Ein Stahlarbeiter im chinesischen Nantong. Die US-Zölle zielen insbesondere auf Stahl- und Eisenwaren aus China. | Bildquelle: AFP

Handelsstreit mit China USA erheben neue Sonderzölle

Stand: 07.08.2018 23:46 Uhr

Die US-Regierung hat für den 23. August weitere Strafzölle auf Importe aus China angekündigt. Die geplanten Zölle in Höhe von 25 Prozent betreffen 279 Güter, darunter insbesondere Industrieprodukte.

Im Handelsstreit zwischen den USA und China legt Washington nach: Die US-Regierung belegt chinesische Importe im Wert von 16 Milliarden Dollar ab dem 23. August mit Zöllen in Höhe von 25 Prozent, wie das Büro des Handelsbeauftragten Robert Lighthizer ankündigte. Betroffen sind insgesamt 279 Produktgruppen, vor allem Industrieprodukte wie Dampfturbinen und Eisenträger. Von der im Juni geplanten Liste wurden fünf Produktgruppen gestrichen.

Bereits zweite Zolltranche

Washington verhängte bereits am 6. Juli Zölle von 25 Prozent auf chinesische Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar. Als Vergeltung erhebt China inzwischen Sonderabgaben auf Autos aus den USA, aber auch auf landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Sojabohnen, Schweinefleisch, Rindfleisch und Molkereiprodukte. China zielt damit auf die Wählerschaft Trumps im ländlichen Raum ab.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump drohte zudem bereits eine Ausweitung auf 200 Milliarden Dollar an. Washington wirft China vor, geistiges Eigentum von US-Unternehmen zu stehlen oder Druck auf sie auszuüben, es mit chinesischen Wettbewerbern zu teilen, um Zugang zum Markt der Volksrepublik zu bekommen.

Versuch der Annäherung

Trotz massiver gegenseitiger Vorwürfe und angedrohter Vergeltung für Importzölle haben beide Seiten immer wieder durchblicken lassen, dass sie versuchen wollen, die Probleme über Verhandlungen zu lösen. So hatte die chinesische Führung angeboten, den politisch brisanten Handelsüberschuss mit den Vereinigten Staaten durch höhere Einkäufe amerikanischer Waren zu verkleinern. Ihren Plan für eine technologische Entwicklung des Landes will sie jedoch nicht aufgeben.

Der US-Präsident stört sich an dem riesigen Defizit seines Landes im Handel mit China und auch mit der Europäischen Union und hat deswegen den Zollstreit vom Zaun gebrochen. Die EU hat in Gesprächen mit Trump erreicht, dass sie von höheren Zöllen auf ihre in die USA gelieferten Autos zunächst verschont bleiben soll.

Handelsstreit: Keine Annäherung zwischen den USA und China in Sicht
Martin Ganslmeier, ARD Washington
08.08.2018 06:00 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. August 2018 um 04:58 Uhr.

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