Koreanischer Fernsehbericht über das Treffen von Trump mit Xi | Bildquelle: dpa

Treffen von Trump mit Xi "Es könnte krachen"

Stand: 06.04.2017 16:25 Uhr

Trump trifft Xi - dieser Gipfel zweier Staatenlenker mit ähnlichen Ambitionen dürfte wegweisend sein: Für das amerikanisch-chinesische Verhältnis, für Nordkorea, für den Welthandel und für die Menschen auf der Mondinsel.

Von Axel Dorloff, ARD-Studio Peking

Sie hoffen schon lange, dass sich mal was ändert. Die Bewohner von Dandong, einer Stadt im Nordosten Chinas. Direkt an der Grenze zu Nordkorea. Und wenn jetzt ihr Präsident Xi Jinping die USA besucht, hoffen sie wieder. Dass es irgendwann möglich sein wird, mit einem friedlichen und offenen Nordkorea Handel zu treiben. Zhang Liang Liang ist Immobilienmaklerin in Dandong. Sie vermarktet Häuser auf der so genannten Mondinsel im Grenzfluss. "Auf der Mondinsel sind wir sehr nah an Nordkorea. Es ist nur 680 Meter bis zur Stadt Sinuiju über der Grenze. Wenn Nordkorea sich öffnen würde, wäre das sehr gut, um unser Land und unsere Häuser zu vermarkten." Es gibt Hochhäuser, Brücken und Bahnstrecken an der Grenze, die man von heute auf morgen in Betrieb nehmen könnte. Aber eine Öffnung Nordkoreas ist nicht in Sicht.

Ein Mann arbeitet am 04.04.2017 auf dem Grenzfluss Yalu in Sinuiju (Nordkorea) auf seinem Boot. Das Foto wurde vom gegenüberliegenden Ufer des Grenzflusses Yalu von Dandong (China) aus aufgenommen. | Bildquelle: dpa
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Ein Mann arbeitet auf dem Grenzfluss Yalu in Sinuiju auf seinem Boot. Das Foto wurde vom chinsischen Ufer - aus Dadong - aufgenommen.

"China will Einfluss auf Nordkorea nicht verlieren"

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat kurz vor dem amerikanisch-chinesischen Gipfel mit einem neuen Raketentest einmal mehr gezeigt, dass er auf Konfrontation setzt. US-Präsident Donald Trump drohte daraufhin mit einem Alleingang, wenn China nicht mehr tue.

Nordkorea - das wohl wichtigste Thema beim ersten Treffen der beiden Staatschefs, meint Shi Yinhong, Direktor am Zentrum für amerikanische Studien an der Renmin Universität in Peking: "Ich kann mir vorstellen, dass Xi zu weiteren Sanktionen gegen Nordkorea bereit ist. China hat im letzten Jahr schon sehr viel getan, um Druck auf Nordkorea auszuüben. Zum Beispiel den Stopp der nordkoreanischen Kohleimporte. Aber ohne Erfolg. Kim Jong Un hat sein Atom- und Raketenprogramm nicht eingestellt." Shi verweist darauf, dass China das Risiko eingehe, Einfluss auf das Regime in Nordkorea zu verlieren und es sich selbst zum Feind zu machen.

Sandra Ratzow, ARD Washington, zum Treffen von Trump und Xi
07.04.2017

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"Es besteht die Möglichkeit, dass es krachen könnte"

Auch wenn Chinas Führung offiziell beschwichtigt, verliert sie zunehmend die Geduld mit Nordkorea. Und könnte deshalb zu neuen Schritten bereit sein. Offen wird in chinesischen Medien über den Stopp von Öllieferungen spekuliert. Eine Maßnahme, die wehtun würde. Manche Experten sehen sogar Anzeichen einer möglichen Duldung einer militärischen Option durch die USA.

Neben schärferen Sanktionen gegen Nordkorea steht der Handelsstreit zwischen China und den USA im Mittelpunkt der Gespräche in Florida. Während Trump immer wieder mit Strafzöllen gegen China gedroht hat, möchte China den freien Welthandel für seine Exporte nutzen. Hat aber im Gegenzug nicht viel getan, um den eigenen Markt weiter zu öffnen. Das birgt Konfliktstoff, sagt Experte Shi von der Renmin Universität. "Trump will Amerika wieder groß machen. Xi will China groß machen. Sie haben die gleichen Ambitionen für ihr Land. Und daher besteht die Möglichkeit, dass es krachen könnte."

Gipfel setzt den Rahmen für die Beziehungen

Zumindest wird der Gipfel in den USA den Rahmen für die Beziehungen beider Länder in den nächsten Jahren setzen. Bislang hat sich China von Trumps Drohungen nicht aus der Ruhe bringen lassen. Krachen könnte es aber bald wieder in Nordkorea. Das südkoreanische und amerikanische Militär haben gewarnt, dass der nächste  Atomwaffentest unmittelbar bevorsteht.

Jia Yuxu ist Kioskbesitzer im chinesischen Dandong an der nordkoreanischen Grenze. Er vertraut auf die Kraft Chinas und seines Präsidenten. "Unser Land ist so stark, ich mache mir keine wirklichen Sorgen. Aber die Atomtests quasi in unserer Nachbarschaft, die bringen mich schon zum Nachdenken. Das Atomwaffen-Testgelände der Nordkoreaner ist nicht weit weg von hier, sehr nah an meinem Dorf", sagt der Kioskbesitzer.

Auch nach dem nächsten Atomwaffentest Nordkoreas werden die chinesischen Behörden wieder die Radioaktivität in der Grenzregion messen. China fürchtet zunehmend um die Sicherheit seiner Grenzbewohner. Vielleicht deutet sich heute beim amerikanisch-chinesischen Gipfel schon an, dass China nicht mehr viel länger der letzte Verbündete Nordkoreas sein wird.

Misstrauen im Gepäck: Präsident Xi reist in die USA
A. Dorloff, ARD Peking
06.04.2017 16:22 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. April 2017 um 12:00 Uhr.

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