Trump | Bildquelle: AP

Trumps Verhältnis zu Taiwan "Sturmwarnung" aus China

Stand: 12.12.2016 09:22 Uhr

Seit 1979 existiert die "Ein-China-Politik" zwischen Peking und Washington. Heißt: Mit Taiwan darf es keine direkten Gespräche geben. Nun drohte der künftige US-Präsident Trump mit einem Politikwechsel. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten.

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat in einem Interview China mit einem Politikwechsel gedroht und damit ungehaltene Reaktionen in Peking provoziert.

In einem Interview mit den konservativen Fox-News hatte Trump angekündigt, die sogenannte "Ein-China-Politik" aufzukündigen, wenn die Regierung des Landes nicht Zugeständnisse bei seiner Handels-, Währungs- und Außenpolitik mache. Die USA hatten im Zuge ihrer Annäherung an die Volksrepublik China 1979 ihre diplomatischen Beziehungen zu Taiwan abgebrochen und die Führung in Peking als alleinige Regierung Chinas anerkannt, was als "Ein-China-Politik" bezeichnet wird.

Mit diesen diplomatischen Traditionen hatte Trump bereits durch ein Telefonat mit Taiwans Staatschefin Tsai Ing-wen gebrochen und für erhebliche Irritationen in Peking gesorgt. Für die chinesische Staatsführung handelt es sich um eines der heikelsten Themen überhaupt. Sie betrachtet Taiwan bis heute als abtrünnige Provinz. Praktisch jeder offizielle Kontakt eines anderen Staates mit der taiwanischen Regierung trifft bei den kommunistischen Machthabern auf scharfe Kritik.

Außenministerium: "Ein-China-Politik" ist das Fundament

Entsprechend verärgert reagierte die Regierung in Peking auch auf die neuerliche Trump-Äußerung. Man sei "sehr besorgt", sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums und erinnerte die USA daran, dass die bisherige Praxis Grundlage der Beziehungen sei.

Wenn dieses Fundament zerstört würde, könne es keine gesunde und stabile Entwicklung der Beziehungen mehr geben. China fordere die USA auf, sich an ihre Zusagen zur Einhaltung der "Ein-China-Politik" zu halten.

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Trump’s comments on "one China" policy triggers a furious response from China's state-run Global Times newspaper… https://t.co/gy9CCl9dUm

Chinesische Staatsmedien: Trump ist naiv

In einem Kommentar in der staatsnahen "Global Times" bezeichnete China Trump als "naiv". Er solle damit aufhören, aus seiner politischen Umgestaltung "Mobbing" zu machen, hieß es in einem Kommentar. Die Zeitung empfahl Trump, Bücher über die amerikanisch-chinesischen Beziehungen zu lesen. Die "Ein-China-Politik" sei für die Volksrepublik "nicht verhandelbar".

Trump wisse so wenig über Diplomatie "wie ein Kind", hieß es weiter. Wenn er in der Taiwan-Frage "offen" einen Politikwechsel einleite, müsse er sich auf einen "regelrechten Sturm" gefasst machen. China könne sich "Kräften" zuwenden, die den USA "feindlich" gesonnen seien.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Dezember 2016 um 07:00, 08:00 und 09:00 Uhr in den Nachrichten.

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