James Comey | Bildquelle: AP

Druck auf Trump steigt weiter Comey will reden

Stand: 20.05.2017 05:41 Uhr

Der geschasste FBI-Chef Comey will vor einem Ausschuss des US-Senats über die Russland-Affäre aussagen. Der Druck auf US-Präsident Trump könnte weiter steigen - dabei hatte er laut eigener Aussage geglaubt, durch den Rauswurf gerade diesen Druck los zu sein.

Im Zuge der Russland-Untersuchungen wird der gefeuerte FBI-Chef James Comey vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats aussagen. Das teilte der Vorsitzende des Ausschusses, der republikanische Senator Richard Burr mit. Das Datum für die Anhörung sei noch nicht festgelegt, es werde aber nach dem Memorial Day stattfinden. An dem Gedenktag, dem letzten Montag im Mai, erinnern die Amerikaner an ihre Gefallenen. US-Präsident Donald Trump sorgt derweil mit einer deutlichen Aussage über Comey für Irritationen.

Was geschah im Januar beim Abendessen?

Burr sagte, dass der Ausschuss von Comey mehr über die Rolle erfahren wolle, die dieser bei der Einschätzung des FBI spielte, Russland habe sich in die US-Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr eingemischt. Burr erklärte auch, er hoffe, dass Comeys Aussage einige Fragen beantworten werde, die seit dessen plötzlicher Entlassung durch US-Präsident Donald Trump aufgekommen seien. Comey wird sich sicherlich mit Fragen über ein Abendessen im Januar auseinandersetzen müssen, bei dem Trump ihn laut einer Erklärung Comeys an Vertraute aufgefordert haben soll, ihm Loyalität zu schwören.

Wochen später, so heißt es ebenfalls von Comeys Verbündeten, soll der Präsident verlangt haben, dass die Ermittlungen gegen seinen Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn eingestellt werden. Comey ist bekannt dafür, Gesprächsnotizen über Begegnungen zu machen, die ihm besonders wichtig oder auch seltsam vorkommen. Eine Einladung des Justizausschusses des US-Senats zur Anhörung hatte er ausgeschlagen.

"Ein richtiger Spinner"

Kurz bevor Burr bekannt gab, dass Comey aussagen werde, hatte die "New York Times" von einem Gespräch Trumps mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow über die Entlassung von Comey berichtet. "Ich habe gerade den FBI-Chef gefeuert. Er war verrückt, ein richtiger Spinner", sagte Trump laut schriftlichen Aufzeichnungen von dem Gespräch, die der Zeitung vorlagen. "Es lastete viel Druck auf mir wegen Russland. Der ist jetzt weg", sagte Trump demnach weiter.

Dann fügte der US-Präsident den Angaben zufolge noch hinzu: "Gegen mich wird nicht ermittelt." Ein hochrangiger Abgeordneter im US-Repräsentantenhaus, der Demokrat Elijah Cummings, nannte Trumps mutmaßlichen Kommentar über Comey "befremdlich und extrem besorgniserregend". Auch die Minderheitsführerin im Repräsentantenhaus, die Demokratin Nancy Pelosi, kritisierte Trump. Wenn er Comey tatsächlich einen "Verrückten" genannt habe, zeige dies Trumps Respektlosigkeit gegenüber dem Amt des US-Präsidenten.

Und weitere Schlagzeilen machten im Zuge der Russland-Ermittlungen die Runde: Der "Washington Post" zufolge ist nun auch ein enger Berater des US-Präsidenten im Visier der Ermittler. Er oder sie werde als Person von besonderem Interesse eingestuft, hieß es von der "Post". Einen Namen nannte die Zeitung nicht.

Dementi von Lawrow

Lawrow dementierte die Presseberichte. Trump habe ihm gegenüber die Entlassung von FBI-Chef Comey nicht erwähnt. "Wir haben dieses Thema überhaupt nicht berührt", sagte Lawrow am Samstag bei einem Besuch in Nikosia auf Zypern der Agentur Interfax zufolge.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Mai 2017 um 04:43 Uhr.

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