen Terroristen und diene dem Schutz der nationalen Sicherheit der Türkei, sagte Erdogan nach Angaben seines Büros in dem Telefonat.

Die türkische Militäroffensive ist für das Verhältnis zwischen Ankara und Washington hochbrisant. Die Operation richtet sich gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), die Ankara als syrischen Zweig der in der Türkei verbotenen PKK und damit als Terrororganisation betrachtet. Die USA unterstützen allerdings die YPG im Kampf gegen den IS. Diese Kooperation hatte dazu geführt, dass die Dschihadisten im Norden Syriens weitgehend besiegt wurden.

Tote in der Türkei

Am Mittwochabend wurden beim Einschlag von zwei Raketen in der südtürkischen Grenzstadt Kilis zwei Menschen getötet. Gouverneur Mehmet Tekinarslan erklärte, bei dem Beschuss aus Afrin habe es auch elf Verletzte gegeben. Sein Büro machte die YPG verantwortlich.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 25. Januar 2018 um 06:15 Uhr.

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