Donald Trump und James Comey | Bildquelle: AP

FBI-Ermittlungen Trump lästert, Comey will aussagen

Stand: 20.05.2017 01:13 Uhr

Neue Vorwürfe belasten US-Präsident Trump: Laut "New York Times" soll er im Gespräch mit Russlands Außenminister Lawrow über den geschassten FBI-Chef Comey gelästert haben. Der kündigte nun an, vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats aussagen zu wollen.

Während US-Präsident Donald Trump zu seiner ersten Auslandsreise abgeflogen ist, sind in US-Medien neue schwere Vorwürfe gegen ihn laut geworden. Die "New York Times" berichtet, der US-Präsident habe bei einem Treffen mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow in der vergangenen Woche erklärt, der Rauswurf von FBI-Chef James Comey habe Druck aus den Ermittlungen wegen der angeblichen Verstrickungen des Trump-Wahlkampflagers mit Russland genommen.

Comey will in dieser Sache nun in einer öffentlichen Sitzung vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats aussagen. Das teilten die Ausschussvorsitzenden mit. Das Datum für die Anhörung sei noch nicht festgelegt, es werde aber nach dem Memorial Day am 29. Mai stattfinden.

Moskaus mögliche Einflussnahme auf den US-Präsidentschaftswahlkampf und Verbindungen des Teams von US-Präsident Donald Trump nach Russland sollen in mehreren Untersuchungen überprüft werden. Neben FBI-Ermittlungen gibt es Überprüfungen durch einen Ausschuss des Senats sowie durch einen Ausschuss des Repräsentantenhauses.

"Der Druck ist jetzt weg"

Kurz nachdem Trump in seinen Flieger zu seiner ersten Auslandsreise gestiegen war, berichtete die "New York Times" von einem Gespräch im Oval Office des Weißen Hauses mit Lawrow und dem russischen US-Botschafter Sergej Kislyak: "Ich habe gerade den Chef des FBI gefeuert", sagte Trump laut einer Aufzeichnung des Gesprächs, das der Zeitung vorgelesen wurde: "Er war verrückt, ein echter Spinner. Ich habe wegen Russland einen großen Druck verspürt. Der ist jetzt weg."

Trump war wegen des Treffens mit Lawrow und Kislyak bereits in die Kritik geraten, weil er an sie Geheimdiensterkenntnisse zu einer Bedrohung durch die Terrormiliz "Islamischer Staat" weitergegeben haben soll. Er hatte die beiden am 10. Mai im Weißen Haus empfangen, einen Tag nach der Entlassung Comeys.

Trump wurde vorgeworfen, damit die FBI-Untersuchung zu den mutmaßlichen Russland-Kontakten seines Wahlkampfteams ausbremsen zu wollen. In dem Fall wurde vom Justizministerium mittlerweile ein Sonderermittler ernannt, der frühere FBI-Chef Robert Mueller.

Enger Mitarbeiter im Visier der Ermittler?

Die "Washington Post" veröffentlichte derweil einen Bericht, wonach bei den Russland-Untersuchungen nun auch ein enger Mitarbeiter Trumps aus dem Weißen Haus als "Person von Interesse" betrachtet werde. Es handele sich um einen hochrangigen Berater, schrieb die Zeitung unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Bisher war bekannt gewesen, dass vor allem Trumps ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn und sein früherer Wahlkampfchef Paul Manafort im Zentrum der Ermittlungen stehen.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 19. Mai 2017 um 01:00 Uhr.

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