Container in China

Handelsstreit China "in tiefer Sorge" wegen Trump

Stand: 15.08.2017 09:34 Uhr

Die Staatsführung in Peking kritisiert Trumps Anweisung, die Handelspolitik Chinas zu untersuchen - und droht, mit "angemessenen Maßnahmen" zu reagieren. Als Faustpfand dient die Nordkorea-Krise.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Man sei in "tiefer Sorge", teilte das zuständige Handelsministerium in Peking mit. Protektionismus durch die USA werde den Interessen beider Seiten schaden, hieß es. Gegebenenfalls werde man mit "angemessenen Maßnahmen reagieren".

Diese Stellungnahme wirkt allerdings eher wie eine Pflichtübung. Denn es ist nicht gerade überraschend, dass US-Präsident Donald Trump einige umstrittene Handelspraktiken der Chinesen untersuchen will. China weiß außerdem, dass Trump mit der Untersuchung vor allem innenpolitisch handelt und auch, dass es etwa ein Jahr dauern dürfte, bis ein entsprechender Bericht vorgelegt wird.

"Handelskrieg wäre Lose-Lose-Situation"

"Wir haben das ja schon mehrfach betont: China und die Vereinigten Staaten sind zunehmend eng verbunden und ihre Interessen sind verknüpft", hatte Hua Chunying, die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, bereits tags zuvor gesagt. "Ein möglicher Handelskrieg würde den USA nichts bringen. Er hätte auch keinen Gewinner, sondern würde zu einer Lose-Lose-Situation führen."

Die Pekinger Abendzeitung schrieb, dass sich die chinesisch-amerikanischen Beziehungen auf andere Bereiche als nur den Handel erstreckten: die Nordkorea-Krise zum Beispiel oder die Gebietsstreitigkeiten im Südchinesischen Meer. Hier könne es nur Lösungen geben, wenn man zusammenarbeite.

China warnt vor Gegenreaktion

Donald Trump bei der Unterzeichnung seines China-Memorandums | Bildquelle: AFP
galerie

Donald Trump unterzeichnete am Montagabend ein China-Memorandum.

Die Propaganda-Zeitung "Global Times" warf Trump Ungeduld und Unkenntnis vor. Im Falle von neuen Handelshürden werde China zurückschlagen. Man sei nicht so schwach wie die US-Regierung vermute.

Der US-Präsident leitete offiziell eine Untersuchung ein, die klären soll, ob und wie China ausländischen Unternehmen Technologie klaut. Vorwürfe dieser Art sind nichts Neues. Nicht nur Amerikaner, auch deutsche Unternehmen äußern sie seit Jahren. Meistens aber nur hinter vorgehaltener Hand.

China: Handelskrieg mit USA wäre schlecht für beide Seiten
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
15.08.2017 09:11 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 15. August 2017 um 09:00 Uhr und Deutschlandfunk um 06:16 Uhr.

Darstellung: