Donald Trump | Bildquelle: AFP

Affäre um Pornodarstellerin Trump soll Schweigegeld erstattet haben

Stand: 03.05.2018 12:12 Uhr

US-Präsident Trump hatte betont, von der Zahlung seines Anwalts Cohen an eine Pornodarstellerin nicht gewusst zu haben. Sein neuer Anwalt Giuliani sagt nun aber, Trump habe die 130.000 Dollar erstattet.

Von Marc Hoffmann, ARD-Studio Washington

Erst kürzlich ist Rudy Giuliani, der frühere New Yorker Bürgermeister, in Trumps Anwaltsteam gekommen. Im Interview mit dem konservativen Fernsehsender Fox News spricht er darüber, wie er den US-Präsidenten in der Russland-Affäre verteidigen wolle. Dann kommt die Pornodarstellerin Stormy Daniels zur Sprache sowie die Schweigegeldzahlung.

Das Geld sei über eine Anwaltskanzlei geflossen und der Präsident habe die 130.000 persönlich zurückgezahlt, so Rudy Giuliani. Selbst der Moderator kann nicht ganz glauben, was er da hört, dass Trump von der Schweigegeldzahlung an Daniels gewusst habe.

Soweit er wisse, so Giuliani, habe Trump nicht die Einzelheiten gekannt, aber er habe im Allgemeinen von der Vereinbarung gewusst.

Anwalt widerspricht Trumps Darstellung

Damit widerspricht Giuliani seinem eigenen Klienten Trump. Der hatte bisher immer wieder bestritten, irgendetwas davon gewusst zu haben. Trumps persönlicher Anwalt Michael Cohen habe das Geld aus der eigenen Tasche gezahlt, so jedenfalls lautete die Version bisher.

Stormy Daniels Anwalt Michael Avenatti reagiert bei CNN: Damit sei die Büchse der Pandora geöffnet. Eine ernste Angelegenheit für Trump, frohlockt der aggressiv auftretende Jurist.

Die als Stormy Daniels bekannte Pornodarstellerin Stephanie Clifford | Bildquelle: AP
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Stephanie Clifford ist inzwischen mehrfach vor Gericht gezogen.

War es illegale Wahlkampffinanzierung?

Die Frage, wer das Geld gezahlt hat, ist deshalb so brisant, weil es sich dabei um eine illegale Wahlkampffinanzierung handeln könnte. Denn wie Anwalt Cohen bestätigt hatte, erhielt Stormy Daniels die 130.000 Dollar kurz vor der Präsidentschaftswahl 2016.

Giulianis überraschendes Interview könnte weitere Ermittlungen nach sich ziehen. Trump steht damit im Verdacht, als Präsidentschaftskandidat gegen geltendes Recht verstoßen zu haben. Giuliani widerspricht: "Absolut legal" sei das Ganze. Es handele sich nicht um Wahlkampfgeld.

Fehler oder Kalkül?

Mit der Russlandaffäre hat das Ganze eigentlich nichts zu tun. Doch die  angebliche, lang zurückliegende Beziehung mit der Pornodarstellerin und die Folgen belasten Präsident Trump weiterhin stark. Daniels hat Trump vor einem Gericht in Kalifornien verklagt. Auch gegen Trumps persönlichen Anwalt Michael Cohen wird ermittelt.

Michael Cohen, Anwalt von US-Präsident Trump, auf dem Weg zu einer Kongressanhörung im September 2017 | Bildquelle: AFP
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Cohen bestätigte eine Zahlung an Cliffords - aus eigener Tasche. Gegen ihn wird ermittelt.

Vor diesem Hintergrund reagieren viele Beobachter überrascht. Es müsse sich um eine größere Strategie dahinter handeln, mutmaßt eine CNN-Reporterin. Rudy Giuliani dürfte solch ein Fehler eigentlich nicht passieren.

Ob es ein Fehler war oder Kalkül, dürfte in den nächsten Tagen und Wochen deutlich werden.

Trump entschädigte Anwalt nach Zahlung an Pornostar
Marc Hoffmann, ARD Washington
03.05.2018 13:10 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. Mai 2018 um 07:00 Uhr.

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