US-Präsident Trump und Chinas Präsident Xi Jinping | Bildquelle: AP

Sechs Monate Trump China ist verwirrt und auf der Hut

Stand: 20.07.2017 15:27 Uhr

Nach sechs Monaten im Amt bleibt US-Präsident Trump den meisten Chinesen ein Mysterium, ist er doch das genau Gegenteil von dem, was sie von den eigenen Politikern kennen. In dieser Zeit hat Trump China vor allem eins gebracht - neues Prestige.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Donald Trump ist den meisten Chinesen suspekt. Aus einem ganz einfachen Grund: In China verkörpern Politiker nichts von dem, was den aktuellen US-Präsidenten ausmacht. Sie sind langweilig, nie emotional, alles andere als volksnah. Sie reden kompliziert und vor allem sind chinesische Politiker berechenbar. Die Tatsache, dass Trump das genaue Gegenteil ist, macht ihn in den Augen der meisten Chinesen zu einem einzigen Rätsel.

Auch was die Inhalte angeht, hat Trump in seinen ersten sechs Amtsmonaten in China eine Menge Verwirrung gestiftet. Im Wahlkampf hatte er mächtig auf die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt draufgehauen. Strafzölle hatte er angekündigt und wollte gegen vermeintliche chinesische Währungsmanipulationen vorgehen. Geblieben ist davon nichts.

Verkehrte Welt seit Trump

Stattdessen spielte Trump in Florida den kumpelhaften Gastgeber von Chinas Staatschef Xi Jinping. Kurz darauf teilte er via Twitter wieder gegen China aus: Die Regierung in Peking helfe nicht genügend, Nordkorea zu bändigen.

Bei aller Verwirrung: Was den Chinesen ganz gelegen kommt, ist die neue Außenwirkung. Xi - der Chef des größten undemokratischen Staates der Welt - wirkt gegen den Präsidenten des Mutterlandes der modernen Demokratie wie ein weiser, solider und vertrauensvoller Staatsmann. Über dieses neue Prestige freut man sich natürlich in Peking.

Sechs Monate Trump: China ist verwirrt und freut sich über neues Prestige
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
20.07.2017 14:45 Uhr

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Über dieses Thema berichtete WDR 5 am 20. Juli 2017 ab 13:05 Uhr im "Mittagsecho".

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